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- Verbrauch
- Verkehr
- Versicherungen
- VGR
- Wahlen
- Übergreifend
- SIMon: Social Indicators Monitor 1950-2013
- Demonstrationsbeispiele
| ZA 8078 | Arbeit | Fritz, Wolfgang, Statistiken der Erwerbstätigkeit in der ehemaligen DDR und ausgewählte Daten der Rückrechnung der DDR – Erwerbstätigenstatistik. |
1219 Zeitreihen (1946 - 1989) 43 Tabellen |
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Bibliographical information
Study number: ZA 8078
Study title: Statistiken der Erwerbstätigkeit in der ehemaligen DDR und ausgewählte Daten der Rückrechnung der DDR – Erwerbstätigenstatistik.
Survey or investigation period: 1946 - 1989
Primary researcher: Fritz, Wolfgang
Publication (printed publication): Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
Recommended citation (dataset): Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
Daten entnommen aus:
GESIS Datenarchiv, Köln. histat.
Studiennummer 8078
Datenfile Version 1.0.0
Study title: Statistiken der Erwerbstätigkeit in der ehemaligen DDR und ausgewählte Daten der Rückrechnung der DDR – Erwerbstätigenstatistik.
Survey or investigation period: 1946 - 1989
Primary researcher: Fritz, Wolfgang
Publication (printed publication): Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
Recommended citation (dataset): Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
Daten entnommen aus:
GESIS Datenarchiv, Köln. histat.
Studiennummer 8078
Datenfile Version 1.0.0
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Study description:
Je weiter die DDR in die Vergangenheit entrückt, desto stärker wird sie ein interessanter Forschungsgegenstand der Historiker. Ein erhöhter Bedarf an entsprechenden statistischen Daten, in besonderem Maße der Erwerbstätigenstatistik, ist zwangsläufig die Folge. Die Veröffentlichungspolitik der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik war unter dem Druck der Parteiführung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, besonders ab Anfang der siebziger Jahre, stark restriktiv. Es bleibt daher primär nur der Rückgriff auf unveröffentlichte Sammelbände, Querschnittsdarstellungen und originale Erhebungsergebnisse. All dies liegt in reichhaltigem Maße archiviert vor. Die Nutzung der Daten setzt jedoch Kenntnisse der amtlichen Statistik und speziell der Erwerbstätigenstatistik der DDR und ihrer Instrumentarien voraus" (Fritz, W.: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. In: Historical Social Research, HSR-Transition, Vol. 2. Köln: Zentrum für Historische Sozialforschung. Vorbemerkung. Im Internet unter: http://www.hsr-trans.de).
Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, einen grundlegenden Informationsbedarf zu befriedigen. Ausgangspunkt der Darstellungen in den gewählten Zeitetappen ist jeweils ein kurzer Überblick über die Entwicklung der amtlichen deutschen Statistik und der amtlichen Statistik der Erwerbstätigkeit. Dabei nimmt der Abschnitt über die amtliche Statistik der Erwerbstätigkeit in der DDR einen besonderen Stellenwert ein, da entsprechende Veröffentlichungen rar sind.
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik entstand nach dem Ende der Existenz der amtlichen DDR-Statistik in Anlehnung an die Begriffswelt der amtlichen BRD-Statistik (dort gibt es ein Arbeitsgebiet Erwerbstätigkeit bzw. man spricht von Statistiken der Erwerbstätigkeit). Die amtliche Statistik der DDR verwendet die Kategorie „Berufstätige“, das sind im Arbeitsprozess stehenden Personen einschließlich Teilzeitbeschäftigte, jedoch ohne Lehrlinge.
Quellen für Daten über die Erwerbstätigkeit waren in der amtlichen Statistik der DDR die
- insgesamt vier, zusammen mit Volkszählungen durchgeführten Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981),
- durch den statistischen Dienst der DDR durchgeführten spezifischen Erhebungen auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit,
- Arbeitsstättenstatistiken sowie die bereichsspezifischen, durch die SZS durchgeführten, Berichterstattungen mit Erwerbstätigenangaben sowie
- durch staatliche Verwaltungsorgane (außerhalb des statistischen Dienstes) veranstalteten statistischen Erfassungen zur Thematik der Erwerbstätigkeit“.
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik umfasst all jene bereichsübergreifenden Erhebungen der ausgelösten amtlichen DDR-Statistik, deren Durchführung die Erfassung statistischer Daten ausschließlich oder überwiegend zur Erwerbstätigkeit und zu Erwerbstätigen zum Ziel hatte. Die Erwerbstätigenstatistik stützte sich hauptsächlich auf die jährlich seit 1952 durchgeführten Berufstätigenerhebungen. Für bereichsspezifische Aussagen und zur Beantwortung von Detailfragen zur Erwerbstätigkeit gab es weitere amtliche Statistiken: Arbeitskräfteberichterstattung, Beschäftigtengruppenerhebung, Schichtberichterstattung, Normenberichterstattung und die Qualifikationsberichterstattung.
Die Anzahl der Erwerbstätigen in der ehemaligen DDR wurde mit diesen Ergebnissen nicht vollständig ausgewiesen. Der umfassende Charakter dieser Erhebung war durch die Nichteinbeziehung von Bereichen, Unternehmen und Einrichtungen des sogenannten „X-Bereiches“ eingeschränkt. Zu diesem Bereich zählten Institutionen, die einer besonderen Geheimhaltung unterlagen. Zum „X-Bereich“ gehörten u.a. die Armee, Polizei, Feuerwehr, der Strafvollzug, die Staatssicherheit, die Zollverwaltung, Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellter Betriebe und Einrichtungen, Bereich Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel (KoKo), Spezialbau Potsdam, Parteien und Organisationen, SDAG Wismut („Sowjetisch-Deutsche-Aktiengesellschaft“) und Zentrag sowioe die Kirchen (nur Pfarrer, Priester, Bischöfe). Der Anteil der im X-Bereich Beschäftigten an den Erwerbstätigen 1971 etwa 5,8% (ca. 500.000) Personen), 1981 etwa 7,4% (ca. 715.000) und 1989 7,5% (726.900 Personen). Über systematisch unterschiedliche Merkmale der im X-Bereich Tätigen im Vergleich zu den Erwerbstätige insgesamt ist bisher wenig bekannt.
Mit der Herstellung der deutschen Einheit stellte sich für die amtliche Statistik die Aufgabe, eine statistische Informationsbasis zu schaffen, die Auskunft über die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung im Gebiet der ehemaligen DDR gibt.
Zunächst zu den Begriffen Erwerbstätige (BRD-Statistik) und Berufstätige (DDR-Statistik). Sie unterscheiden sich in zweierlei Hinsicht: 1. In den Erwerbstätigen sind die Auszubildenden enthalten, die Lehrlinge in den Berufstätigen der DDR seit 1960 jedoch nicht (wobei die Begriffe „Auszubildenden“ und „Lehrlinge“ deckungsgleich sind. 2. Es gibt Unterschiede hinsichtlich der Mütter im Erziehungsurlaub (BRD) bzw. der Mütter in der bezahlten Freistellung. Unterschiede gibt es auch nach der Stellung im Beruf (Terminus in der DDR-Statistik: Stellung im Betrieb): Nur in der DDR gab es die Position „Genossenschaftsmitglieder“. Sie ist den Arbeitern und Angestellten zuzuschlagen, will man letztere mit der BRD-Statistik vergleichen. Der Begriff „Abhängige“ der BRD-Statistik (Arbeiter und Angestellte plus Beamte) ist mit dem rück gerechneten Begriff „Arbeiter und Angestellte“ der DDR-Statistik deckungsgleich, da es den Beamten-Status in der DDR nicht gab (Erwerbstätige (BRD-Statistik) = Berufstätige + Lehrlinge + Mütter in bezahlter Freistellung + Berufstätige im x-Bereich; Arbeiter und Angestellte (BRD-Statistik) = Arbeiter und Angestellte + Lehrlinge + Mütter in bezahlter Freistellung (Arbeiter u. Angestellte) + Berufstätige im X-Bereich + Genossenschaftsmitglieder (einschl. Mütter in bezahlter Freistellung); Auszubildende = Lehrlinge).
Zur Herstellung der Vergleichbarkeit der vom Statistischen Amt der DDR übernommenen Daten mit der Methodik der Bundesstatistik wurden vom Statistischen Bundesamt umfangreiche Umrechnungen bzw. neue Gruppierungen vorgenommen (siehe ausgewählte Tabellen zur Rückrechnung der DDR-Statistik, Tabellenteil D. und E.). Zu den Berufstätigen zählten nicht die Lehrlinge und die sich im Erziehungsurlaub (Wochenurlaub) befindlichen Personen. Diese Personen sowie der X-Bereich mussten miteinbezogen werden, um die Erhebungsdaten mit der Bundesstatistik vergleichbar zu machen. Die wirtschaftsfachliche Herstellung eines Vergleichs beinhaltete die Neuzuordnung bzw. Umrechnung von Einzeldaten bzw. Summen von der „Systematik der Volkswirtschaftszweige der DDR, Ausgabe 1985“ zur „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“. Die Untergliederung nach der Stellung im Beruf erfolgte nach: Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder, Selbständige und mithelfende Familienangehörige. Um diese Vergleichbarkeit nach der Stellung im Beruf zu erreichen, wurden unter „Abhängige“ die Arbeiter und Angestellten, die Genossenschaftsmitglieder und Lehrlinge sowie die Arbeiter und Angestellten (einschließlich Soldaten) aus dem X-Bereich als auch die Arbeiter und Angestellten und die Genossenschaftsmitglieder, die sich im Erziehungsurlaub befanden, subsumiert. Bei den Selbständigen und Mithelfenden Familieangehörigen lag eine unmittelbare Vergleichbarkeit vor. Sie wurden ebenfalls um die Personen im Erziehungsurlaub vervollständigt.
Je weiter die DDR in die Vergangenheit entrückt, desto stärker wird sie ein interessanter Forschungsgegenstand der Historiker. Ein erhöhter Bedarf an entsprechenden statistischen Daten, in besonderem Maße der Erwerbstätigenstatistik, ist zwangsläufig die Folge. Die Veröffentlichungspolitik der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik war unter dem Druck der Parteiführung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, besonders ab Anfang der siebziger Jahre, stark restriktiv. Es bleibt daher primär nur der Rückgriff auf unveröffentlichte Sammelbände, Querschnittsdarstellungen und originale Erhebungsergebnisse. All dies liegt in reichhaltigem Maße archiviert vor. Die Nutzung der Daten setzt jedoch Kenntnisse der amtlichen Statistik und speziell der Erwerbstätigenstatistik der DDR und ihrer Instrumentarien voraus" (Fritz, W.: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. In: Historical Social Research, HSR-Transition, Vol. 2. Köln: Zentrum für Historische Sozialforschung. Vorbemerkung. Im Internet unter: http://www.hsr-trans.de).
Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, einen grundlegenden Informationsbedarf zu befriedigen. Ausgangspunkt der Darstellungen in den gewählten Zeitetappen ist jeweils ein kurzer Überblick über die Entwicklung der amtlichen deutschen Statistik und der amtlichen Statistik der Erwerbstätigkeit. Dabei nimmt der Abschnitt über die amtliche Statistik der Erwerbstätigkeit in der DDR einen besonderen Stellenwert ein, da entsprechende Veröffentlichungen rar sind.
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik entstand nach dem Ende der Existenz der amtlichen DDR-Statistik in Anlehnung an die Begriffswelt der amtlichen BRD-Statistik (dort gibt es ein Arbeitsgebiet Erwerbstätigkeit bzw. man spricht von Statistiken der Erwerbstätigkeit). Die amtliche Statistik der DDR verwendet die Kategorie „Berufstätige“, das sind im Arbeitsprozess stehenden Personen einschließlich Teilzeitbeschäftigte, jedoch ohne Lehrlinge.
Quellen für Daten über die Erwerbstätigkeit waren in der amtlichen Statistik der DDR die
- insgesamt vier, zusammen mit Volkszählungen durchgeführten Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981),
- durch den statistischen Dienst der DDR durchgeführten spezifischen Erhebungen auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit,
- Arbeitsstättenstatistiken sowie die bereichsspezifischen, durch die SZS durchgeführten, Berichterstattungen mit Erwerbstätigenangaben sowie
- durch staatliche Verwaltungsorgane (außerhalb des statistischen Dienstes) veranstalteten statistischen Erfassungen zur Thematik der Erwerbstätigkeit“.
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik umfasst all jene bereichsübergreifenden Erhebungen der ausgelösten amtlichen DDR-Statistik, deren Durchführung die Erfassung statistischer Daten ausschließlich oder überwiegend zur Erwerbstätigkeit und zu Erwerbstätigen zum Ziel hatte. Die Erwerbstätigenstatistik stützte sich hauptsächlich auf die jährlich seit 1952 durchgeführten Berufstätigenerhebungen. Für bereichsspezifische Aussagen und zur Beantwortung von Detailfragen zur Erwerbstätigkeit gab es weitere amtliche Statistiken: Arbeitskräfteberichterstattung, Beschäftigtengruppenerhebung, Schichtberichterstattung, Normenberichterstattung und die Qualifikationsberichterstattung.
Die Anzahl der Erwerbstätigen in der ehemaligen DDR wurde mit diesen Ergebnissen nicht vollständig ausgewiesen. Der umfassende Charakter dieser Erhebung war durch die Nichteinbeziehung von Bereichen, Unternehmen und Einrichtungen des sogenannten „X-Bereiches“ eingeschränkt. Zu diesem Bereich zählten Institutionen, die einer besonderen Geheimhaltung unterlagen. Zum „X-Bereich“ gehörten u.a. die Armee, Polizei, Feuerwehr, der Strafvollzug, die Staatssicherheit, die Zollverwaltung, Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellter Betriebe und Einrichtungen, Bereich Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel (KoKo), Spezialbau Potsdam, Parteien und Organisationen, SDAG Wismut („Sowjetisch-Deutsche-Aktiengesellschaft“) und Zentrag sowioe die Kirchen (nur Pfarrer, Priester, Bischöfe). Der Anteil der im X-Bereich Beschäftigten an den Erwerbstätigen 1971 etwa 5,8% (ca. 500.000) Personen), 1981 etwa 7,4% (ca. 715.000) und 1989 7,5% (726.900 Personen). Über systematisch unterschiedliche Merkmale der im X-Bereich Tätigen im Vergleich zu den Erwerbstätige insgesamt ist bisher wenig bekannt.
Mit der Herstellung der deutschen Einheit stellte sich für die amtliche Statistik die Aufgabe, eine statistische Informationsbasis zu schaffen, die Auskunft über die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung im Gebiet der ehemaligen DDR gibt.
Zunächst zu den Begriffen Erwerbstätige (BRD-Statistik) und Berufstätige (DDR-Statistik). Sie unterscheiden sich in zweierlei Hinsicht: 1. In den Erwerbstätigen sind die Auszubildenden enthalten, die Lehrlinge in den Berufstätigen der DDR seit 1960 jedoch nicht (wobei die Begriffe „Auszubildenden“ und „Lehrlinge“ deckungsgleich sind. 2. Es gibt Unterschiede hinsichtlich der Mütter im Erziehungsurlaub (BRD) bzw. der Mütter in der bezahlten Freistellung. Unterschiede gibt es auch nach der Stellung im Beruf (Terminus in der DDR-Statistik: Stellung im Betrieb): Nur in der DDR gab es die Position „Genossenschaftsmitglieder“. Sie ist den Arbeitern und Angestellten zuzuschlagen, will man letztere mit der BRD-Statistik vergleichen. Der Begriff „Abhängige“ der BRD-Statistik (Arbeiter und Angestellte plus Beamte) ist mit dem rück gerechneten Begriff „Arbeiter und Angestellte“ der DDR-Statistik deckungsgleich, da es den Beamten-Status in der DDR nicht gab (Erwerbstätige (BRD-Statistik) = Berufstätige + Lehrlinge + Mütter in bezahlter Freistellung + Berufstätige im x-Bereich; Arbeiter und Angestellte (BRD-Statistik) = Arbeiter und Angestellte + Lehrlinge + Mütter in bezahlter Freistellung (Arbeiter u. Angestellte) + Berufstätige im X-Bereich + Genossenschaftsmitglieder (einschl. Mütter in bezahlter Freistellung); Auszubildende = Lehrlinge).
Zur Herstellung der Vergleichbarkeit der vom Statistischen Amt der DDR übernommenen Daten mit der Methodik der Bundesstatistik wurden vom Statistischen Bundesamt umfangreiche Umrechnungen bzw. neue Gruppierungen vorgenommen (siehe ausgewählte Tabellen zur Rückrechnung der DDR-Statistik, Tabellenteil D. und E.). Zu den Berufstätigen zählten nicht die Lehrlinge und die sich im Erziehungsurlaub (Wochenurlaub) befindlichen Personen. Diese Personen sowie der X-Bereich mussten miteinbezogen werden, um die Erhebungsdaten mit der Bundesstatistik vergleichbar zu machen. Die wirtschaftsfachliche Herstellung eines Vergleichs beinhaltete die Neuzuordnung bzw. Umrechnung von Einzeldaten bzw. Summen von der „Systematik der Volkswirtschaftszweige der DDR, Ausgabe 1985“ zur „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“. Die Untergliederung nach der Stellung im Beruf erfolgte nach: Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder, Selbständige und mithelfende Familienangehörige. Um diese Vergleichbarkeit nach der Stellung im Beruf zu erreichen, wurden unter „Abhängige“ die Arbeiter und Angestellten, die Genossenschaftsmitglieder und Lehrlinge sowie die Arbeiter und Angestellten (einschließlich Soldaten) aus dem X-Bereich als auch die Arbeiter und Angestellten und die Genossenschaftsmitglieder, die sich im Erziehungsurlaub befanden, subsumiert. Bei den Selbständigen und Mithelfenden Familieangehörigen lag eine unmittelbare Vergleichbarkeit vor. Sie wurden ebenfalls um die Personen im Erziehungsurlaub vervollständigt.
Methodology
Study area:
Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, 1949 bis 1989.
Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, 1949 bis 1989.
More
Source types:
Statistik in der DDR: Berücksichtigte Datenquellen
Statistisches Amt der DDR (Hrsg.), 1990: Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik (Abk.: StJb DDR) 1990, 35. Jg., Berlin: Rudolf Haufe Verlag.
Statistisches Amt der DDR (Hrsg.), 1990: Jahrbuch Arbeitskräfte und Löhne. Berlin: Rudolf Haufe Verlag.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1990: DDR 1990, Zahlen und Fakten. Stuttgart: Metzler-Poeschel.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.), 1997: Dokumentation über die archivierten statistischen Analysen, Text- und Zahlenberichte der ehemaligen SZS und des ehemaligen Statistischen Amtes der DDR 1945-1990, 3 Bände. Berlin.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1999: DDR-Statistik. Grundlagen, Methoden und Organisation der amtlichen Statistik der DDR 1949 bis 1990. Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 34. Wiesbaden.
Rytlewski, R./Opp de Hipt, M., 1987: Die Deutsche Demokratische Republik in Zahlen 1945/49-1980. Ein sozialgeschichtliches Arbeitsbuch. München: Beck, S. 65 - 72.
Datenquellen zur Rückrechnung der DDR-Statistik
Die Ergebnisse der Rückrechnung wurden überwiegend vom Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe (StBA 1994) enthalten sind. Dabei erfolgte die Rückrechnung nach Ländern sowie nach Wirtschaftsbereichen und Wirtschaftsabteilungen. Rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR wurden in Heft 14 der Sonderreihe publiziert (StBA 1994).
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Erwerbstätige 1950 bis 1989, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 14. Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden.
Grunddaten zur Rückrechnung (Nachaufbereitungen der Berufstätigenerhebungen, Arbeitstabellen) sind im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde, archiviert. Die Standorte sind in StBA 1977, Dokumentation, Bd. 1, S. 215f, nachgewiesen.
„Um eventuellen Fehldeutungen oder Missverständnissen vorzubeugen, ist abschließend zum Thema Datenquellen der Rückrechnung noch kurz auf die Veröffentlichung „DDR 1990, Zahlen und Fakten“ (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1990: DDR 1990, Zahlen und Fakten. Stuttgart: Metzler-Poeschel) einzugehen. In den Vorbemerkungen findet sich der Hinweis, dass bei abweichenden Bezeichnungen in den Fällen DDR-Angaben auf die BRD-Terminologie „abgestellt“ wurden, in denen inhaltliche Übereinstimmung mit den Bundesergebnissen gegeben war (S. 9). Das legt den Schluss nahe, dass der Abschnitt über Erwerbstätigkeit (S. 31 ff.) den Rückrechnungsergebnissen entsprechende Angaben enthält. Dem ist nicht so, es handelt sich nicht um Rückrechnungsergebnisse. Unter dem Begriff Erwerbstätige wurde hier die Summe aus Berufstätigen plus Lehrlinge ausgewiesen. Die Mütter in der bezahlten Freistellung (Erziehungsurlaub) blieben unberücksichtigt. Außerdem enthalten die Angaben nicht die Beschäftigten des X-Bereiches). Bedauerlicherweise fehlt sowohl in den Vorbemerkungen zum Abschnitt Erwerbstätigkeit, als auch bei den Tabellen jeglicher Hinweis darauf. Die Anmerkung in den Vorbemerkungen, dass die Veröffentlichung Bezug auf die Statistischen Jahrbücher der DDR nimmt, ist angesichts der Tatsache, dass sich auch dort kein Hinweis auf die Nichtberücksichtigung des X-Bereiches findet, nicht ausreichend“ (Fritz, W., a.a.O., S. 207).
Statistik in der DDR: Berücksichtigte Datenquellen
Statistisches Amt der DDR (Hrsg.), 1990: Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik (Abk.: StJb DDR) 1990, 35. Jg., Berlin: Rudolf Haufe Verlag.
Statistisches Amt der DDR (Hrsg.), 1990: Jahrbuch Arbeitskräfte und Löhne. Berlin: Rudolf Haufe Verlag.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1990: DDR 1990, Zahlen und Fakten. Stuttgart: Metzler-Poeschel.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.), 1997: Dokumentation über die archivierten statistischen Analysen, Text- und Zahlenberichte der ehemaligen SZS und des ehemaligen Statistischen Amtes der DDR 1945-1990, 3 Bände. Berlin.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1999: DDR-Statistik. Grundlagen, Methoden und Organisation der amtlichen Statistik der DDR 1949 bis 1990. Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 34. Wiesbaden.
Rytlewski, R./Opp de Hipt, M., 1987: Die Deutsche Demokratische Republik in Zahlen 1945/49-1980. Ein sozialgeschichtliches Arbeitsbuch. München: Beck, S. 65 - 72.
Datenquellen zur Rückrechnung der DDR-Statistik
Die Ergebnisse der Rückrechnung wurden überwiegend vom Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe (StBA 1994) enthalten sind. Dabei erfolgte die Rückrechnung nach Ländern sowie nach Wirtschaftsbereichen und Wirtschaftsabteilungen. Rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR wurden in Heft 14 der Sonderreihe publiziert (StBA 1994).
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Erwerbstätige 1950 bis 1989, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 14. Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden.
Grunddaten zur Rückrechnung (Nachaufbereitungen der Berufstätigenerhebungen, Arbeitstabellen) sind im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde, archiviert. Die Standorte sind in StBA 1977, Dokumentation, Bd. 1, S. 215f, nachgewiesen.
„Um eventuellen Fehldeutungen oder Missverständnissen vorzubeugen, ist abschließend zum Thema Datenquellen der Rückrechnung noch kurz auf die Veröffentlichung „DDR 1990, Zahlen und Fakten“ (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1990: DDR 1990, Zahlen und Fakten. Stuttgart: Metzler-Poeschel) einzugehen. In den Vorbemerkungen findet sich der Hinweis, dass bei abweichenden Bezeichnungen in den Fällen DDR-Angaben auf die BRD-Terminologie „abgestellt“ wurden, in denen inhaltliche Übereinstimmung mit den Bundesergebnissen gegeben war (S. 9). Das legt den Schluss nahe, dass der Abschnitt über Erwerbstätigkeit (S. 31 ff.) den Rückrechnungsergebnissen entsprechende Angaben enthält. Dem ist nicht so, es handelt sich nicht um Rückrechnungsergebnisse. Unter dem Begriff Erwerbstätige wurde hier die Summe aus Berufstätigen plus Lehrlinge ausgewiesen. Die Mütter in der bezahlten Freistellung (Erziehungsurlaub) blieben unberücksichtigt. Außerdem enthalten die Angaben nicht die Beschäftigten des X-Bereiches). Bedauerlicherweise fehlt sowohl in den Vorbemerkungen zum Abschnitt Erwerbstätigkeit, als auch bei den Tabellen jeglicher Hinweis darauf. Die Anmerkung in den Vorbemerkungen, dass die Veröffentlichung Bezug auf die Statistischen Jahrbücher der DDR nimmt, ist angesichts der Tatsache, dass sich auch dort kein Hinweis auf die Nichtberücksichtigung des X-Bereiches findet, nicht ausreichend“ (Fritz, W., a.a.O., S. 207).
More
Sources used (detailed index):
Die folgenden Abschnitte sind zitiert aus:
Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Ein
fragmentarischer Abriss: Darstellung, Quellen, Daten, Definitionen, Chronik. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung, Abteilung Zentrum für Historische Sozialforschung.
Die Statistik in der DDR: Datenquellen (Fritz, W., a.a.O., S. 179-187)
Die einzige bis zum Ende der Existenz der amtlichen Statistik der DDR herausgegebene Publikation war das Statistische Jahrbuch der DDR. Es erschien jährlich seit 1955, zunächst im Deutschen Zentralverlag, ab 1963 im Staatsverlag, und stellte die alleinige Form umfassender Veröffentlichung amtlicher statistischer Daten neben den noch im Folgenden dargestellten Fällen partieller Datenpräsentationen dar. Ab dem eingangs genannten Zeitraum wurde der Inhalt des Statistischen Jahrbuches zunehmend durch die Parteiführung der SED beeinflusst und schließlich durch entsprechende Vorgaben bestimmt. Auf den Gebieten Erwerbstätigkeit und Löhne/Gehälter sind in den Jahrbüchern Angaben über Berufstätige nach der Stellung im Beruf, der wirtschaftssystematischen, territorialen und der Struktur der Betriebe nach der Eigentumsform und dem Geschlecht sowie über Arbeiter und Angestellte, deren Qualifikation und Bruttoarbeitseinkommen in einem gesonderten Abschnitt sowie auch in eingeschränktem Umfang in den Bereichskapiteln enthalten. Im Jahrbuch 1989 beanspruchen diese Daten über 30 Seiten. Damit wurden aber lediglich 5,2 Prozent der im Jahr 1989 erfassten Kennziffern veröffentlicht.
Als weitere Datenquelle kommt, wenn auch nur auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, die Zeitschrift „Statistische Praxis“ in Betracht. Sie war das monatlich herausgegebene Publikationsorgan der amtlichen Statistik der DDR, in dem bis etwa Mitte der sechziger Jahre, wenn auch in unterschiedlicher Dichte, interessante analytische und auch methodische Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht wurden. Darüber hinaus enthielt jedes Heft sogenannte Monatszahlen (wobei diese Rubrik auch Jahresvergleiche beinhaltete). Diese regelmäßige Veröffentlichung aktueller statistischer Daten war vermutlich auch für die Parteiführung der SED der Anlass, die weitere Herausgabe der Statistischen Praxis zu untersagen. So erschien im Februar 1979 das letzte Heft. Am Rande sei an dieser Stelle erwähnt, dass die SZS neben der „Statistischen Praxis“ auch „Vierteljahreshefte zur Statistik der Deutschen Demokratischen Republik“ herausgab, dies aber lediglich in den Jahren 1957 bis 1959.
Erhebungsbezogene Datenveröffentlichungen wurden durch die SZS ausschließlich zu den Volks- und Berufszählungen vorgenommen, wenn auch für die letzte Zählung im Jahre 1981 in stark eingeschränktem Umfang. Detaillierte Angaben dazu findet man in StBA 1994, Heft 15.
Neben der Datenpräsentation im Statistischen Jahrbuch und in der „Statistischen Praxis“ wurden gesonderte Ergebnisbände herausgegeben. Der Titel „Volks- und Berufszählung in der Deutschen Demokratischen Republik am 31. August 1950“ liegt in zwei Bänden mit insgesamt 11 Heften vor, wobei der Band 2 mit 5 Heften der Berufszählung gewidmet ist. Die „Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 31. Dezember 1964“ erschienen in einer Schriftenreihe von 24 Bänden mit 38 Buchbinderbänden in den Jahren 1966/67. 6 Bände erschienen zur „Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung am 1. Januar 1971“ in den Jahren 1971 bis 1974, wobei der im Oktober 1972 herausgegebene fünfte Band Daten der Berufszählung enthält. In Folge der restriktiven Beschränkung der Publikationstätigkeit der SZS durch die SED-Führung wurden die Ergebnisse der Zählung per 31.12.1981 erstmals nicht in größerem Umfang herausgegeben, sondern lediglich in Gestalt von 9 Ergebnisheften (Auflage zwischen 50 und 100 Exemplaren) Staatsorganen und ausgewählten wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Ein weiterer, zusammenfassender Ergebnisband hatte eine Auflage von 200 Exemplaren. Vorrangig für Bibliotheken und den internationalen Informationsaustausch gab die SZS einen gesonderten Ergebnisband („Ausgewählte Ergebnisse der Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung am 31.12.1981“) heraus. Die Originalergebnisse der Zählungen befinden sich im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde. Die konkreten Standorte sind in StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 17 - 80 nachgewiesen. Darüber hinaus wurden Auszüge aus Originalergebnissen aller Zählungen in StBA 1994, Heft 15 veröffentlicht.
Die meisten der bisher angesprochenen Datenquellen wie auch der überwiegende Teil der dokumentierten Literatur befanden sich zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Abschnittes in der Fachbibliothek der Zweigstelle Berlin des StBA. Wo dieser Bestand in Gänze oder zu Teilen nach dem Umzug der Zweigstelle Berlin nach Bonn (geplant Mitte 1999) verbleiben wird (Berlin, Bonn, Wiesbaden), ist dem Autor nicht bekannt. Anders verhält es sich mit dem umfangreichen Archivbestand der amtlichen Statistik. Dieser wurde zunächst von der Zweigstelle Berlin des StBA vom Statistischen Amt der DDR übernommen und befindet sich seit November 1997 im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde. Damit lagert dort ein umfangreicher Fundus statistischer Daten der amtlichen DDR-Statistik, wobei es sich sowohl um bestimmte Querschnittsmaterialien, als auch, und das primär, um Erhebungsergebnisse handelt. Allerdings wurden Monats- und Vierteljahresergebnisse (außer IV. Quartal) vor Übergabe an das Bundesarchiv kassiert, ausgehend von der durch die bisherigen Erfahrungen begründeten Annahme, dass künftig ausschließlich Jahresergebnisse von Interesse sind. Jedoch sind seit Übernahme des Bestandes die Recherchemöglichkeiten eingeschränkt. Die Ursache liegt in Folgendem: Die von den DDR-Statistikern für den Nachweis der Archivalien vorgegebenen Berichtstitel gaben nicht immer hinreichend Auskunft über den Inhalt der Dokumente. In diesen Fällen wurden in das von den Mitarbeitern der SZS entwickelte rechnergestützte Dokumentations- und Informationssystem für Verwaltungsarchive (DIVA) sogenannte Ergänzungstexte aufgenommen, die zusätzliche Auskünfte über den Inhalt der Dokumente enthalten. Die Zweigstelle Berlin des StBA hat das DIVA vom Statistischen Amt der DDR übernommen und weiter gepflegt. Das Bundesarchiv lehnte jedoch seinerseits die Übernahme des Systems ab. Damit stehen alle in den Ergänzungstexten enthaltenen Informationen für eine Recherche im Bundesarchiv nicht mehr zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Archivs der Zweigstelle Berlin des StBA haben jedoch das DIVA - Projekt genutzt, um eine Dokumentation über die archivierten statistischen Analysen, Text- und Zahlenberichte der amtlichen Statistik der DDR (1945-1990) zu erarbeiten (StBA 1997, Dokumentation) und so aufzubauen, dass sie als Findhilfsmittel im Bundesarchiv genutzt werden kann. Dadurch wurde allerdings die Situation hinsichtlich der Ergänzungstexte nicht beeinflusst. Darüber, ob und wo das DIVA nach der Verlegung der Zweigstelle des StBA noch genutzt werden kann, ist dem Autor keine Aussage möglich. Die Standorte der zu den Statistiken der Erwerbstätigkeit archivierten Materialien findet man im wesentlichen in StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 125 - 221.
Zu den ergiebigsten Querschnittsmaterialien gehört das Jahrbuch Arbeitskräfte und Löhne.
(Standorte siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 219 f.). Die Kennziffernsammlung enthält absolute und relative (Struktur- und Entwicklungsindizes) Angaben aus der Erwerbstätigenstatistik sowie zur Abrundung aus der Bevölkerungsstatistik der DDR aus den Jahren 1949 bis 1989, für den Beginn der Mehrzahl der Zeitreihen im Fünfjahresrhythmus. Die Daten werden in sechs Abschnitten präsentiert:
- Bevölkerung (Wohnbevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht)
- Berufstätige, Stichtagszahlen (Berufstätige nach der Stellung im Betrieb, Geschlecht, Altersgruppe sowie verkürzt Arbeitende nach Eigentumsform und Wirtschaftsbereich der Betriebe)
- Ausbildung und Qualifikation (Lehrlinge im Jahresdurchschnitt, Stichtagsangaben für Berufstätige in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft mit Hoch- bzw. Fachschulabschluss nach Wirtschaftsbereichen der Betriebe, Berufstätige nach Qualifikationsstufen)
- Berufstätige, Durchschnittszahlen (Berufstätige, Arbeiter und Angestellte, Berufstätige ohne Arbeiter und Angestellte für Volkswirtschaft insgesamt sowie Arbeiter und Angestellte in der volkseigenen Wirtschaft nach Wirtschaftsbereichen, Berufstätige in Industriebetrieben nach Wirtschaftssektoren, alles in Personen, überwiegend auch in Vollbeschäftigteneinheiten)
- Bruttolöhne und Einkommen der Arbeiter und Angestellten (Bruttolohnsumme und monatlicher Durchschnittslohn je Vollbeschäftigteneinheit der Arbeiter und Angestellten in der Volkswirtschaft sowie in der volkseigenen Wirtschaft nach Bereichen und in der Industrie nach Wirtschaftssektoren; für Arbeiter und Angestellte Summe des Arbeitseinkommens sowie monatliches Durchschnittseinkommen nach Einkommensbestandteilen, differenziert nach Wirtschaftsbereichen; Lohnstruktur der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten nach dem Geschlecht bzw. dem Wirtschaftsbereichen)
- Arbeits- und Ausfallzeiten (Arbeits- und Ausfallzeiten der Produktionsarbeiten sowie je Produktionsarbeiten und je Arbeiter und Angestellten, Struktur der Arbeiter und Angestellten nach der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit und nach der Dauer des Urlaubs- alles nach Wirtschaftsbereichen, Struktur der Produktionsarbeiter nach dem Schichtsystem, Mechanisierungsgrad der Arbeit in der Industrie nach Industriesektoren).
Als Zweites sei auf die langfristigen Reihen für die Jahre 1975 bis 1989 nach Kombinaten in der Struktur vom 1.1.1990 hingewiesen. (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 214). Zwar mögen Kombinatsergebnisse heute nur noch in einer geringen Zahl von Fällen von Interesse sein. Gelegentlich können aber unter bestimmten Gegebenheiten Kombinate als Repräsentanten für wirtschaftssystematisch determinierte Aussagen dienen. Insofern kommt den genannten langfristigen Reihen eine zusätzliche Bedeutung zu. Sie enthalten u.a. Angaben über
- Arbeiter und Angestellte im Jahresdurchschnitt (ohne Lehrlinge, VbE und Personen),
- ständig berufstätige vollbeschäftigte weibliche Arbeiter und Angestellte mit 1, 2, 3 und mehr Kindern,
- Bruttoarbeitseinkommen der Arbeiter und Angestellten und des Produktionspersonals je Vollbeschäftigter, darunter Bruttolohn, Prämien,
- Produktionspersonal, das 1-schichtig, 2-schichtig, 3-schichtig arbeitete,
- Arbeits- und Ausfallzeiten des Produktionspersonals je VbE und
- die Qualifikationsstruktur.
Wenn man die archivierten Datenbestände sichtet, findet man bis einschließlich 1974 Zahlenberichte unter dem Titel „Erhebung über die Berufstätigen (bzw. Beschäftigten); Durchschnittszahlen der Arbeiter und Angestellten sowie Lehrlinge, Bruttolohnsumme, Durchschnittslöhne, Lehrlingsentgelte ...“, ab 1975 als „Jahresbericht ...“ firmierend und generell auf dem Deckblatt und/oder auf den Tabellen mit der Zusatzbezeichnung „Z7“ versehen. Die bis 1974 gebräuchliche Bezeichnung ist irreführend. Es handelt sich dabei nicht etwa um die Ergebnisse einer weiteren Erhebung der Erwerbstätigenstatistik. Vielmehr sind es Hochrechnungsergebnisse, die für die Geldbilanz und andere Zwecke in der Differenzierung nach Wirtschaftsbereichen und Eigentumsformen vorgenommen wurden. Der Hintergrund war, dass mit den laufenden Erhebungen nicht für alle Bereiche entsprechende Angaben erfasst wurden. Daher waren für die nicht erfassten Bereiche (im Wesentlichen Genossenschaften, privater Bereich, konfessionelle Einrichtungen) die Bruttolohnsummen unter Verwendung der Angaben der Arbeitskräfteberichterstattung zu schätzen und Jahresdurchschnittsangaben für Arbeiter und Angestellte sowie Lehrlinge aus den Stichtagsangaben der BTE zu berechnen. Darüber hinaus wurden Daten aus der Handwerksberichterstattung entnommen. Angaben über die Berufstätigen im x-Bereich sind allerdings auch in diesen Ergebnissen nicht enthalten. Für die Jahre 1968 bis 1989 sind die Zahlenwerke „Z7“ unter dem Berichtstitel „Jahresbericht über Arbeiter und Angestellte sowie Lehrlinge nach Wirtschaftsbereichen – Durchschnittszahlen, Lohnsummen, Lehrlingsentgelte und nicht aus dem Lohnfonds gezahlte Beträge“ archiviert. (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 220f). Die Ergebnisse der Vorjahre wurden, offensichtlich als Folge der irreführenden Titelgebung, fälschlicherweise und unter den gegebenen Bedingungen im Nachhinein unkorrigierbar unter Berichtstiteln der Berufstätigenerhebung archivarisch erfasst (StBA 1997, Bd. 1, S. 170ff).
Abschließend zu den archivierten Querschnittsmaterialien sei auf die statistischen Jahrbücher zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen hingewiesen, die ebenfalls Beschäftigtenangaben enthalten. Besonders zu erwähnen sind hier das
- Statistische Jahrbuch der Industrie, (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 2, S. 228f),
- Statistische Jahrbuch des Bauwesens (a.a.O., Bd. 3, S. 23),
- Statistische Jahrbuch der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft (a.a.O., Bd. 2, S. 78) und
- Statistische Jahrbuch des Transport- und Verkehrswesens (a.a.O., Bd. 3, S. 119).
Was die archivierten Ergebnisse der Erwerbstätigenstatistik anbelangt, so handelt es sich mehrheitlich um zentrale Erhebungsergebnisse (also „DDR insgesamt“), seltener liegen Bezirks- und gar Kreisergebnisse vor. Territorialergebnisse sind vorrangig in den Statistischen Landesämtern archiviert. In der Dokumentation (StBA 1997) ist noch zu beachten, dass die Ergebnisse der beiden nur zeitweilig existierenden Erhebungen (Produktionsarbeiter nach der Art der Tätigkeit, Erwachsenenqualifizierung) der Dokumentation der Ergebnisse jener Berichterstattungen zugeordnet wurden, in die sie integriert worden sind (Schichtberichterstattung, Qualifikationsberichterstattung).
Die Ergebnisse der Bereichsstatistiken mit Beschäftigtenangaben sind mit ihren Standorten in der Archiv-Dokumentation (StBA 1997) in den jeweiligen Bereichs - Abschnitten nachgewiesen.
Über den Archivdatenbestand im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde, hinaus gibt es in der zuständigen Abteilung der Zweigstelle Berlin des StBA noch einen sogenannten PC-Datenbestand. Er enthält für das Jahr 1989 Kreisangaben, und zwar
- aus der Berufstätigenerhebung Angaben über die Berufstätigen insgesamt (ohne Lehrlinge) nach Wirtschaftsbereichen (wirtschaftssystematische Gliederung der DDR) und
- aus der Qualifikationsberichterstattung Angaben über Arbeiter und Angestellte nach sechs Qualifikationsstufen.
Angaben über den Verbleib dieses Datenbestandes nach dem Umzug der Zweigstelle nach Bonn können nicht gemacht werden.
Im StBA Wiesbaden liegen zwei Kategorien von gesicherten Einzeldaten (Betriebsangaben) in maschinenlesbarer Form vor. Es handelt sich dabei erstens um die Erhebungsdatenbestände bestimmter Jahre. Für die Erwerbstätigenstatistik sind das im Einzelnen die Daten der
- Berufstätigenerhebung (9155) für die Jahre 1975, 1980, 1983 bis 1989 (1983 bis 1989 ohne privates Handwerk),
- Arbeitskräfteberichterstattung (9152) für die Jahre 1974, 1975, 1980 bis 1989,
- Beschäftigtengruppenerhebung bzw. Berichterstattung über die Arbeiter und Angestellten nach Arbeitsbereichen und Tätigkeitshauptgruppen (9158) für die Jahre 1978 bis 1989,
- Schichtberichterstattung (9161) für die Jahre 1984 bis 1989,
- Normenberichterstattung (9162) für die Jahre 1985 bis 1989 und
- Qualifikationsberichterstattung bzw. Qualifikation, qualifikationsgerechter Einsatz sowie Aus- und Weiterbildung der Arbeiter und Angestellten (9518) für die Jahre 1980 und 1987 bis 1989.
Zweitens wurden die Daten der Zentralen Datenbank Statistik gesichert. Es handelt sich dabei um Angaben der Betriebe aus den Bereichen Industrie und Bau, wobei die aus einzelnen Erhebungen eingespeicherten Kennziffern eine unterschiedliche Speicherdauer haben. Der Abrechnungszeitraum/Stichtag für die ersten eingespeicherten Kennziffern liegt für die
- Arbeitskräfteberichterstattung im Jahr 1971,
- Beschäftigtengruppenerhebung im Jahr 1975,
- Schichtberichterstattung im Jahr 1976,
- Normenberichterstattung im Jahr 1974 und
- Qualifikationsberichterstattung im Jahr 1973.
Außerdem sei noch der Bereich Landwirtschaft in der Zentralen Datenbank Statistik erwähnt. Dort sind Daten über Anzahl und Ausbildungsstand der ständig Berufstätigen in der volkseigenen und genossenschaftlichen land- und Forstwirtschaft aus der Berichterstattung auf Formblatt 576 gespeichert, frühestens ab Abrechnungsjahr 1977.
Die Ergebnisse der unausgelösten Statistiken der Erwerbstätigkeit wurden nicht von der amtlichen Statistik der DDR archiviert, sondern von dem jeweiligen Staatsorgan, das die Erhebung/Erhebungen durchführte. Die entsprechenden Archive wurden mehrheitlich vom Bundesarchiv übernommen. Das gleiche trifft für den Zentralen Kaderdatenspeicher des Ministerrates der DDR zu. Für die Jahre 1980 und 1985 bis 1989sind im Bundesarchiv Personaldaten im Umfang von etwa 300.000 Datensätzen pro Jahrgang archiviert. Letztlich befindet sich auch der Datenspeicher GAV im Bundesarchiv. Dabei handelt es sich um Personaldaten im Umfang von 7,25 Millionen Datensätzen aus dem Erhebungszeitraum 1989. Sie liegen in zwei Fassungen vor. Während die nicht anonymisierte Fassung nur den Betroffenen zugänglich ist, steht die anonymisierte Fassung auch anderen Nutzern zur Verfügung.
Der sachgemäße Umgang mit den Daten der amtlichen Statistik der DDR erfordert z.T. Kenntnisse, insbesondere über die einzelnen Erhebungen und die entsprechende Methodik im Zeitverlauf, die über die in dieser Veröffentlichung dargelegten hinausgehen. Es sei daher auf die Dokumentation der Erwerbstätigenstatistik der DDR hingewiesen. Die komplette Dokumentation ist in der BRD an insgesamt 26 Standorten zugänglich, die im kleinen Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR (Fritz 2000, in HSR - Transition) im Einzelnen nachgewiesen sind. Sie umfasst insgesamt 5 Bände mit 10 Buchbinderbänden, und zwar
- den Einführungsband (u.a. enthält er Auszüge aus Rechtsgrundlagen, alle Systematiken der Volkswirtschaftszweige und ein Sachwortverzeichnis für die gesamte Dokumentation),
- das Handbuch (enthält die wichtigsten Informationen mit Stand 1989),
- den Ergänzungsband 1 (Definitionen – Auszüge aus nahezu allen Ausgaben),
- den Ergänzungsband 2 (Erhebungsunterlagen aus dem gesamten Existenzzeitraum der amtlichen DDR-Statistik, 5 Buchbinderbände) und
- den Ergänzungsband 3 (Methodik der durchgeführten Rückrechnungen, Systematiken und Koeffizienten, 2 Buchbinderbände).
Auf einige spezifische Aspekte der Erwerbstätigenstatistik, die bei der Arbeit mit Originalergebnissen zu beachten sind, wurde in den bisherigen Darlegungen bereits aufmerksam gemacht. Rahmenbedingungen besonderer Art und aus der Sicht der amtlichen Statistik der DDR allgemeinen Charakters sollen im Folgenden kurz beschrieben werden. Es handelt sich dabei um die zur sogenannten vereinfachten Planung synchron ins Leben gerufene vereinfachte Abrechnung. Das Anliegen bestand darin, den u.a. durch statistische Erhebungen verursachten Verwaltungsaufwand in kleineren oder zum Teil auch mittleren Betrieben nicht unverhältnismäßig anwachsen zu lassen bzw. zu senken. Das geschah durch eine Verringerung des Volumens der abzurechnenden Kennziffern und/oder der Häufigkeit der Erfassung, verbunden mit geringeren Anforderungen an die Nachweisführung auch im Rahmen der Arbeitskräfterechnung. Die ersten diesbezüglichen rechtlichen Festlegungen wurden mit der Verordnung über vereinfachte Anforderungen an Rechnungsführung und Statistik vom 8. September 1972 und die entsprechende Anordnung vom 22. September 1972 erlassen. Gültig waren die Regelungen zur vereinfachten Abrechnung ab 1973. Einbezogen wurden zunächst örtlich geleitete Betriebe. Ab 1974 erfolgte eine Ausdehnung auf ausgewählte zentral geleitete Betriebe, wobei dieser Betriebskreis jährlichen Änderungen unterworfen war, diese Änderungen hatten jedoch keine gravierenden Auswirkungen auf die Ergebnisse. Wichtig ist es jedoch, bei der Arbeit mit Originalergebnissen darauf zu achten, auf welchen Betriebskreis sich das jeweilige Erhebungsergebnis bezieht (voll abrechnende, vereinfacht abrechnende oder voll und vereinfacht abrechnende Betriebe). Sollte ein direkter Vergleich von Daten durch unterschiedliche Betriebskreise gestört sein, muss ggf. auf die Verwendung absoluter Angaben verzichtet und, so kein kausaler Zusammenhang des betrachteten Merkmals zur Betriebsgröße vorliegt, auf die ausschließliche Betrachtung relativer Werte ausgewichen werden. In der Erwerbstätigenstatistik waren lediglich zwei Erhebungen nicht von den genannten Regelungen tangiert. Es waren dies die Berufstätigenerhebung, die (mit den bekannten Einschränkungen) als Totalerhebung konzipiert war, und die Normenberichterstattung. Bei letzterer war dem Anliegen der vereinfachten Abrechnung durch die Begrenzung der Berichtspflicht in Abhängigkeit von der Betriebsgröße bereits Genüge getan; eine Abhängigkeit von Planungsregelungen war außerdem nicht gegeben. Bis Mitte der achtziger Jahre wurden die Regelungen zur vereinfachten Abrechnung schrittweise abgebaut. In der Erwerbstätigenstatistik fanden sie letztmalig 1984 Anwendung, und zwar bei der Schichtberichterstattung.
Die folgenden Abschnitte sind zitiert aus:
Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Ein
fragmentarischer Abriss: Darstellung, Quellen, Daten, Definitionen, Chronik. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung, Abteilung Zentrum für Historische Sozialforschung.
Die Statistik in der DDR: Datenquellen (Fritz, W., a.a.O., S. 179-187)
Die einzige bis zum Ende der Existenz der amtlichen Statistik der DDR herausgegebene Publikation war das Statistische Jahrbuch der DDR. Es erschien jährlich seit 1955, zunächst im Deutschen Zentralverlag, ab 1963 im Staatsverlag, und stellte die alleinige Form umfassender Veröffentlichung amtlicher statistischer Daten neben den noch im Folgenden dargestellten Fällen partieller Datenpräsentationen dar. Ab dem eingangs genannten Zeitraum wurde der Inhalt des Statistischen Jahrbuches zunehmend durch die Parteiführung der SED beeinflusst und schließlich durch entsprechende Vorgaben bestimmt. Auf den Gebieten Erwerbstätigkeit und Löhne/Gehälter sind in den Jahrbüchern Angaben über Berufstätige nach der Stellung im Beruf, der wirtschaftssystematischen, territorialen und der Struktur der Betriebe nach der Eigentumsform und dem Geschlecht sowie über Arbeiter und Angestellte, deren Qualifikation und Bruttoarbeitseinkommen in einem gesonderten Abschnitt sowie auch in eingeschränktem Umfang in den Bereichskapiteln enthalten. Im Jahrbuch 1989 beanspruchen diese Daten über 30 Seiten. Damit wurden aber lediglich 5,2 Prozent der im Jahr 1989 erfassten Kennziffern veröffentlicht.
Als weitere Datenquelle kommt, wenn auch nur auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, die Zeitschrift „Statistische Praxis“ in Betracht. Sie war das monatlich herausgegebene Publikationsorgan der amtlichen Statistik der DDR, in dem bis etwa Mitte der sechziger Jahre, wenn auch in unterschiedlicher Dichte, interessante analytische und auch methodische Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht wurden. Darüber hinaus enthielt jedes Heft sogenannte Monatszahlen (wobei diese Rubrik auch Jahresvergleiche beinhaltete). Diese regelmäßige Veröffentlichung aktueller statistischer Daten war vermutlich auch für die Parteiführung der SED der Anlass, die weitere Herausgabe der Statistischen Praxis zu untersagen. So erschien im Februar 1979 das letzte Heft. Am Rande sei an dieser Stelle erwähnt, dass die SZS neben der „Statistischen Praxis“ auch „Vierteljahreshefte zur Statistik der Deutschen Demokratischen Republik“ herausgab, dies aber lediglich in den Jahren 1957 bis 1959.
Erhebungsbezogene Datenveröffentlichungen wurden durch die SZS ausschließlich zu den Volks- und Berufszählungen vorgenommen, wenn auch für die letzte Zählung im Jahre 1981 in stark eingeschränktem Umfang. Detaillierte Angaben dazu findet man in StBA 1994, Heft 15.
Neben der Datenpräsentation im Statistischen Jahrbuch und in der „Statistischen Praxis“ wurden gesonderte Ergebnisbände herausgegeben. Der Titel „Volks- und Berufszählung in der Deutschen Demokratischen Republik am 31. August 1950“ liegt in zwei Bänden mit insgesamt 11 Heften vor, wobei der Band 2 mit 5 Heften der Berufszählung gewidmet ist. Die „Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 31. Dezember 1964“ erschienen in einer Schriftenreihe von 24 Bänden mit 38 Buchbinderbänden in den Jahren 1966/67. 6 Bände erschienen zur „Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung am 1. Januar 1971“ in den Jahren 1971 bis 1974, wobei der im Oktober 1972 herausgegebene fünfte Band Daten der Berufszählung enthält. In Folge der restriktiven Beschränkung der Publikationstätigkeit der SZS durch die SED-Führung wurden die Ergebnisse der Zählung per 31.12.1981 erstmals nicht in größerem Umfang herausgegeben, sondern lediglich in Gestalt von 9 Ergebnisheften (Auflage zwischen 50 und 100 Exemplaren) Staatsorganen und ausgewählten wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Ein weiterer, zusammenfassender Ergebnisband hatte eine Auflage von 200 Exemplaren. Vorrangig für Bibliotheken und den internationalen Informationsaustausch gab die SZS einen gesonderten Ergebnisband („Ausgewählte Ergebnisse der Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung am 31.12.1981“) heraus. Die Originalergebnisse der Zählungen befinden sich im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde. Die konkreten Standorte sind in StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 17 - 80 nachgewiesen. Darüber hinaus wurden Auszüge aus Originalergebnissen aller Zählungen in StBA 1994, Heft 15 veröffentlicht.
Die meisten der bisher angesprochenen Datenquellen wie auch der überwiegende Teil der dokumentierten Literatur befanden sich zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Abschnittes in der Fachbibliothek der Zweigstelle Berlin des StBA. Wo dieser Bestand in Gänze oder zu Teilen nach dem Umzug der Zweigstelle Berlin nach Bonn (geplant Mitte 1999) verbleiben wird (Berlin, Bonn, Wiesbaden), ist dem Autor nicht bekannt. Anders verhält es sich mit dem umfangreichen Archivbestand der amtlichen Statistik. Dieser wurde zunächst von der Zweigstelle Berlin des StBA vom Statistischen Amt der DDR übernommen und befindet sich seit November 1997 im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde. Damit lagert dort ein umfangreicher Fundus statistischer Daten der amtlichen DDR-Statistik, wobei es sich sowohl um bestimmte Querschnittsmaterialien, als auch, und das primär, um Erhebungsergebnisse handelt. Allerdings wurden Monats- und Vierteljahresergebnisse (außer IV. Quartal) vor Übergabe an das Bundesarchiv kassiert, ausgehend von der durch die bisherigen Erfahrungen begründeten Annahme, dass künftig ausschließlich Jahresergebnisse von Interesse sind. Jedoch sind seit Übernahme des Bestandes die Recherchemöglichkeiten eingeschränkt. Die Ursache liegt in Folgendem: Die von den DDR-Statistikern für den Nachweis der Archivalien vorgegebenen Berichtstitel gaben nicht immer hinreichend Auskunft über den Inhalt der Dokumente. In diesen Fällen wurden in das von den Mitarbeitern der SZS entwickelte rechnergestützte Dokumentations- und Informationssystem für Verwaltungsarchive (DIVA) sogenannte Ergänzungstexte aufgenommen, die zusätzliche Auskünfte über den Inhalt der Dokumente enthalten. Die Zweigstelle Berlin des StBA hat das DIVA vom Statistischen Amt der DDR übernommen und weiter gepflegt. Das Bundesarchiv lehnte jedoch seinerseits die Übernahme des Systems ab. Damit stehen alle in den Ergänzungstexten enthaltenen Informationen für eine Recherche im Bundesarchiv nicht mehr zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Archivs der Zweigstelle Berlin des StBA haben jedoch das DIVA - Projekt genutzt, um eine Dokumentation über die archivierten statistischen Analysen, Text- und Zahlenberichte der amtlichen Statistik der DDR (1945-1990) zu erarbeiten (StBA 1997, Dokumentation) und so aufzubauen, dass sie als Findhilfsmittel im Bundesarchiv genutzt werden kann. Dadurch wurde allerdings die Situation hinsichtlich der Ergänzungstexte nicht beeinflusst. Darüber, ob und wo das DIVA nach der Verlegung der Zweigstelle des StBA noch genutzt werden kann, ist dem Autor keine Aussage möglich. Die Standorte der zu den Statistiken der Erwerbstätigkeit archivierten Materialien findet man im wesentlichen in StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 125 - 221.
Zu den ergiebigsten Querschnittsmaterialien gehört das Jahrbuch Arbeitskräfte und Löhne.
(Standorte siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 219 f.). Die Kennziffernsammlung enthält absolute und relative (Struktur- und Entwicklungsindizes) Angaben aus der Erwerbstätigenstatistik sowie zur Abrundung aus der Bevölkerungsstatistik der DDR aus den Jahren 1949 bis 1989, für den Beginn der Mehrzahl der Zeitreihen im Fünfjahresrhythmus. Die Daten werden in sechs Abschnitten präsentiert:
- Bevölkerung (Wohnbevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht)
- Berufstätige, Stichtagszahlen (Berufstätige nach der Stellung im Betrieb, Geschlecht, Altersgruppe sowie verkürzt Arbeitende nach Eigentumsform und Wirtschaftsbereich der Betriebe)
- Ausbildung und Qualifikation (Lehrlinge im Jahresdurchschnitt, Stichtagsangaben für Berufstätige in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft mit Hoch- bzw. Fachschulabschluss nach Wirtschaftsbereichen der Betriebe, Berufstätige nach Qualifikationsstufen)
- Berufstätige, Durchschnittszahlen (Berufstätige, Arbeiter und Angestellte, Berufstätige ohne Arbeiter und Angestellte für Volkswirtschaft insgesamt sowie Arbeiter und Angestellte in der volkseigenen Wirtschaft nach Wirtschaftsbereichen, Berufstätige in Industriebetrieben nach Wirtschaftssektoren, alles in Personen, überwiegend auch in Vollbeschäftigteneinheiten)
- Bruttolöhne und Einkommen der Arbeiter und Angestellten (Bruttolohnsumme und monatlicher Durchschnittslohn je Vollbeschäftigteneinheit der Arbeiter und Angestellten in der Volkswirtschaft sowie in der volkseigenen Wirtschaft nach Bereichen und in der Industrie nach Wirtschaftssektoren; für Arbeiter und Angestellte Summe des Arbeitseinkommens sowie monatliches Durchschnittseinkommen nach Einkommensbestandteilen, differenziert nach Wirtschaftsbereichen; Lohnstruktur der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten nach dem Geschlecht bzw. dem Wirtschaftsbereichen)
- Arbeits- und Ausfallzeiten (Arbeits- und Ausfallzeiten der Produktionsarbeiten sowie je Produktionsarbeiten und je Arbeiter und Angestellten, Struktur der Arbeiter und Angestellten nach der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit und nach der Dauer des Urlaubs- alles nach Wirtschaftsbereichen, Struktur der Produktionsarbeiter nach dem Schichtsystem, Mechanisierungsgrad der Arbeit in der Industrie nach Industriesektoren).
Als Zweites sei auf die langfristigen Reihen für die Jahre 1975 bis 1989 nach Kombinaten in der Struktur vom 1.1.1990 hingewiesen. (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 214). Zwar mögen Kombinatsergebnisse heute nur noch in einer geringen Zahl von Fällen von Interesse sein. Gelegentlich können aber unter bestimmten Gegebenheiten Kombinate als Repräsentanten für wirtschaftssystematisch determinierte Aussagen dienen. Insofern kommt den genannten langfristigen Reihen eine zusätzliche Bedeutung zu. Sie enthalten u.a. Angaben über
- Arbeiter und Angestellte im Jahresdurchschnitt (ohne Lehrlinge, VbE und Personen),
- ständig berufstätige vollbeschäftigte weibliche Arbeiter und Angestellte mit 1, 2, 3 und mehr Kindern,
- Bruttoarbeitseinkommen der Arbeiter und Angestellten und des Produktionspersonals je Vollbeschäftigter, darunter Bruttolohn, Prämien,
- Produktionspersonal, das 1-schichtig, 2-schichtig, 3-schichtig arbeitete,
- Arbeits- und Ausfallzeiten des Produktionspersonals je VbE und
- die Qualifikationsstruktur.
Wenn man die archivierten Datenbestände sichtet, findet man bis einschließlich 1974 Zahlenberichte unter dem Titel „Erhebung über die Berufstätigen (bzw. Beschäftigten); Durchschnittszahlen der Arbeiter und Angestellten sowie Lehrlinge, Bruttolohnsumme, Durchschnittslöhne, Lehrlingsentgelte ...“, ab 1975 als „Jahresbericht ...“ firmierend und generell auf dem Deckblatt und/oder auf den Tabellen mit der Zusatzbezeichnung „Z7“ versehen. Die bis 1974 gebräuchliche Bezeichnung ist irreführend. Es handelt sich dabei nicht etwa um die Ergebnisse einer weiteren Erhebung der Erwerbstätigenstatistik. Vielmehr sind es Hochrechnungsergebnisse, die für die Geldbilanz und andere Zwecke in der Differenzierung nach Wirtschaftsbereichen und Eigentumsformen vorgenommen wurden. Der Hintergrund war, dass mit den laufenden Erhebungen nicht für alle Bereiche entsprechende Angaben erfasst wurden. Daher waren für die nicht erfassten Bereiche (im Wesentlichen Genossenschaften, privater Bereich, konfessionelle Einrichtungen) die Bruttolohnsummen unter Verwendung der Angaben der Arbeitskräfteberichterstattung zu schätzen und Jahresdurchschnittsangaben für Arbeiter und Angestellte sowie Lehrlinge aus den Stichtagsangaben der BTE zu berechnen. Darüber hinaus wurden Daten aus der Handwerksberichterstattung entnommen. Angaben über die Berufstätigen im x-Bereich sind allerdings auch in diesen Ergebnissen nicht enthalten. Für die Jahre 1968 bis 1989 sind die Zahlenwerke „Z7“ unter dem Berichtstitel „Jahresbericht über Arbeiter und Angestellte sowie Lehrlinge nach Wirtschaftsbereichen – Durchschnittszahlen, Lohnsummen, Lehrlingsentgelte und nicht aus dem Lohnfonds gezahlte Beträge“ archiviert. (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 1, S. 220f). Die Ergebnisse der Vorjahre wurden, offensichtlich als Folge der irreführenden Titelgebung, fälschlicherweise und unter den gegebenen Bedingungen im Nachhinein unkorrigierbar unter Berichtstiteln der Berufstätigenerhebung archivarisch erfasst (StBA 1997, Bd. 1, S. 170ff).
Abschließend zu den archivierten Querschnittsmaterialien sei auf die statistischen Jahrbücher zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen hingewiesen, die ebenfalls Beschäftigtenangaben enthalten. Besonders zu erwähnen sind hier das
- Statistische Jahrbuch der Industrie, (Standort siehe StBA 1997, Dokumentation, Bd. 2, S. 228f),
- Statistische Jahrbuch des Bauwesens (a.a.O., Bd. 3, S. 23),
- Statistische Jahrbuch der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft (a.a.O., Bd. 2, S. 78) und
- Statistische Jahrbuch des Transport- und Verkehrswesens (a.a.O., Bd. 3, S. 119).
Was die archivierten Ergebnisse der Erwerbstätigenstatistik anbelangt, so handelt es sich mehrheitlich um zentrale Erhebungsergebnisse (also „DDR insgesamt“), seltener liegen Bezirks- und gar Kreisergebnisse vor. Territorialergebnisse sind vorrangig in den Statistischen Landesämtern archiviert. In der Dokumentation (StBA 1997) ist noch zu beachten, dass die Ergebnisse der beiden nur zeitweilig existierenden Erhebungen (Produktionsarbeiter nach der Art der Tätigkeit, Erwachsenenqualifizierung) der Dokumentation der Ergebnisse jener Berichterstattungen zugeordnet wurden, in die sie integriert worden sind (Schichtberichterstattung, Qualifikationsberichterstattung).
Die Ergebnisse der Bereichsstatistiken mit Beschäftigtenangaben sind mit ihren Standorten in der Archiv-Dokumentation (StBA 1997) in den jeweiligen Bereichs - Abschnitten nachgewiesen.
Über den Archivdatenbestand im Bundesarchiv, Außenstelle Berlin-Lichterfelde, hinaus gibt es in der zuständigen Abteilung der Zweigstelle Berlin des StBA noch einen sogenannten PC-Datenbestand. Er enthält für das Jahr 1989 Kreisangaben, und zwar
- aus der Berufstätigenerhebung Angaben über die Berufstätigen insgesamt (ohne Lehrlinge) nach Wirtschaftsbereichen (wirtschaftssystematische Gliederung der DDR) und
- aus der Qualifikationsberichterstattung Angaben über Arbeiter und Angestellte nach sechs Qualifikationsstufen.
Angaben über den Verbleib dieses Datenbestandes nach dem Umzug der Zweigstelle nach Bonn können nicht gemacht werden.
Im StBA Wiesbaden liegen zwei Kategorien von gesicherten Einzeldaten (Betriebsangaben) in maschinenlesbarer Form vor. Es handelt sich dabei erstens um die Erhebungsdatenbestände bestimmter Jahre. Für die Erwerbstätigenstatistik sind das im Einzelnen die Daten der
- Berufstätigenerhebung (9155) für die Jahre 1975, 1980, 1983 bis 1989 (1983 bis 1989 ohne privates Handwerk),
- Arbeitskräfteberichterstattung (9152) für die Jahre 1974, 1975, 1980 bis 1989,
- Beschäftigtengruppenerhebung bzw. Berichterstattung über die Arbeiter und Angestellten nach Arbeitsbereichen und Tätigkeitshauptgruppen (9158) für die Jahre 1978 bis 1989,
- Schichtberichterstattung (9161) für die Jahre 1984 bis 1989,
- Normenberichterstattung (9162) für die Jahre 1985 bis 1989 und
- Qualifikationsberichterstattung bzw. Qualifikation, qualifikationsgerechter Einsatz sowie Aus- und Weiterbildung der Arbeiter und Angestellten (9518) für die Jahre 1980 und 1987 bis 1989.
Zweitens wurden die Daten der Zentralen Datenbank Statistik gesichert. Es handelt sich dabei um Angaben der Betriebe aus den Bereichen Industrie und Bau, wobei die aus einzelnen Erhebungen eingespeicherten Kennziffern eine unterschiedliche Speicherdauer haben. Der Abrechnungszeitraum/Stichtag für die ersten eingespeicherten Kennziffern liegt für die
- Arbeitskräfteberichterstattung im Jahr 1971,
- Beschäftigtengruppenerhebung im Jahr 1975,
- Schichtberichterstattung im Jahr 1976,
- Normenberichterstattung im Jahr 1974 und
- Qualifikationsberichterstattung im Jahr 1973.
Außerdem sei noch der Bereich Landwirtschaft in der Zentralen Datenbank Statistik erwähnt. Dort sind Daten über Anzahl und Ausbildungsstand der ständig Berufstätigen in der volkseigenen und genossenschaftlichen land- und Forstwirtschaft aus der Berichterstattung auf Formblatt 576 gespeichert, frühestens ab Abrechnungsjahr 1977.
Die Ergebnisse der unausgelösten Statistiken der Erwerbstätigkeit wurden nicht von der amtlichen Statistik der DDR archiviert, sondern von dem jeweiligen Staatsorgan, das die Erhebung/Erhebungen durchführte. Die entsprechenden Archive wurden mehrheitlich vom Bundesarchiv übernommen. Das gleiche trifft für den Zentralen Kaderdatenspeicher des Ministerrates der DDR zu. Für die Jahre 1980 und 1985 bis 1989sind im Bundesarchiv Personaldaten im Umfang von etwa 300.000 Datensätzen pro Jahrgang archiviert. Letztlich befindet sich auch der Datenspeicher GAV im Bundesarchiv. Dabei handelt es sich um Personaldaten im Umfang von 7,25 Millionen Datensätzen aus dem Erhebungszeitraum 1989. Sie liegen in zwei Fassungen vor. Während die nicht anonymisierte Fassung nur den Betroffenen zugänglich ist, steht die anonymisierte Fassung auch anderen Nutzern zur Verfügung.
Der sachgemäße Umgang mit den Daten der amtlichen Statistik der DDR erfordert z.T. Kenntnisse, insbesondere über die einzelnen Erhebungen und die entsprechende Methodik im Zeitverlauf, die über die in dieser Veröffentlichung dargelegten hinausgehen. Es sei daher auf die Dokumentation der Erwerbstätigenstatistik der DDR hingewiesen. Die komplette Dokumentation ist in der BRD an insgesamt 26 Standorten zugänglich, die im kleinen Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR (Fritz 2000, in HSR - Transition) im Einzelnen nachgewiesen sind. Sie umfasst insgesamt 5 Bände mit 10 Buchbinderbänden, und zwar
- den Einführungsband (u.a. enthält er Auszüge aus Rechtsgrundlagen, alle Systematiken der Volkswirtschaftszweige und ein Sachwortverzeichnis für die gesamte Dokumentation),
- das Handbuch (enthält die wichtigsten Informationen mit Stand 1989),
- den Ergänzungsband 1 (Definitionen – Auszüge aus nahezu allen Ausgaben),
- den Ergänzungsband 2 (Erhebungsunterlagen aus dem gesamten Existenzzeitraum der amtlichen DDR-Statistik, 5 Buchbinderbände) und
- den Ergänzungsband 3 (Methodik der durchgeführten Rückrechnungen, Systematiken und Koeffizienten, 2 Buchbinderbände).
Auf einige spezifische Aspekte der Erwerbstätigenstatistik, die bei der Arbeit mit Originalergebnissen zu beachten sind, wurde in den bisherigen Darlegungen bereits aufmerksam gemacht. Rahmenbedingungen besonderer Art und aus der Sicht der amtlichen Statistik der DDR allgemeinen Charakters sollen im Folgenden kurz beschrieben werden. Es handelt sich dabei um die zur sogenannten vereinfachten Planung synchron ins Leben gerufene vereinfachte Abrechnung. Das Anliegen bestand darin, den u.a. durch statistische Erhebungen verursachten Verwaltungsaufwand in kleineren oder zum Teil auch mittleren Betrieben nicht unverhältnismäßig anwachsen zu lassen bzw. zu senken. Das geschah durch eine Verringerung des Volumens der abzurechnenden Kennziffern und/oder der Häufigkeit der Erfassung, verbunden mit geringeren Anforderungen an die Nachweisführung auch im Rahmen der Arbeitskräfterechnung. Die ersten diesbezüglichen rechtlichen Festlegungen wurden mit der Verordnung über vereinfachte Anforderungen an Rechnungsführung und Statistik vom 8. September 1972 und die entsprechende Anordnung vom 22. September 1972 erlassen. Gültig waren die Regelungen zur vereinfachten Abrechnung ab 1973. Einbezogen wurden zunächst örtlich geleitete Betriebe. Ab 1974 erfolgte eine Ausdehnung auf ausgewählte zentral geleitete Betriebe, wobei dieser Betriebskreis jährlichen Änderungen unterworfen war, diese Änderungen hatten jedoch keine gravierenden Auswirkungen auf die Ergebnisse. Wichtig ist es jedoch, bei der Arbeit mit Originalergebnissen darauf zu achten, auf welchen Betriebskreis sich das jeweilige Erhebungsergebnis bezieht (voll abrechnende, vereinfacht abrechnende oder voll und vereinfacht abrechnende Betriebe). Sollte ein direkter Vergleich von Daten durch unterschiedliche Betriebskreise gestört sein, muss ggf. auf die Verwendung absoluter Angaben verzichtet und, so kein kausaler Zusammenhang des betrachteten Merkmals zur Betriebsgröße vorliegt, auf die ausschließliche Betrachtung relativer Werte ausgewichen werden. In der Erwerbstätigenstatistik waren lediglich zwei Erhebungen nicht von den genannten Regelungen tangiert. Es waren dies die Berufstätigenerhebung, die (mit den bekannten Einschränkungen) als Totalerhebung konzipiert war, und die Normenberichterstattung. Bei letzterer war dem Anliegen der vereinfachten Abrechnung durch die Begrenzung der Berichtspflicht in Abhängigkeit von der Betriebsgröße bereits Genüge getan; eine Abhängigkeit von Planungsregelungen war außerdem nicht gegeben. Bis Mitte der achtziger Jahre wurden die Regelungen zur vereinfachten Abrechnung schrittweise abgebaut. In der Erwerbstätigenstatistik fanden sie letztmalig 1984 Anwendung, und zwar bei der Schichtberichterstattung.
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Weitere Publikationen von Wolfgang Fritz:
Fritz, W., 2000: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. Zentrum für Historische Sozialforschung. HSR - Transition, Vol. 2. Im Internet unter:
http://www.hsr-trans.de/.
Fritz, W., 2000: Chronik der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in Deutschland. HSR - Transition Vol. 5. Im Internet unter:
http://www.hsr-trans.de/.
Fritz, W., u. a., 1996: Handbuch der Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR, 10 Bände, Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.), Berlin.
Fritz, W., 1997: Die amtliche Erwerbstätigenstatistik in der DDR. In: Historical Social Research, Historische Sozialforschung, 22. Jg., Nr. 3/4, Sonderheft: 20 Jahre Zentrum für Historische Sozialforschung, Teil II: Politik und Gesellschaft, S. 300-357.
Die folgenden Abschnitte sind zitiert aus:
Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Ein
fragmentarischer Abriss: Darstellung, Quellen, Daten, Definitionen, Chronik. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
(1) Ausgewählte Definitionen der DDR – Statistik (Fritz, W., a.a.O., S. 249):
Eine ausführliche Zusammenstellung von Begriffen zur DDR-Statistik findet sich bei: Wolfgang Fritz: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. Das Lexikon steht als Volume 2 (2000) der Reihe Historical Social Research, HSR - Transition im INTERNET zur freien Verwendung zur Verfügung (http://www.hsr-trans.de). In diesem Lexikon werden jene Erhebungskennziffern definiert, Begriffe erläutert und Hilfsmittel der statistischen Arbeit beschrieben, deren Kenntnis für das Verständnis der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR sowie die Erschließung und die fehlerfreie, treffsichere Interpretation ihrer Erfassungsergebnisse dem Autor unerlässlich erschien. Das bedeutete gleichzeitig den Verzicht auf die Aufnahme solcher Begriffe, die zwar der Erwerbstätigenstatistik zuzurechnen, nicht aber der skizzierten Zielstellung dienlich sind (wie z.B. der Begriff Beschäftigtengrad). Bei der Bearbeitung des Wortschatzes stand wegen angestrebter hoher Nutzerfreundlichkeit weniger bis ins Detail ausgefeilte wissenschaftliche Präzision, als vielmehr gebrauchsfreundliche, praxisnahe Darstellung im Vordergrund. Historische Aspekte wurden dabei weitestgehend berücksichtigt. So wird demzufolge nicht nur der zuletzt gültige Stand wiedergegeben, sondern es wurde auch der Versuch unternommen, die Wandlung von Begriffen und/oder Begriffsinhalten erforderlichenfalls in die Darstellung mit einzubeziehen oder durch Verweise zu verdeutlichen. Schließlich wurde eine große Anzahl von Verweisbegriffen mit aufgenommen.
(2) Begriff Erwerbstätige (Fritz, W., a.a.O., S. 256f):
Als erwerbstätig gelten Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen (einschl. Soldaten), ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft selbständig bzw. in einer Genossenschaft betreiben oder einen freien Beruf ausüben sowie Mithelfende Familienangehörige. Auch Auszubildende (Lehrlinge) zählen zu den Erwerbstätigen. Bei den Volks- und Berufszählungen in der ehemaligen DDR wurde ab 1964 für diesen Personenkreis (unter Ausklammerung der Auszubildenden) der Begriff „Wirtschaftlichtätige“ angewendet. Als Erwerbstätige galten auch Personen mit länger ruhendem Arbeitsverhältnis (z.B. Mütter, die wegen der Geburt eines Kindes beurlaubt waren).
„Der Begriff der „Erwerbstätigen“ war in der amtlichen Statistik der DDR nicht im Gebrauch. Sinnverwandt ist der Begriff Berufstätige, jedoch nicht inhaltsgleich, da er im Gegensatz zu den Erwerbstätigen nicht die Lehrlinge und auch nicht die Mütter in der bezahlten Freistellung (entspricht Müttern im Erziehungsjahr) einbezieht. Zahlenangaben über Berufstätige enthalten außerdem, obwohl per Definition nicht ausgeschlossen, nicht die Berufstätigen im x-Bereich. Von Erwerbstätigen kann man also ausnahmslos nur dann sprechen, wenn die definitorischen und erhebungsbezo¬genen Unterschiede im Ergebnis einer Rückrechnung überwunden und somit die methodische Vergleichbarkeit zur BRD-Statistik gesichert wurde. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt und es wird mit Daten aus den Originalergebnissen oder aus Veröffentlichungen der DDR gearbei¬tet, so müssen, um Fehlinterpretationen auszuschließen, die Begriffe der DDR-Statistik ver¬wandt werden. Werden Vergleiche zu BRD-Angaben vorgenommen, empfiehlt sich bei Ver¬wendung nicht rück gerechneter DDR-Angaben gleichzeitig die Bewertung der Auswirkungen der methodischen Unterschiede auf die angestrebte Aussage“.
(3) Erfassungsprinzipien der Erwerbstätigenstatistik (Fritz, W., a.a.O., S. 257f):
Unternehmensprinzip, Arbeitsortprinzip und Wohnortprinzip. Die Zusammenhänge stellten sich aus Sicht eines Kreises wie folgt dar:
(1) Berufstätige nach dem Unternehmensprinzip (Kriterium: Sitz des Betriebes)
(2) + Berufstätige in Nebenbetrieben, deren Betrieb in einem anderen Kreis lag
(3) - Berufstätige in Nebenbetrieben anderer Kreise, deren Betrieb im eigenen Kreis ansässig war
(4) = Berufstätige nach dem Arbeitsortprinzip (Kriterium: Arbeitsort des Berufstätigen)
(5) + Auspendler (Einwohner des Kreises, die in einem anderen Kreis arbeiteten)
(6) - Einpendler (Einwohner anderer Kreise, die im Kreis arbeiteten)
(7) = Berufstätige nach dem Wohnortprinzip (Kriterium: Wohnort des Berufstätigen)
Datenquellen:
(1) Berufstätigenerhebung (Erfassung; Ergebnisse bis 1971)
(2) und (3) Nebenbetriebserfassung im Rahmen der Berufstätigenerhebung
(4) Berufstätigenerhebung (territorial bereinigte Ergebnisse ab 1972)
(5) und (6) Teilerhebung über Pendler per 15. Oktober 1957, Volks- und Berufszählungen (1950, 1964, 1971 und 1981)
(7) Volks- und Berufszählungen
Da für die territoriale Bilanzierung der Bevölkerung und der Arbeitskräftereserven jährlich Berufstätigenangaben nach dem Wohnortprinzip benötigt wurden, waren in den Jahren, in denen keine Angaben über Arbeitspendler erfasst wurden, entsprechende Schätzungen vorzu¬nehmen.
(4) Begriff Berufstätige (Fritz., a.a.O., S. 253):
Im Arbeitsprozess stehende Personen:
- Arbeiter und Angestellte, mitarbeitende Mitglieder und Kandidaten der Produktionsgenossenschaften und Rechtsan¬waltskollegien, tätige Komplementäre, tätige Inhaber, tätige Mitinhaber, tätige Pächter, ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausübende Personen (Freiberuflich Tätige) und Mithelfende Familienangehörige.
Nicht hierzu zählten:
- Familienangehörige der LPG-Mitglieder, die nur in der individuellen Hauswirtschaft tätig waren,
- Lehrlinge (auch dann, wenn sie Mitglied oder Kandidat einer Produktionsgenossenschaft waren; diese Regelung galt ab 1960, bis 1959 wurden Lehrlinge einbezogen) und
- Mütter in der bezahlten Freistellung (Ausnahme: Berufszählung 1981).
Bis Mitte der sechziger Jahre war der Begriff Beschäftigte gebräuchlich. Dieser Begriff ist jedoch nicht mit dem gleich lautenden der BRD-Statistik identisch. Beispielsweise wurden in der BRD-Statistik die Lehrlinge einbezogen, nicht aber die Heimarbeiter.
(5) Der sogenannte x-Bereich (Fritz, W., a.a.O., S. 58):
Unter x-Bereich verstand man jene aus der Sicht der Parteiführung der SED sensiblen Teile der Gesellschaft, deren statistische Erfassung der amtlichen Statistik bis einschließlich 1988 prinzipiell untersagt war. Die Ergebnisse der Berufstätigenerhebung und die darauf fußenden veröffentlichten Daten enthalten also keine Angaben über den x-Bereich, was natürlich gleichermaßen auch auf alle anderen Erhebungen der hier behandelten Fachstatistik zutrifft. Angaben über die Beschäftigten in diesem Bereich sind lediglich unter Verwendung von Berufszählungsangaben rekonstruierbar. Eine Ausnahme bildet das Jahr 1989, in dem auf der Grundlage von Beschlüssen des Politbüros der SED und des Ministerrates Teilerfassungen durchgeführt wurden. Der Hintergrund dazu war, dass der x-Bereich auch nicht Gegenstand der zentralen Planung der Arbeitskräfte und der Nettogeldein¬nahmen war. Da der nicht erfasste Bereich inzwischen 726,9 Tausend Beschäftigte umfasste, war die Wirksamkeit dieser Planteile von vornherein stark beeinträchtigt.
Bestandteile des x-Bereiches waren:
- Ministerium für Nationale Verteidigung, Nationale Volksarmee, Grenztruppen, Zivilbe¬schäftigte, Zivilschutz,
- Ministerium des Innern, Polizei, Feuerwehr, Strafvollzug,
- Staatssicherheit,
- Zollverwaltung,
- Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellter Betriebe und Einrichtungen,
- Bereich kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel,
- Spezialbau Potsdam,
- SDAG Wismut,
- Parteien und deren Betriebe, gesellschaftliche Organisationen und
- Kirchen (nur Pfarrer, Priester, Bischöfe; Arbeiter und Angestellte wurden im Rahmen der Berufstätigenerhebung erfasst).
Eines kommt noch erschwerend hinzu. Es war der amtlichen Statistik nicht nur die Erfassung, sondern auch jeglicher Hinweis auf die Nichterfassung einschließlich der präzisen Definition des x-Bereiches untersagt. So findet man eine einigermaßen treffende Beschreibung des Bereiches letztmalig im Statistischen Jahrbuch 1957. Ab 1962 findet sich in den Statistischen Jahrbüchern lediglich noch der Hinweis, dass Beschäftigte gesellschaftlicher Organisationen nicht enthalten seien. Aber nicht nur die Publikationen, auch die Originalergebnisse enthalten keinerlei Hinweis auf die Nichterfassung des x-Bereiches, geschweige denn seine genaue Umschreibung. Damit wurden statistische Angaben fehldeutbar, obwohl die Daten für die erfassten Bereiche eine hohe Genauigkeit aufweisen. Es ist daher bei der Arbeit mit Originalergebnissen wichtig, stets die möglichen Konsequenzen für die Deutung der Daten zu bedenken und wenn sie nicht quantifizierbar sind, sie zumindest verbal zu umschreiben.
(6) Allgemeine Charakteristik und Qualität der Daten (Fritz, W., a.a.O., S. 55-58):
Quellen für Daten über die Erwerbstätigkeit waren in der amtlichen Statistik der DDR die
- insgesamt vier, zusammen mit Volkszählungen durchgeführten Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981),
- durch den statistischen Dienst der DDR durchgeführten spezifischen Erhebungen auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit,
- Arbeitsstättenstatistiken sowie bereichsspezifischen, durch die SZS durchgeführten, Be¬richterstattungen mit Erwerbstätigenangaben sowie
- durch staatliche Verwaltungsorgane (außerhalb des statistischen Dienstes) veranstalteten statistischen Erfassungen zur Thematik der Erwerbstätigkeit.
Die Spezifika der einzelnen Kategorien sind in den jeweiligen Abschnitten in W. Fritz (2001) einer näheren Betrachtung unterzogen. Zu den unausgelösten Statistiken findet man darüber hinaus zusätzliche Wertungen. Vorweggenommen sei hier, dass aus mehrerlei Gründen die (ausgelösten) amtlichen Erwerbstätigenstatistiken eine besondere Bedeutung hatten. Dies nicht nur deshalb, weil die Thematik der Erwerbstätigkeit ihr Hauptgegenstand war, sondern auch, weil es sich um Erhebungen des laufenden, also relativ kurzzeitig periodisch durchge¬führten Berichtswesens handelte, mit denen ein bemerkenswertes Merkmalsspektrum erfasst wurde. Im Jahre 1989 beispielsweise wurden mit diesen Berichterstattungen Daten zu insge¬samt 725 verschiedenen Kennziffern erhoben. Aus diesem Grunde beziehen sich die folgenden Darlegungen vordergründig auf diese Kategorie der Statistiken der Erwerbstätigkeit in der DDR.
Jegliche amtliche Statistik erhält Aufgaben und Prägung vom jeweiligen gesellschaftlichen System, in dem sie existiert. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass das Erscheinungsbild der Erwerbstätigenstatistik der DDR völlig anders geartet war, als das der analogen Statisti¬ken im Deutschen Reich oder in der BRD. Während des gesamten Existenzzeitraumes der amtlichen Statistik der DDR wurden im Rahmen der ausgelösten Erwerbstätigenstatistik lediglich zwei Stichprobenerhebungen durchgeführt. Es handelte sich dabei um eine repräsentative Untersuchung des natürlichen Abgangs (Tod, Invalidität, Erreichung der Rentenaltersgrenze) per 31. August 1955 und eine Teilerhebung über Arbeitspendler zum Stichtag 15. Oktober 1957. Abgesehen von diesen beiden Ausnahmen kannte die Erwerbstätigenstatistik der DDR weder Stichprobenerhebungen noch sekundärstatistische Erfassungen. Ihr Charak¬ter war, wie das des gesamten zentralisierten Berichtswesens, „primär von der Aufgabe ge¬prägt, Daten für die Ausarbeitung des Planes, für die Kontrolle seiner Erfüllung sowie für darüber hinaus gehende Fragestellungen der Wirtschaftslenkung zu liefern. Das Wirtschaftssystem der weitgehend zentralisierten Planwirtschaft schloss die bis dahin dominierenden Methoden und Verfahren der Erwerbstätigenstatistik aus und erforderte den vordergründigen Bezug auf den Betrieb sowie die Vollständigkeit der Erfassung im Rahmen des durch die Pla¬nung bestimmten Betriebskreises“.
Dieser Zwang zur Vollständigkeit der Erfassung war einerseits nachteilig, da einige angestrebte Aussagen mittels Teilerhebungen mit hinreichender Genauigkeit mit weniger Aufwand hätten ermöglicht werden können. Andererseits schloss er über einen Vorzug ein – die hohe Aussagekraft der erfassten Daten, selbst bei tiefgehender Merkmalsgliederung. Beispielsweise wurden mit der Berufstätigenerhebung im Jahre 1989 immerhin rund 92 Prozent aller Berufstätigen der DDR erfasst. Bezogen auf die (mit der BRD-Statistik vergleichbare) Zahl der Erwerbstätigen wurden mit der Arbeitskräfteberichterstattung im gleichen Jahr rund 73 Prozent mindestens vierteljährlich abgerechnet.
Am Rande noch eine Bemerkung zur Planabrechnung. Sie gehörte systembedingt zu den wich¬tigsten Aufgaben der amtlichen Statistik der DDR. Daraus jedoch den Schluss zu ziehen, die amtliche Statistik der DDR sei auf Planabrechnung zu reduzieren, ist unzulässig und würde den Gegebenheiten widersprechen. Auf dem Gebiet der amtlichen Erwerbstätigenstatistik dienten im Jahre 1989 lediglich 4,8 Prozent der erfassten Kennziffern der Plan¬ab¬rechnung (bezogen auf die Betriebspläne; bezogen auf den Volkswirtschaftsplan waren es 1,4 Prozent). Die restlichen 690 Kennziffern waren nicht Gegenstand irgendwelcher Pläne und damit auch nicht der Planabrechnung. So hatten komplette Erhebungen der Erwerbstätigenstatistik keinerlei Bezug zur Planabrechnung (Beschäftigtengruppenerhebung, Berufstätigenerhebung, Normenberichterstattung) und bei zwei Erhebungen dienten nur wenige Kennziffern der Abrech¬nung des Planes (Schichtberichterstattung, Qualifikationsberichterstattung). Selbst in der Arbeitskräfteberichterstattung, die in besonderem Maße der Planabrechnung diente, stand eine ganze Reihe von Kennziffern und Kennziffernkomplexen nicht in einem Bezug zum Volkswirtschaftsplan oder zu Betriebsplänen (beispielsweise Kennziffern zum Nettolohn, zu Beträgen des Arbeitseinkommens, zum Belegschaftswechsel oder zu einer Reihe von Ausfallzeitkennziffern).
Da einerseits gelegentlich noch immer eine gewisse Unsicherheit beim Umgang mit Daten aus der amtlichen Statistik zu beobachten ist, andererseits die Nutzung dieser Daten die Kenntnis bestimmter Zusammenhänge und Gegebenheiten voraussetzt, sollen an dieser Stelle einige Ausführungen zur Qualität der Daten der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR gemacht werden.
Für das hier behandelte Spezialgebiet der Statistik kann zunächst grundsätzlich festgestellt werden, dass die vorliegenden Daten überwiegend den Ansprüchen an eine solide Statistik ge¬nügen und bei Kenntnis der methodischen und erhebungstechnischen Rahmenbedingungen eine solide Basis für eine erfolgreiche Forschung darstellen. Dieses Urteil wird nicht zuletzt gestützt durch die bei der Rückrechnung und bei den bisherigen Forschungen gesammelten Erfahrun¬gen. Die Betriebe haben in aller Regel in dem gegebenen methodischen Rahmen ordnungsge¬mäß abgerechnet. Zudem gab es für sie bei den Statistiken über Beschäftigung und Beschäf¬tigte kaum eine Motivation für Falschmeldungen. Der Arbeitskräfteplan gehörte zu den weni¬gen Planteilen, bei denen inhaltsbedingt eine Untererfüllung wünschenswert gewesen wäre, nicht zuletzt vielleicht auch im Sinne einer freundlicheren Darstellung der Produktivitätsent¬wicklung. Von Manipulationen in dieser Richtung hatten die Unternehmen jedoch keine Vor¬teile zu erhoffen, sondern durch den Zusammenhang von Abrechnung/Plan des Folgejah¬res/Bildung des Prämienfonds Nachteile zu befürchten – eine wirkungsvolle Prävention. Im Rahmen der Datenbe- und -verarbeitung boten Aufbau und Arbeitsweise des statistischen Dienstes sowie die hohe Qualifikation der Mitarbeiter (Mitte Sep¬tember 1990 hatten über 56 Prozent der Mitarbeiter eine wissenschaftliche Ausbildung) gute Voraussetzungen für eine hohe Datenqualität. Manipulationen durch die Organe der amtlichen Statistik, etwa zur Vortäuschung einer erfreulicheren Planerfüllung, gab es nicht. Selbst die aus diesem Anlass auf anderen Gebieten nicht all zu selten vorgenommenen (von den Organen der Statistik nicht zu verantwortenden) sogenannten Planpräzisierungen kamen bei der Arbeitskräfteplanabrechnung nur sehr selten und in völlig vernachlässigbarem Ausmaß vor.
Eine Zusammenstellung von Meinungsäußerungen, Standpunkten und Einschätzungen allgemein zur Statistik und statistischen Ergebnissen aus der DDR findet sich in: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1999: DDR-Statistik. Grundlagen, Methoden und Organisation der amtlichen Statistik der DDR 1949 bis 1990. Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 34. Wiesbaden, S. 356-394.
(7) Berufszählungen (Fritz, W., a.a.O., S. 61):
Berufszählungen wurden in der DDR ausnahmslos zusammen mit Volkszählungen, in zwei Fällen darüber hinaus mit Wohnraum- und Gebäudezählungen durchgeführt. In die Erfassun¬gen wurden alle Personen einbezogen, die ihren ständigen Wohnsitz in der DDR hatten. Erfas¬sungseinheit war in der Regel der Privathaushalt, über den mittels einer Haushaltsliste die An¬gaben über alle zum Haushalt gehörenden Personen gesammelt wurden, bzw. die in einem sogenannten Anstaltshaushalt lebende Person (z.B. Bewohner im Seniorenheim). Insgesamt wurden in der DDR vier Zählungen durchgeführt, und zwar an den Stichtagen
31. August 1950,
31. Dezember 1964,
1. Januar 1971 und
31. Dezember 1981.
Zu den beiden erstgenannten Stichtagen erfolgten Volks- und Berufszählungen, denen sich zwei Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählungen (VBWGZ) anschlossen. Alle diese Zählungen wurden im Wesentlichen nach den gleichen inhaltlich-methodischen und organisa¬torischen Grundsätzen durchgeführt.
Den Berufszählungen kam im Rahmen der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit eine be¬sondere Bedeutung zu. Ausschließlich mit ihnen wurden Angaben über Beschäftigte nach dem Wohnortprinzip, über Arbeitspendler und über die Berufsstruktur der Berufstätigen ermittelt. Hinzu kam in der DDR insbesondere, dass es unvermeidlich war, mit Volks- und Berufszählun¬gen auch jene Beschäftigten zu erfassen, deren Einbeziehung in andere Statistiken der Erwerbs¬tätigkeit der SZS untersagt war (Beschäftigte im nicht geplanten Teil des volkseige¬nen Sektors, dem sogenannten x-Bereich. Dadurch ist es möglich, die Gesamtzahl der Beschäftigten im x-Bereich durch einen Vergleich der Berufszäh¬lungsergebnisse mit den Ergebnissen der Berufstätigenerhebung (siehe nächsten Abschnitt) unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Stichtage näherungsweise zu berechnen. Dieser Umstand wurde im Rahmen der Vergleichbarmachung von Daten der amtlichen DDR-Statistik zu denen der BRD-Statistik (= Rückrechnung) genutzt. Eine differenzierte Darstellung der Beschäftigten im x-Bereich mittels der Ergebnisse der Berufszählungen war und ist jedoch nicht möglich.
(8) Die amtlichen Erwerbstätigenstatistiken (Fritz, W., a.a.O., S. 65-67):
Obwohl der Begriff Erwerbstätigenstatistik ansonsten ungebräuchlich ist, wird er hier dennoch verwandt, um die Deckungsgleichheit zu einer entsprechenden Dokumentation der DDR-Statistiken zu gewährleisten (vgl. Fritz, W. u.a., 1996: Handbuch der Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR, 10 Bände, Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.). Berlin). Er entstand nach dem Ende der Existenz der amt¬lichen DDR-Statistik in Anlehnung an die Begriffswelt der amtlichen BRD-Statistik (dort gibt es ein Arbeitsgebiet Erwerbstätigkeit bzw. spricht man von Statistiken der Erwerbstätigkeit). Geprägt wurde er mit dem Beginn der Arbeiten an einem Katalog der ehemaligen Statistiken der DDR, der allerdings bedauerlicherweise aus kapazitiven Gründen nie fertig gestellt wurde. Dabei wurde es für zweckmäßig erachtet, beim Aufbau und Erscheinungsbild des Kataloges, so es irgend möglich war, eine Analogie zu entsprechenden Veröffentlichungen der BRD-Statistik herzustellen. Damit war eine weitestgehende Übernahme der Begriffe bzw. eine Anlehnung an diese verbunden. Diesem Ansatz folgend wurde bei allen Dokumentationsarbeiten und entspre¬chenden Veröffentlichungen von folgender Definition ausgegangen:
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik umfasst all jene bereichsübergreifenden Erhebungen der ausgelösten amtlichen DDR-Statistik, deren Durchführung die Erfassung statistischer Daten ausschließlich oder überwiegend zur Erwerbstätigkeit und zu Erwerbstätigen zum Ziel hatte.
Aus dieser Definition ergibt sich eine Reihe von Konsequenzen:
- Betrachtungsgegenstand ist ausschließlich das sogenannte zentralisierte, d.h. das von der SZS bzw. vom Statistischen Amt der DDR durchgeführte Berichtswesen. Das einem Genehmi¬gungsverfahren unterliegende fachliche Berichtswesen bleibt unberücksichtigt. Zum fachlichen Berichtswesen gehören auch der Datenspeicher Gesellschaftliches Arbeitsvermögen und der Zentrale Kaderdatenspeicher des Ministerrates.
- Ausgeschlossen sind ebenfalls die Berufszählungen. Da sie in der DDR stets zusammen mit Volkszählungen durchgeführt wurden, wurde von einer Dominanz des bevölkerungsstatistischen Charakters ausgegangen.
- Da die Definition nur Erhebungen ganzheitlich (nicht auch Teile von Erhebungen) einschließt und das auch nur dann, wenn der dem definierten Begriff entsprechende Beobachtungsgegenstand in der jeweiligen Erhebung dominiert, sind mit Bereichsstatistiken erfasste Kennziffern nicht in den Begriff der Erwerbstätigenstatistik impliziert.
- Aus dem gleichen Grunde werden andererseits mit Erhebungen der Erwerbstätigenstatistik erfasste sachfremde Kennziffern nicht aus den Betrachtungen ausgeschlossen. Es handelt sich dabei u.a. um Kennziffern zum Einkommen, da die DDR-Statistik keine Trennung der Aufgabengebiete Erwerbstätigkeit einerseits sowie Löhne und Gehälter andererseits kannte (was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass es keine gesonderten Erhebungen zu Einkommensmerk¬malen gegeben hat). Betroffen sind auch Kennziffern der Bildungsstatistik, so zur Erwachse¬nenaus- und -weiterbildung sowie zum Absolventenzugang aus dem Direktstudium an Hoch- und Fachschulen.
Nach dem Stande von 1989 sind entsprechend der Definition folgende Erhebungen der amtlichen Statistik der DDR als der Erwerbstätigenstatistik zugehörig zu betrachten:
- Berufstätigenerhebung,
- Arbeitskräfteberichterstattung,
- Beschäftigtengruppenerhebung (zuletzt firmierend als Berichterstattung über die Arbeiter und Angestellten nach Arbeitsbereichen und Tätigkeitshauptgruppen),
- Schichtberichterstattung,
- Normenberichterstattung und die
- Qualifikationsberichterstattung.
Diese Berichterstattungen wurden, mit Ausnahme der letztgenannten, in der amtlichen Statistik der DDR als Arbeitskräftestatistiken (die Begriffe Arbeitskräfte, Berufstätige und Beschäftigte wurden in der DDR sinngleich verwandt) bezeichnet. Die Qualifikationsberichterstattung wurde der Bildungsstatistik zugeordnet. Dies geschah jedoch weniger aus sachlichen Erwä¬gungen, hier waren mehr formale Gründe ausschlaggebend (die Erhebung wurde im Sektor Bildungsstatistik bearbeitet).
Aus historischer Sicht sind außerdem nachfolgend aufgeführte Berichterstattungen der Er¬werbstätigen¬statistik zuzuordnen, die nur vorübergehend durchgeführt und später in andere Erhebungen integriert wurden:
- Ermittlung der Produktionsarbeiter nach der Art der Tätigkeit (erhoben 1959 bis 1971 und 1973) und die
- Erhebung über die Erwachsenenqualifizierung (durchgeführt 1960 bis 1975).
Ebenfalls aus historischer Sicht sind noch zwei einmalig durchgeführte Teilerhebungen zu nennen, die aber im Folgenden nicht näher behandelt werden. Es handelt sich dabei um eine reprä¬sentative Untersuchung des natürlichen Abgangs (Tod, Invalidität, Erreichung der Renten¬altersgrenze) per 31. August 1955 und eine Teilerhebung über Pendler (Arbeitspendler) zum Stichtag 15. Oktober 1957.
Anmerkungen zu den Tabellen mit rückgerechneten Zahlen des Statistischen Bundesamtes
(1) Vom Statistischen Bundesamt rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR (D-Tabellen):
Die Ergebnisse der Rückrechnung der DDR-Statistik wurden überwiegend von Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe enthalten sind (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden).
Rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR wurden im Heft 14 der Sonderreihe publiziert: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Erwerbstätige 1950 bis 1989, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 14. Wiesbaden, S. 7-13).
„Mit diesem Heft werden mit den Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung für das frühere Bundesgebiet vergleichbare Angaben vorgelegt:
Die Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR stützte sich hauptsächlich auf die in größeren Abständen (1950, 1964, 1971, 1981) durchgeführten Volks- und Berufszählungen und die jährlich seit 1952 durchgeführten Berufstätigenerhebungen.
Für bereichsspezifische Aussagen und zur Beantwortung von Detailfragen zur Erwerbstätigkeit gab es weitere amtliche Statistiken. Dazu gehörten beispielsweise die Arbeitskräfteberichterstattung mit den Merkmalskomplexen Arbeitskräfte und deren Struktur im Jahresdurchschnitt, Lohn- und Gehaltssumme, Arbeitszeit und Ausfallzeiten und eine Berichterstattung zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten. Im Gegensatz zu den Volks- und Berufszählungen und den jährlichen Berufstätigenerhebungen war der
Erhebungsumfang bei den anderen Statistiken auf bestimmte Unternehmen und auf Einrichtungen des Staates und von Organisationen ohne Erwerbszweck begrenzt.
Mit den Volks- und Berufszählungen waren keine Arbeitsstättenzählungen verbunden, so dass sich sämtliche Ergebnisse auf die Befragung von Personen gründeten …
Die Untergliederung nach der Stellung im Beruf erfolgte nach: Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder, Selbständige und mithelfende Familienangehörige .
Die Anzahl der Erwerbstätigen in der ehemaligen DDR wurde mit diesen Ergebnissen nicht vollständig ausgewiesen. Der umfassende Charakter dieser Erhebung war durch die Nichteinbeziehung von Bereichen, Unternehmen und Einrichtungen des sogenannten „X-Bereiches“ eingeschränkt. Zum „X-Bereich“ gehörten u.a. die Armee, Polizei, Staatssicherheit, Parteien und Organisationen, SDAG Wismut und Zentrag. Im Jahr 1989 betrug die Anzahl der in der amtlichen Statistik nicht erfassten Beschäftigten (einschließlich Soldaten) über 750.000, das waren mehr als sieben Prozent der Erwerbstätigen.
Mit diesem Heft werden mit den Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung für das frühere Bundesgebiet vergleichbare Angaben vorgelegt. Im Rahmen der Rückrechnung wurden dafür Daten aus der amtlichen Statistik der ehemaligen DDR wirtschaftsfachlich, hinsichtlich der Stellung im Beruf und nach der Länderstruktur (Gebietsstand Ende 1990) neu zugeordnet und um angaben aus weiteren Quellen vervollständigt.
Die wirtschaftsfachliche Vergleichbarmachung beinhaltete die Neuzuordnung bzw. Umrechnung von Einzeldaten bzw. Summen von der „Systematik der Volkswirtschaftszweige der DDR, Ausgabe 1985“ zur „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“ …
Die Notwendigkeit der Vergleichbarmachung bei der Differenzierung der Daten nach der Stellung im Beruf leitete sich aus dem unterschiedlichen Inhalt der Begriffe Erwerbstätige in der Statistik des früheren Bundesgebietes und Berufstätige in der ehemaligen DDR ab.
Zu den Berufstätigen rechneten nicht die Auszubildenden (Lehrlinge) und die sich im Erziehungsurlaub (Freistellung nach dem Wochenurlaub) befindenden Personen. Für letztere ruhte während dieser Freistellzeit das Arbeitsverhältnis bzw. die Tätigkeit bei Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen.
Die Stellung im Beruf „Genossenschaftsmitglied“ gab es nur in der ehemaligen DDR.
Die Vervollständigung der im Rahmen der Rückrechnung mit der wirtschaftssystematischen Gliederung und den methodischen Grundsätzen der Bundesstatistik vergleichbar gemachten Erhebungsdaten bezog sich auf den „X-Bereich“ und die Personen im Erziehungsurlaub.
Für den „X-Bereich“ war die Einbeziehung in die Rückrechnungsergebnisse durch die komplizierte Quellensituation, insbesondere für die Regionalisierung, einerseits erschwert, durch Konzentration auf wenige Wirtschaftszweige bei der wirtschaftlichen Gliederung andererseits vereinfacht. Bei der Bestimmung der Gesamtzahl und der Länderstruktur des „X-Bereichs“ spielten die Ergebnisse der Berufszählungen eine wesentliche Rolle. Hauptsächlich betraf der „X-Bereich“ die Wirtschaftsabteilungen „Organisation ohne Erwerbszweck“ und „Gebietskörperschaften einschließlich Soldaten“. Personen im Erziehungsurlaub (1989 = 125000) waren dagegen bei allen Wirtschaftszweigen in die Erwerbstätigenzahlen einzubeziehen.
Abschließender Arbeitsschritt der Rückrechnung war die Umrechnung der stichtagsbezogenen Angaben in Jahresdurchschnitte“.
Die Angleichungen mit Hilfe spezieller Rückrechnungsmethoden und -instrumentarien betrafen folgende Teile der Erwerbstätigenstatistik der ehemaligen DDR:
- Wirtschaftssystematische Angleichung der Erhebungsdaten und –ergebnisse aus der amtlichen Statistik der ehemaligen DDR (nach der Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für die Arbeitsstättenzählung);
- Angleichung nach der Stellung im Beruf. Die Zusammenfassung der Positionen Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder und Lehrlinge entspricht der Stellung im Beruf „Abhängige“. Einbezogen wurden in die Angaben über „Abhängige“ die Arbeiter und Angestellten(einschließlich Soldaten) aus dem „X-Bereich“ sowie die Arbeiter und Angestellten und die Genossenschaftsmitglieder, die sich im Erziehungsurlaub (Mütter in der Freistellung) befanden. Bei den selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag eine unmittelbare Vergleichbarkeit vor. Die Angaben wurden ebenfalls um die Personen im Erziehungsurlaub vervollständigt.
- Ermittlung der Beschäftigten im „X-Bereich“ (Armee einschließlich Zivilbeschäftigte und Zivilschutz, Polizei, Feuerwehr, Strafvollzug, Zoll, Staatssicherheit, Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellte Betriebe und Einrichtungen, Bereich Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel, Spezialbau Potsdam, SDAG Wismut und Parteien und deren Betriebe sowie gesellschaftliche Organisationen).
Ermittlung des Jahresdurchschnitts: Bei den entsprechend der bisherigen methodischen Erläuterungen errechneten Daten handelt es sich um Stichtagsangaben. Zur Sicherung der mit der Rückrechnung angestrebten Vergleichbarkeit werden jedoch Jahresdurchschnittsangaben benötigt. Die Ermittlung wurde wie folgt vorgenommen:
Zunächst wurde für die Erwerbstätigen insgesamt ein Jahresdurchschnittswert errechnet, der aus folgenden Bestandteilen besteht:
- vom Statistischen Amt der DDR bereits veröffentlichte Jahresdurchschnittsangaben für Beschäftigte und Lehrlinge, die überwiegend im Rahmen der Planabrechnung mittels der Arbeitskräfteberichterstattung von den berichtspflichtigen Einheiten erfasst und nur zu einem geringen Teil aus Stichtagsangaben errechnet wurden;
- Zurechnungen (X-Bereich, Mütter in der Freistellung).
Die über die Rückrechnung ermittelte Stichzahl je Jahr wurde anschließend mit der Jahresdurchschnittszahl verglichen. Bei größeren Abweichungen wurde ein Koeffizient ermittelt, mit dessen Hilfe sämtliche Stichtagsangaben des jeweiligen Jahres in Jahresdurchschnitte umgerechnet wurden. Für Jahre mit geringfügigen Abweichungen (1955, 1975 und 1989) wurden die Stichtagsangaben den Durchschnitten gleichgesetzt.
(2) Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen 1950 bis 1989, Umrechnung in Anlehnung an die „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“ (E-Tabellen):
Die Ergebnisse der Rückrechnung der DDR-Statistik wurden überwiegend von Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe enthalten sind (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden).
(Zitat aus: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden, S. 51-54):
„Erwerbspersonen und Erwerbstätige im Sinne des in den alten Bundesländern angewandten Erwerbstätigenkonzepts tendenziell gleichzusetzen. Besonderheiten gab es bei der Feststellung der erwerbs- und berufsstatistischen Merkmale. So waren für Wehrpflichtige – ähnlich wie für Personen mit zeitweilig ruhenden Arbeitsverhältnis – der letzte zivile Arbeitgeber und die dort ausgeübte Tätigkeit maßgebend. Hinzu kommt die Tatsache, dass bei den im sogenannten „X-Bereich“ tätigen Personen (Armee, Polizei, Staatsicherheit, Parteien, Organisationen) alle beruflichen angaben in einer Weise codiert werden mussten, die eine Reidentifizierung aus dem Datenbestand unmöglich machten. Dabei wurde die Mehrzahl der Fälle dem nicht weiter untergliederten Bereich „Staatliche Verwaltung, gesellschaftliche Organisationen“ zugeordnet.
In der vorliegenden Datensammlung wurde zur Charakterisierung der sozialen Struktur in der ehemaligen DDR die Gruppierung der Erwerbstätigen nach ihrer Stellung im Betrieb aus den Volks- und Berufzählungen unverändert übernommen.
Arbeiter/Angestellter:
Erwerbstätige, die in einem Arbeitsverhältnis zu einem Betrieb, einer Einrichtung, einem Verwaltungsorgan, einer Produktionsgenossenschaft, zum Verband der Konsumgenossenschaften, zu einer sonstigen Genossen¬schaft (z.B. Rechtsanwaltskollegium), einer ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausübenden Person stehen, das durch einen unbefristeten oder befristeten Arbeitsvertrag begründet wurde. Heimarbeiter sowie Hausangestellte in privaten Haushalten zählen ebenfalls hierzu. Diesem Personenkreis zugeordnet sind auch alle Erwerbstätigen in der staatlichen Verwaltung und in gesellschaftlichen Organisationen (d.h. auch Soldaten, Angehörige der Polizei, Parteimitarbeiter usw.) sowie bei Bahn und Post.
Genossenschaftsmitglieder:
Von der Mitgliederversammlung einer Produktionsgenossenschaft oder eines Rechtsanwaltskollegiums als Mitglied aufgenommene Personen, die in der Genossenschaft bzw., im Kollegium mitarbeiten.
Nicht zu den erwerbstätigen Genossenschaftsmitgliedern zählen die "nicht mitarbeitenden Mitglieder" (z.B. Mitglieder, die dauernd infolge Alters oder Invalidität arbeitsunfähig sind; Mitglieder, die zum Direktstudium an eine Hoch- oder Fachschule delegiert oder die Zeit- bzw. Berufssoldaten sind) sowie Mitglieder, die in anderen Betrieben als Arbeiter oder Angestellte tätig sind.
Die Bildung von Produktionsgenossenschaften in der Landwirtschaft (LPG) bzw. im Handwerk (PGH) begann in der ehemaligen DDR Anfang der 50iger Jahre. Somit entfällt für die Volks- und Berufszählung 1950 ein Nachweis dieser Personengruppe.
Selbständige
Komplementäre, Inhaber, Mitinhaber und Pächter von Betrieben, die im Betrieb tätig sind sowie nicht im Arbeitsrechtsverhältnis stehende Personen, die ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausüben.
Zu den freiberuflich Tätigen gehören auf kulturellem, pädagogischem, künstlerischem und schriftstellerischem Gebiet Tätige, aber auch im Gesundheitswesen und in anderen Bereichen Praktizierende.
Mithelfende Familienangehörige:
Familienangehörige eines Komplementärs, Inhabers, Mitinhabers oder Pächter eines Betriebes, die im Betrieb mitarbeiten und keine Lohneinkünfte vom Betrieb beziehen. Sinngemäß gilt dies auch für Familienangehörige der freiberuflich Tätigen und der ein Gewerbe ausübenden Personen. Nicht zu den Erwerbstätigen zählten Familienangehörige der LPG-Mitglieder, die ausschließlich in der individuellen Hauswirtschaft tätig waren.
Auszubildende:
Erwerbstätige (Lehrlinge), die im Rahmen eines Lehrverhältnisses auf der Grundlage eines Lehrvertrages in einer gesetzlich festgelegten Ausbildungszeit einen Facharbeiterberuf erlernen oder auf Teilgebieten von Fach¬arbeiterberufen ausgebildet werden. Darin eingeschlossen sind auch die Auszubildenden, die in einer in der ehemaligen DDR möglichen Berufsausbildung mit Abitur gleichzeitig mit der Facharbeiterqualifikation die Hochschulreife erwarben:
Da bei den Volks- und Berufszählungen 1964, 1971 und 1981 keine Gliederung der Auszubildenden nach Wirtschaftsbereichen/Wirtschaftsabteilungen der Ausbildungsbetriebe/-einrichtungen erfolgte, ist nur ihr summarischer Nachweis außerhalb dieser Gliederung möglich.
Diesem entgegensetzt wurden zur Zählung 1950 die Auszubildenden als Arbeiter bzw. Angestellte der jeweiligen Wirtschaftsgruppe des Ausbildungsbetriebes zugeordnet, ohne dass ihre Zahl in den Ergebnistabellen extra ausgewiesen wurde.
Wirtschaftsbereich/Wirtschaftsabteilung:
Die wirtschaftliche Gliederung bezieht sich auf das Unternehmen, in dem der Erwerbstätige beschäftigt ist. Umfasst das Unternehmen mehrere Einheiten mit unterschiedlichem Produktionsprogramm oder ist es in anderer Beziehung gegliedert, so ist die überwiegende wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens als Ganzes ma߬geblich. Grundlage der Zuordnung waren die in den Zähllisten geforderten genauen Angaben zur Arbeitsstätte. Die Entscheidung über die Zuordnung der Arbeitsstätte zum Wirtschaftszweig und zur Rechtsform erfolgte durch Fachkräfte in den Statistischen Kreisstellen anhand detaillierter Arbeitsstättenverzeichnisse. Bei Vergleichen der Zählungsergebnisse mit anderen Erwerbstätigenstatistiken ist selbstverständlich zu berücksichtigen, dass die direkte Befragung aller Bürger und die Erfassung nach dem Wohnortprinzip zu Unterschieden in den Ergebnissen führt. Insbesondere unterlagen die Zählungen keiner Eingrenzung der Erwerbstätigen in bestimmten Wirtschaftsbereichen, wie der Aussonderung des so genannten "X-Bereiches" in der offiziellen Erwerbstätigenstatistik der ehemaligen DDR.
Die wirtschaftliche Gliederung in den Datenbeständen der Volks- und Berufzählungen der ehemaligen DDR erfolgte mit Ausnahme der Zählung 1950 entsprechend der „Systematik der Volkswirtschaftszweige“ in neun Wirtschaftsbereichen, untergliedert nach Wirtschaftssektoren (2-Steller). In der Zählung 1950 wurde die Gruppierung der Erwerbstätigen noch nach Wirtschaftsabteilungen vorgenommen, methodisch weitgehend vergleichbar der bundesdeutschen Statistik.
In der vorliegenden Veröffentlichung erfolgte erstmals die Bereitstellung von Daten zu den Erwerbstätigen aus den Volks- und Berufzählungen 1964, 1971 und 1981, die in Anlehnung an die „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“ umgerechnet wurden. Grundlage hierfür war die Neuzuordnung der Betriebe aus der Erwerbstätigenstatistik 1989 entsprechend der Systematik der Bundesstatistik und der daraus ermittelten Bereichsstruktur der Erwerbstätigen im Vergleich zur Methodik der DDR-Statistik. Die aus der für 1989 rückgerechneten Erwerbstätigenstatistik ermittelten Koeffizienten wurden mit den ursprünglichen aus den Volkszählungen gewonnenen Daten verknüpft.
Die relativ große Eindeutigkeit in der Zuordnung der in der DDR definierten Wirtschaftsbereiche zu den Wirtschaftsabteilungen rechtfertigen zur Begrenzung des Berechnungsaufwandes die einheitliche Anwendung der ermittelten Koeffizienten für die Jahre 1981, 1971 und 1964 sowie Altersgruppen und Geschlecht, ohne dass die Aussagekraft der ermittelten Daten eingeschränkt wird“.
Weitere Publikationen von Wolfgang Fritz:
Fritz, W., 2000: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. Zentrum für Historische Sozialforschung. HSR - Transition, Vol. 2. Im Internet unter:
http://www.hsr-trans.de/.
Fritz, W., 2000: Chronik der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in Deutschland. HSR - Transition Vol. 5. Im Internet unter:
http://www.hsr-trans.de/.
Fritz, W., u. a., 1996: Handbuch der Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR, 10 Bände, Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.), Berlin.
Fritz, W., 1997: Die amtliche Erwerbstätigenstatistik in der DDR. In: Historical Social Research, Historische Sozialforschung, 22. Jg., Nr. 3/4, Sonderheft: 20 Jahre Zentrum für Historische Sozialforschung, Teil II: Politik und Gesellschaft, S. 300-357.
Die folgenden Abschnitte sind zitiert aus:
Fritz, W., 2001: Historie der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Ein
fragmentarischer Abriss: Darstellung, Quellen, Daten, Definitionen, Chronik. Historical Social Research, HSR - Supplement No.13. Köln: ZA – ZHSF.
(1) Ausgewählte Definitionen der DDR – Statistik (Fritz, W., a.a.O., S. 249):
Eine ausführliche Zusammenstellung von Begriffen zur DDR-Statistik findet sich bei: Wolfgang Fritz: Kleines Lexikon der amtlichen Erwerbstätigenstatistik in der DDR. Das Lexikon steht als Volume 2 (2000) der Reihe Historical Social Research, HSR - Transition im INTERNET zur freien Verwendung zur Verfügung (http://www.hsr-trans.de). In diesem Lexikon werden jene Erhebungskennziffern definiert, Begriffe erläutert und Hilfsmittel der statistischen Arbeit beschrieben, deren Kenntnis für das Verständnis der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR sowie die Erschließung und die fehlerfreie, treffsichere Interpretation ihrer Erfassungsergebnisse dem Autor unerlässlich erschien. Das bedeutete gleichzeitig den Verzicht auf die Aufnahme solcher Begriffe, die zwar der Erwerbstätigenstatistik zuzurechnen, nicht aber der skizzierten Zielstellung dienlich sind (wie z.B. der Begriff Beschäftigtengrad). Bei der Bearbeitung des Wortschatzes stand wegen angestrebter hoher Nutzerfreundlichkeit weniger bis ins Detail ausgefeilte wissenschaftliche Präzision, als vielmehr gebrauchsfreundliche, praxisnahe Darstellung im Vordergrund. Historische Aspekte wurden dabei weitestgehend berücksichtigt. So wird demzufolge nicht nur der zuletzt gültige Stand wiedergegeben, sondern es wurde auch der Versuch unternommen, die Wandlung von Begriffen und/oder Begriffsinhalten erforderlichenfalls in die Darstellung mit einzubeziehen oder durch Verweise zu verdeutlichen. Schließlich wurde eine große Anzahl von Verweisbegriffen mit aufgenommen.
(2) Begriff Erwerbstätige (Fritz, W., a.a.O., S. 256f):
Als erwerbstätig gelten Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen (einschl. Soldaten), ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft selbständig bzw. in einer Genossenschaft betreiben oder einen freien Beruf ausüben sowie Mithelfende Familienangehörige. Auch Auszubildende (Lehrlinge) zählen zu den Erwerbstätigen. Bei den Volks- und Berufszählungen in der ehemaligen DDR wurde ab 1964 für diesen Personenkreis (unter Ausklammerung der Auszubildenden) der Begriff „Wirtschaftlichtätige“ angewendet. Als Erwerbstätige galten auch Personen mit länger ruhendem Arbeitsverhältnis (z.B. Mütter, die wegen der Geburt eines Kindes beurlaubt waren).
„Der Begriff der „Erwerbstätigen“ war in der amtlichen Statistik der DDR nicht im Gebrauch. Sinnverwandt ist der Begriff Berufstätige, jedoch nicht inhaltsgleich, da er im Gegensatz zu den Erwerbstätigen nicht die Lehrlinge und auch nicht die Mütter in der bezahlten Freistellung (entspricht Müttern im Erziehungsjahr) einbezieht. Zahlenangaben über Berufstätige enthalten außerdem, obwohl per Definition nicht ausgeschlossen, nicht die Berufstätigen im x-Bereich. Von Erwerbstätigen kann man also ausnahmslos nur dann sprechen, wenn die definitorischen und erhebungsbezo¬genen Unterschiede im Ergebnis einer Rückrechnung überwunden und somit die methodische Vergleichbarkeit zur BRD-Statistik gesichert wurde. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt und es wird mit Daten aus den Originalergebnissen oder aus Veröffentlichungen der DDR gearbei¬tet, so müssen, um Fehlinterpretationen auszuschließen, die Begriffe der DDR-Statistik ver¬wandt werden. Werden Vergleiche zu BRD-Angaben vorgenommen, empfiehlt sich bei Ver¬wendung nicht rück gerechneter DDR-Angaben gleichzeitig die Bewertung der Auswirkungen der methodischen Unterschiede auf die angestrebte Aussage“.
(3) Erfassungsprinzipien der Erwerbstätigenstatistik (Fritz, W., a.a.O., S. 257f):
Unternehmensprinzip, Arbeitsortprinzip und Wohnortprinzip. Die Zusammenhänge stellten sich aus Sicht eines Kreises wie folgt dar:
(1) Berufstätige nach dem Unternehmensprinzip (Kriterium: Sitz des Betriebes)
(2) + Berufstätige in Nebenbetrieben, deren Betrieb in einem anderen Kreis lag
(3) - Berufstätige in Nebenbetrieben anderer Kreise, deren Betrieb im eigenen Kreis ansässig war
(4) = Berufstätige nach dem Arbeitsortprinzip (Kriterium: Arbeitsort des Berufstätigen)
(5) + Auspendler (Einwohner des Kreises, die in einem anderen Kreis arbeiteten)
(6) - Einpendler (Einwohner anderer Kreise, die im Kreis arbeiteten)
(7) = Berufstätige nach dem Wohnortprinzip (Kriterium: Wohnort des Berufstätigen)
Datenquellen:
(1) Berufstätigenerhebung (Erfassung; Ergebnisse bis 1971)
(2) und (3) Nebenbetriebserfassung im Rahmen der Berufstätigenerhebung
(4) Berufstätigenerhebung (territorial bereinigte Ergebnisse ab 1972)
(5) und (6) Teilerhebung über Pendler per 15. Oktober 1957, Volks- und Berufszählungen (1950, 1964, 1971 und 1981)
(7) Volks- und Berufszählungen
Da für die territoriale Bilanzierung der Bevölkerung und der Arbeitskräftereserven jährlich Berufstätigenangaben nach dem Wohnortprinzip benötigt wurden, waren in den Jahren, in denen keine Angaben über Arbeitspendler erfasst wurden, entsprechende Schätzungen vorzu¬nehmen.
(4) Begriff Berufstätige (Fritz., a.a.O., S. 253):
Im Arbeitsprozess stehende Personen:
- Arbeiter und Angestellte, mitarbeitende Mitglieder und Kandidaten der Produktionsgenossenschaften und Rechtsan¬waltskollegien, tätige Komplementäre, tätige Inhaber, tätige Mitinhaber, tätige Pächter, ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausübende Personen (Freiberuflich Tätige) und Mithelfende Familienangehörige.
Nicht hierzu zählten:
- Familienangehörige der LPG-Mitglieder, die nur in der individuellen Hauswirtschaft tätig waren,
- Lehrlinge (auch dann, wenn sie Mitglied oder Kandidat einer Produktionsgenossenschaft waren; diese Regelung galt ab 1960, bis 1959 wurden Lehrlinge einbezogen) und
- Mütter in der bezahlten Freistellung (Ausnahme: Berufszählung 1981).
Bis Mitte der sechziger Jahre war der Begriff Beschäftigte gebräuchlich. Dieser Begriff ist jedoch nicht mit dem gleich lautenden der BRD-Statistik identisch. Beispielsweise wurden in der BRD-Statistik die Lehrlinge einbezogen, nicht aber die Heimarbeiter.
(5) Der sogenannte x-Bereich (Fritz, W., a.a.O., S. 58):
Unter x-Bereich verstand man jene aus der Sicht der Parteiführung der SED sensiblen Teile der Gesellschaft, deren statistische Erfassung der amtlichen Statistik bis einschließlich 1988 prinzipiell untersagt war. Die Ergebnisse der Berufstätigenerhebung und die darauf fußenden veröffentlichten Daten enthalten also keine Angaben über den x-Bereich, was natürlich gleichermaßen auch auf alle anderen Erhebungen der hier behandelten Fachstatistik zutrifft. Angaben über die Beschäftigten in diesem Bereich sind lediglich unter Verwendung von Berufszählungsangaben rekonstruierbar. Eine Ausnahme bildet das Jahr 1989, in dem auf der Grundlage von Beschlüssen des Politbüros der SED und des Ministerrates Teilerfassungen durchgeführt wurden. Der Hintergrund dazu war, dass der x-Bereich auch nicht Gegenstand der zentralen Planung der Arbeitskräfte und der Nettogeldein¬nahmen war. Da der nicht erfasste Bereich inzwischen 726,9 Tausend Beschäftigte umfasste, war die Wirksamkeit dieser Planteile von vornherein stark beeinträchtigt.
Bestandteile des x-Bereiches waren:
- Ministerium für Nationale Verteidigung, Nationale Volksarmee, Grenztruppen, Zivilbe¬schäftigte, Zivilschutz,
- Ministerium des Innern, Polizei, Feuerwehr, Strafvollzug,
- Staatssicherheit,
- Zollverwaltung,
- Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellter Betriebe und Einrichtungen,
- Bereich kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel,
- Spezialbau Potsdam,
- SDAG Wismut,
- Parteien und deren Betriebe, gesellschaftliche Organisationen und
- Kirchen (nur Pfarrer, Priester, Bischöfe; Arbeiter und Angestellte wurden im Rahmen der Berufstätigenerhebung erfasst).
Eines kommt noch erschwerend hinzu. Es war der amtlichen Statistik nicht nur die Erfassung, sondern auch jeglicher Hinweis auf die Nichterfassung einschließlich der präzisen Definition des x-Bereiches untersagt. So findet man eine einigermaßen treffende Beschreibung des Bereiches letztmalig im Statistischen Jahrbuch 1957. Ab 1962 findet sich in den Statistischen Jahrbüchern lediglich noch der Hinweis, dass Beschäftigte gesellschaftlicher Organisationen nicht enthalten seien. Aber nicht nur die Publikationen, auch die Originalergebnisse enthalten keinerlei Hinweis auf die Nichterfassung des x-Bereiches, geschweige denn seine genaue Umschreibung. Damit wurden statistische Angaben fehldeutbar, obwohl die Daten für die erfassten Bereiche eine hohe Genauigkeit aufweisen. Es ist daher bei der Arbeit mit Originalergebnissen wichtig, stets die möglichen Konsequenzen für die Deutung der Daten zu bedenken und wenn sie nicht quantifizierbar sind, sie zumindest verbal zu umschreiben.
(6) Allgemeine Charakteristik und Qualität der Daten (Fritz, W., a.a.O., S. 55-58):
Quellen für Daten über die Erwerbstätigkeit waren in der amtlichen Statistik der DDR die
- insgesamt vier, zusammen mit Volkszählungen durchgeführten Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981),
- durch den statistischen Dienst der DDR durchgeführten spezifischen Erhebungen auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit,
- Arbeitsstättenstatistiken sowie bereichsspezifischen, durch die SZS durchgeführten, Be¬richterstattungen mit Erwerbstätigenangaben sowie
- durch staatliche Verwaltungsorgane (außerhalb des statistischen Dienstes) veranstalteten statistischen Erfassungen zur Thematik der Erwerbstätigkeit.
Die Spezifika der einzelnen Kategorien sind in den jeweiligen Abschnitten in W. Fritz (2001) einer näheren Betrachtung unterzogen. Zu den unausgelösten Statistiken findet man darüber hinaus zusätzliche Wertungen. Vorweggenommen sei hier, dass aus mehrerlei Gründen die (ausgelösten) amtlichen Erwerbstätigenstatistiken eine besondere Bedeutung hatten. Dies nicht nur deshalb, weil die Thematik der Erwerbstätigkeit ihr Hauptgegenstand war, sondern auch, weil es sich um Erhebungen des laufenden, also relativ kurzzeitig periodisch durchge¬führten Berichtswesens handelte, mit denen ein bemerkenswertes Merkmalsspektrum erfasst wurde. Im Jahre 1989 beispielsweise wurden mit diesen Berichterstattungen Daten zu insge¬samt 725 verschiedenen Kennziffern erhoben. Aus diesem Grunde beziehen sich die folgenden Darlegungen vordergründig auf diese Kategorie der Statistiken der Erwerbstätigkeit in der DDR.
Jegliche amtliche Statistik erhält Aufgaben und Prägung vom jeweiligen gesellschaftlichen System, in dem sie existiert. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass das Erscheinungsbild der Erwerbstätigenstatistik der DDR völlig anders geartet war, als das der analogen Statisti¬ken im Deutschen Reich oder in der BRD. Während des gesamten Existenzzeitraumes der amtlichen Statistik der DDR wurden im Rahmen der ausgelösten Erwerbstätigenstatistik lediglich zwei Stichprobenerhebungen durchgeführt. Es handelte sich dabei um eine repräsentative Untersuchung des natürlichen Abgangs (Tod, Invalidität, Erreichung der Rentenaltersgrenze) per 31. August 1955 und eine Teilerhebung über Arbeitspendler zum Stichtag 15. Oktober 1957. Abgesehen von diesen beiden Ausnahmen kannte die Erwerbstätigenstatistik der DDR weder Stichprobenerhebungen noch sekundärstatistische Erfassungen. Ihr Charak¬ter war, wie das des gesamten zentralisierten Berichtswesens, „primär von der Aufgabe ge¬prägt, Daten für die Ausarbeitung des Planes, für die Kontrolle seiner Erfüllung sowie für darüber hinaus gehende Fragestellungen der Wirtschaftslenkung zu liefern. Das Wirtschaftssystem der weitgehend zentralisierten Planwirtschaft schloss die bis dahin dominierenden Methoden und Verfahren der Erwerbstätigenstatistik aus und erforderte den vordergründigen Bezug auf den Betrieb sowie die Vollständigkeit der Erfassung im Rahmen des durch die Pla¬nung bestimmten Betriebskreises“.
Dieser Zwang zur Vollständigkeit der Erfassung war einerseits nachteilig, da einige angestrebte Aussagen mittels Teilerhebungen mit hinreichender Genauigkeit mit weniger Aufwand hätten ermöglicht werden können. Andererseits schloss er über einen Vorzug ein – die hohe Aussagekraft der erfassten Daten, selbst bei tiefgehender Merkmalsgliederung. Beispielsweise wurden mit der Berufstätigenerhebung im Jahre 1989 immerhin rund 92 Prozent aller Berufstätigen der DDR erfasst. Bezogen auf die (mit der BRD-Statistik vergleichbare) Zahl der Erwerbstätigen wurden mit der Arbeitskräfteberichterstattung im gleichen Jahr rund 73 Prozent mindestens vierteljährlich abgerechnet.
Am Rande noch eine Bemerkung zur Planabrechnung. Sie gehörte systembedingt zu den wich¬tigsten Aufgaben der amtlichen Statistik der DDR. Daraus jedoch den Schluss zu ziehen, die amtliche Statistik der DDR sei auf Planabrechnung zu reduzieren, ist unzulässig und würde den Gegebenheiten widersprechen. Auf dem Gebiet der amtlichen Erwerbstätigenstatistik dienten im Jahre 1989 lediglich 4,8 Prozent der erfassten Kennziffern der Plan¬ab¬rechnung (bezogen auf die Betriebspläne; bezogen auf den Volkswirtschaftsplan waren es 1,4 Prozent). Die restlichen 690 Kennziffern waren nicht Gegenstand irgendwelcher Pläne und damit auch nicht der Planabrechnung. So hatten komplette Erhebungen der Erwerbstätigenstatistik keinerlei Bezug zur Planabrechnung (Beschäftigtengruppenerhebung, Berufstätigenerhebung, Normenberichterstattung) und bei zwei Erhebungen dienten nur wenige Kennziffern der Abrech¬nung des Planes (Schichtberichterstattung, Qualifikationsberichterstattung). Selbst in der Arbeitskräfteberichterstattung, die in besonderem Maße der Planabrechnung diente, stand eine ganze Reihe von Kennziffern und Kennziffernkomplexen nicht in einem Bezug zum Volkswirtschaftsplan oder zu Betriebsplänen (beispielsweise Kennziffern zum Nettolohn, zu Beträgen des Arbeitseinkommens, zum Belegschaftswechsel oder zu einer Reihe von Ausfallzeitkennziffern).
Da einerseits gelegentlich noch immer eine gewisse Unsicherheit beim Umgang mit Daten aus der amtlichen Statistik zu beobachten ist, andererseits die Nutzung dieser Daten die Kenntnis bestimmter Zusammenhänge und Gegebenheiten voraussetzt, sollen an dieser Stelle einige Ausführungen zur Qualität der Daten der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR gemacht werden.
Für das hier behandelte Spezialgebiet der Statistik kann zunächst grundsätzlich festgestellt werden, dass die vorliegenden Daten überwiegend den Ansprüchen an eine solide Statistik ge¬nügen und bei Kenntnis der methodischen und erhebungstechnischen Rahmenbedingungen eine solide Basis für eine erfolgreiche Forschung darstellen. Dieses Urteil wird nicht zuletzt gestützt durch die bei der Rückrechnung und bei den bisherigen Forschungen gesammelten Erfahrun¬gen. Die Betriebe haben in aller Regel in dem gegebenen methodischen Rahmen ordnungsge¬mäß abgerechnet. Zudem gab es für sie bei den Statistiken über Beschäftigung und Beschäf¬tigte kaum eine Motivation für Falschmeldungen. Der Arbeitskräfteplan gehörte zu den weni¬gen Planteilen, bei denen inhaltsbedingt eine Untererfüllung wünschenswert gewesen wäre, nicht zuletzt vielleicht auch im Sinne einer freundlicheren Darstellung der Produktivitätsent¬wicklung. Von Manipulationen in dieser Richtung hatten die Unternehmen jedoch keine Vor¬teile zu erhoffen, sondern durch den Zusammenhang von Abrechnung/Plan des Folgejah¬res/Bildung des Prämienfonds Nachteile zu befürchten – eine wirkungsvolle Prävention. Im Rahmen der Datenbe- und -verarbeitung boten Aufbau und Arbeitsweise des statistischen Dienstes sowie die hohe Qualifikation der Mitarbeiter (Mitte Sep¬tember 1990 hatten über 56 Prozent der Mitarbeiter eine wissenschaftliche Ausbildung) gute Voraussetzungen für eine hohe Datenqualität. Manipulationen durch die Organe der amtlichen Statistik, etwa zur Vortäuschung einer erfreulicheren Planerfüllung, gab es nicht. Selbst die aus diesem Anlass auf anderen Gebieten nicht all zu selten vorgenommenen (von den Organen der Statistik nicht zu verantwortenden) sogenannten Planpräzisierungen kamen bei der Arbeitskräfteplanabrechnung nur sehr selten und in völlig vernachlässigbarem Ausmaß vor.
Eine Zusammenstellung von Meinungsäußerungen, Standpunkten und Einschätzungen allgemein zur Statistik und statistischen Ergebnissen aus der DDR findet sich in: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1999: DDR-Statistik. Grundlagen, Methoden und Organisation der amtlichen Statistik der DDR 1949 bis 1990. Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 34. Wiesbaden, S. 356-394.
(7) Berufszählungen (Fritz, W., a.a.O., S. 61):
Berufszählungen wurden in der DDR ausnahmslos zusammen mit Volkszählungen, in zwei Fällen darüber hinaus mit Wohnraum- und Gebäudezählungen durchgeführt. In die Erfassun¬gen wurden alle Personen einbezogen, die ihren ständigen Wohnsitz in der DDR hatten. Erfas¬sungseinheit war in der Regel der Privathaushalt, über den mittels einer Haushaltsliste die An¬gaben über alle zum Haushalt gehörenden Personen gesammelt wurden, bzw. die in einem sogenannten Anstaltshaushalt lebende Person (z.B. Bewohner im Seniorenheim). Insgesamt wurden in der DDR vier Zählungen durchgeführt, und zwar an den Stichtagen
31. August 1950,
31. Dezember 1964,
1. Januar 1971 und
31. Dezember 1981.
Zu den beiden erstgenannten Stichtagen erfolgten Volks- und Berufszählungen, denen sich zwei Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählungen (VBWGZ) anschlossen. Alle diese Zählungen wurden im Wesentlichen nach den gleichen inhaltlich-methodischen und organisa¬torischen Grundsätzen durchgeführt.
Den Berufszählungen kam im Rahmen der amtlichen Statistiken der Erwerbstätigkeit eine be¬sondere Bedeutung zu. Ausschließlich mit ihnen wurden Angaben über Beschäftigte nach dem Wohnortprinzip, über Arbeitspendler und über die Berufsstruktur der Berufstätigen ermittelt. Hinzu kam in der DDR insbesondere, dass es unvermeidlich war, mit Volks- und Berufszählun¬gen auch jene Beschäftigten zu erfassen, deren Einbeziehung in andere Statistiken der Erwerbs¬tätigkeit der SZS untersagt war (Beschäftigte im nicht geplanten Teil des volkseige¬nen Sektors, dem sogenannten x-Bereich. Dadurch ist es möglich, die Gesamtzahl der Beschäftigten im x-Bereich durch einen Vergleich der Berufszäh¬lungsergebnisse mit den Ergebnissen der Berufstätigenerhebung (siehe nächsten Abschnitt) unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Stichtage näherungsweise zu berechnen. Dieser Umstand wurde im Rahmen der Vergleichbarmachung von Daten der amtlichen DDR-Statistik zu denen der BRD-Statistik (= Rückrechnung) genutzt. Eine differenzierte Darstellung der Beschäftigten im x-Bereich mittels der Ergebnisse der Berufszählungen war und ist jedoch nicht möglich.
(8) Die amtlichen Erwerbstätigenstatistiken (Fritz, W., a.a.O., S. 65-67):
Obwohl der Begriff Erwerbstätigenstatistik ansonsten ungebräuchlich ist, wird er hier dennoch verwandt, um die Deckungsgleichheit zu einer entsprechenden Dokumentation der DDR-Statistiken zu gewährleisten (vgl. Fritz, W. u.a., 1996: Handbuch der Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR, 10 Bände, Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Berlin (Hrsg.). Berlin). Er entstand nach dem Ende der Existenz der amt¬lichen DDR-Statistik in Anlehnung an die Begriffswelt der amtlichen BRD-Statistik (dort gibt es ein Arbeitsgebiet Erwerbstätigkeit bzw. spricht man von Statistiken der Erwerbstätigkeit). Geprägt wurde er mit dem Beginn der Arbeiten an einem Katalog der ehemaligen Statistiken der DDR, der allerdings bedauerlicherweise aus kapazitiven Gründen nie fertig gestellt wurde. Dabei wurde es für zweckmäßig erachtet, beim Aufbau und Erscheinungsbild des Kataloges, so es irgend möglich war, eine Analogie zu entsprechenden Veröffentlichungen der BRD-Statistik herzustellen. Damit war eine weitestgehende Übernahme der Begriffe bzw. eine Anlehnung an diese verbunden. Diesem Ansatz folgend wurde bei allen Dokumentationsarbeiten und entspre¬chenden Veröffentlichungen von folgender Definition ausgegangen:
Der Begriff Erwerbstätigenstatistik umfasst all jene bereichsübergreifenden Erhebungen der ausgelösten amtlichen DDR-Statistik, deren Durchführung die Erfassung statistischer Daten ausschließlich oder überwiegend zur Erwerbstätigkeit und zu Erwerbstätigen zum Ziel hatte.
Aus dieser Definition ergibt sich eine Reihe von Konsequenzen:
- Betrachtungsgegenstand ist ausschließlich das sogenannte zentralisierte, d.h. das von der SZS bzw. vom Statistischen Amt der DDR durchgeführte Berichtswesen. Das einem Genehmi¬gungsverfahren unterliegende fachliche Berichtswesen bleibt unberücksichtigt. Zum fachlichen Berichtswesen gehören auch der Datenspeicher Gesellschaftliches Arbeitsvermögen und der Zentrale Kaderdatenspeicher des Ministerrates.
- Ausgeschlossen sind ebenfalls die Berufszählungen. Da sie in der DDR stets zusammen mit Volkszählungen durchgeführt wurden, wurde von einer Dominanz des bevölkerungsstatistischen Charakters ausgegangen.
- Da die Definition nur Erhebungen ganzheitlich (nicht auch Teile von Erhebungen) einschließt und das auch nur dann, wenn der dem definierten Begriff entsprechende Beobachtungsgegenstand in der jeweiligen Erhebung dominiert, sind mit Bereichsstatistiken erfasste Kennziffern nicht in den Begriff der Erwerbstätigenstatistik impliziert.
- Aus dem gleichen Grunde werden andererseits mit Erhebungen der Erwerbstätigenstatistik erfasste sachfremde Kennziffern nicht aus den Betrachtungen ausgeschlossen. Es handelt sich dabei u.a. um Kennziffern zum Einkommen, da die DDR-Statistik keine Trennung der Aufgabengebiete Erwerbstätigkeit einerseits sowie Löhne und Gehälter andererseits kannte (was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass es keine gesonderten Erhebungen zu Einkommensmerk¬malen gegeben hat). Betroffen sind auch Kennziffern der Bildungsstatistik, so zur Erwachse¬nenaus- und -weiterbildung sowie zum Absolventenzugang aus dem Direktstudium an Hoch- und Fachschulen.
Nach dem Stande von 1989 sind entsprechend der Definition folgende Erhebungen der amtlichen Statistik der DDR als der Erwerbstätigenstatistik zugehörig zu betrachten:
- Berufstätigenerhebung,
- Arbeitskräfteberichterstattung,
- Beschäftigtengruppenerhebung (zuletzt firmierend als Berichterstattung über die Arbeiter und Angestellten nach Arbeitsbereichen und Tätigkeitshauptgruppen),
- Schichtberichterstattung,
- Normenberichterstattung und die
- Qualifikationsberichterstattung.
Diese Berichterstattungen wurden, mit Ausnahme der letztgenannten, in der amtlichen Statistik der DDR als Arbeitskräftestatistiken (die Begriffe Arbeitskräfte, Berufstätige und Beschäftigte wurden in der DDR sinngleich verwandt) bezeichnet. Die Qualifikationsberichterstattung wurde der Bildungsstatistik zugeordnet. Dies geschah jedoch weniger aus sachlichen Erwä¬gungen, hier waren mehr formale Gründe ausschlaggebend (die Erhebung wurde im Sektor Bildungsstatistik bearbeitet).
Aus historischer Sicht sind außerdem nachfolgend aufgeführte Berichterstattungen der Er¬werbstätigen¬statistik zuzuordnen, die nur vorübergehend durchgeführt und später in andere Erhebungen integriert wurden:
- Ermittlung der Produktionsarbeiter nach der Art der Tätigkeit (erhoben 1959 bis 1971 und 1973) und die
- Erhebung über die Erwachsenenqualifizierung (durchgeführt 1960 bis 1975).
Ebenfalls aus historischer Sicht sind noch zwei einmalig durchgeführte Teilerhebungen zu nennen, die aber im Folgenden nicht näher behandelt werden. Es handelt sich dabei um eine reprä¬sentative Untersuchung des natürlichen Abgangs (Tod, Invalidität, Erreichung der Renten¬altersgrenze) per 31. August 1955 und eine Teilerhebung über Pendler (Arbeitspendler) zum Stichtag 15. Oktober 1957.
Anmerkungen zu den Tabellen mit rückgerechneten Zahlen des Statistischen Bundesamtes
(1) Vom Statistischen Bundesamt rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR (D-Tabellen):
Die Ergebnisse der Rückrechnung der DDR-Statistik wurden überwiegend von Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe enthalten sind (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden).
Rückgerechnete Angaben aus der amtlichen Erwerbstätigenstatistik der DDR wurden im Heft 14 der Sonderreihe publiziert: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Erwerbstätige 1950 bis 1989, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 14. Wiesbaden, S. 7-13).
„Mit diesem Heft werden mit den Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung für das frühere Bundesgebiet vergleichbare Angaben vorgelegt:
Die Erwerbstätigenstatistik in der ehemaligen DDR stützte sich hauptsächlich auf die in größeren Abständen (1950, 1964, 1971, 1981) durchgeführten Volks- und Berufszählungen und die jährlich seit 1952 durchgeführten Berufstätigenerhebungen.
Für bereichsspezifische Aussagen und zur Beantwortung von Detailfragen zur Erwerbstätigkeit gab es weitere amtliche Statistiken. Dazu gehörten beispielsweise die Arbeitskräfteberichterstattung mit den Merkmalskomplexen Arbeitskräfte und deren Struktur im Jahresdurchschnitt, Lohn- und Gehaltssumme, Arbeitszeit und Ausfallzeiten und eine Berichterstattung zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten. Im Gegensatz zu den Volks- und Berufszählungen und den jährlichen Berufstätigenerhebungen war der
Erhebungsumfang bei den anderen Statistiken auf bestimmte Unternehmen und auf Einrichtungen des Staates und von Organisationen ohne Erwerbszweck begrenzt.
Mit den Volks- und Berufszählungen waren keine Arbeitsstättenzählungen verbunden, so dass sich sämtliche Ergebnisse auf die Befragung von Personen gründeten …
Die Untergliederung nach der Stellung im Beruf erfolgte nach: Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder, Selbständige und mithelfende Familienangehörige .
Die Anzahl der Erwerbstätigen in der ehemaligen DDR wurde mit diesen Ergebnissen nicht vollständig ausgewiesen. Der umfassende Charakter dieser Erhebung war durch die Nichteinbeziehung von Bereichen, Unternehmen und Einrichtungen des sogenannten „X-Bereiches“ eingeschränkt. Zum „X-Bereich“ gehörten u.a. die Armee, Polizei, Staatssicherheit, Parteien und Organisationen, SDAG Wismut und Zentrag. Im Jahr 1989 betrug die Anzahl der in der amtlichen Statistik nicht erfassten Beschäftigten (einschließlich Soldaten) über 750.000, das waren mehr als sieben Prozent der Erwerbstätigen.
Mit diesem Heft werden mit den Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung für das frühere Bundesgebiet vergleichbare Angaben vorgelegt. Im Rahmen der Rückrechnung wurden dafür Daten aus der amtlichen Statistik der ehemaligen DDR wirtschaftsfachlich, hinsichtlich der Stellung im Beruf und nach der Länderstruktur (Gebietsstand Ende 1990) neu zugeordnet und um angaben aus weiteren Quellen vervollständigt.
Die wirtschaftsfachliche Vergleichbarmachung beinhaltete die Neuzuordnung bzw. Umrechnung von Einzeldaten bzw. Summen von der „Systematik der Volkswirtschaftszweige der DDR, Ausgabe 1985“ zur „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“ …
Die Notwendigkeit der Vergleichbarmachung bei der Differenzierung der Daten nach der Stellung im Beruf leitete sich aus dem unterschiedlichen Inhalt der Begriffe Erwerbstätige in der Statistik des früheren Bundesgebietes und Berufstätige in der ehemaligen DDR ab.
Zu den Berufstätigen rechneten nicht die Auszubildenden (Lehrlinge) und die sich im Erziehungsurlaub (Freistellung nach dem Wochenurlaub) befindenden Personen. Für letztere ruhte während dieser Freistellzeit das Arbeitsverhältnis bzw. die Tätigkeit bei Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen.
Die Stellung im Beruf „Genossenschaftsmitglied“ gab es nur in der ehemaligen DDR.
Die Vervollständigung der im Rahmen der Rückrechnung mit der wirtschaftssystematischen Gliederung und den methodischen Grundsätzen der Bundesstatistik vergleichbar gemachten Erhebungsdaten bezog sich auf den „X-Bereich“ und die Personen im Erziehungsurlaub.
Für den „X-Bereich“ war die Einbeziehung in die Rückrechnungsergebnisse durch die komplizierte Quellensituation, insbesondere für die Regionalisierung, einerseits erschwert, durch Konzentration auf wenige Wirtschaftszweige bei der wirtschaftlichen Gliederung andererseits vereinfacht. Bei der Bestimmung der Gesamtzahl und der Länderstruktur des „X-Bereichs“ spielten die Ergebnisse der Berufszählungen eine wesentliche Rolle. Hauptsächlich betraf der „X-Bereich“ die Wirtschaftsabteilungen „Organisation ohne Erwerbszweck“ und „Gebietskörperschaften einschließlich Soldaten“. Personen im Erziehungsurlaub (1989 = 125000) waren dagegen bei allen Wirtschaftszweigen in die Erwerbstätigenzahlen einzubeziehen.
Abschließender Arbeitsschritt der Rückrechnung war die Umrechnung der stichtagsbezogenen Angaben in Jahresdurchschnitte“.
Die Angleichungen mit Hilfe spezieller Rückrechnungsmethoden und -instrumentarien betrafen folgende Teile der Erwerbstätigenstatistik der ehemaligen DDR:
- Wirtschaftssystematische Angleichung der Erhebungsdaten und –ergebnisse aus der amtlichen Statistik der ehemaligen DDR (nach der Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979, Fassung für die Arbeitsstättenzählung);
- Angleichung nach der Stellung im Beruf. Die Zusammenfassung der Positionen Arbeiter und Angestellte, Genossenschaftsmitglieder und Lehrlinge entspricht der Stellung im Beruf „Abhängige“. Einbezogen wurden in die Angaben über „Abhängige“ die Arbeiter und Angestellten(einschließlich Soldaten) aus dem „X-Bereich“ sowie die Arbeiter und Angestellten und die Genossenschaftsmitglieder, die sich im Erziehungsurlaub (Mütter in der Freistellung) befanden. Bei den selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag eine unmittelbare Vergleichbarkeit vor. Die Angaben wurden ebenfalls um die Personen im Erziehungsurlaub vervollständigt.
- Ermittlung der Beschäftigten im „X-Bereich“ (Armee einschließlich Zivilbeschäftigte und Zivilschutz, Polizei, Feuerwehr, Strafvollzug, Zoll, Staatssicherheit, Staatsrat und Ministerrat einschließlich unterstellte Betriebe und Einrichtungen, Bereich Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel, Spezialbau Potsdam, SDAG Wismut und Parteien und deren Betriebe sowie gesellschaftliche Organisationen).
Ermittlung des Jahresdurchschnitts: Bei den entsprechend der bisherigen methodischen Erläuterungen errechneten Daten handelt es sich um Stichtagsangaben. Zur Sicherung der mit der Rückrechnung angestrebten Vergleichbarkeit werden jedoch Jahresdurchschnittsangaben benötigt. Die Ermittlung wurde wie folgt vorgenommen:
Zunächst wurde für die Erwerbstätigen insgesamt ein Jahresdurchschnittswert errechnet, der aus folgenden Bestandteilen besteht:
- vom Statistischen Amt der DDR bereits veröffentlichte Jahresdurchschnittsangaben für Beschäftigte und Lehrlinge, die überwiegend im Rahmen der Planabrechnung mittels der Arbeitskräfteberichterstattung von den berichtspflichtigen Einheiten erfasst und nur zu einem geringen Teil aus Stichtagsangaben errechnet wurden;
- Zurechnungen (X-Bereich, Mütter in der Freistellung).
Die über die Rückrechnung ermittelte Stichzahl je Jahr wurde anschließend mit der Jahresdurchschnittszahl verglichen. Bei größeren Abweichungen wurde ein Koeffizient ermittelt, mit dessen Hilfe sämtliche Stichtagsangaben des jeweiligen Jahres in Jahresdurchschnitte umgerechnet wurden. Für Jahre mit geringfügigen Abweichungen (1955, 1975 und 1989) wurden die Stichtagsangaben den Durchschnitten gleichgesetzt.
(2) Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen 1950 bis 1989, Umrechnung in Anlehnung an die „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“ (E-Tabellen):
Die Ergebnisse der Rückrechnung der DDR-Statistik wurden überwiegend von Statistischen Bundesamt in der Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um Daten aus den Berufszählungen 1950, 1964, 1971 und 1981, die im Heft 15 der Sonderreihe enthalten sind (Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden).
(Zitat aus: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 1994: Ausgewählte Zahlen der Volks- und Berufszählungen und Gebäude- und Wohnungszählungen 1950 bis 1981, Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, Heft 15. Wiesbaden, S. 51-54):
„Erwerbspersonen und Erwerbstätige im Sinne des in den alten Bundesländern angewandten Erwerbstätigenkonzepts tendenziell gleichzusetzen. Besonderheiten gab es bei der Feststellung der erwerbs- und berufsstatistischen Merkmale. So waren für Wehrpflichtige – ähnlich wie für Personen mit zeitweilig ruhenden Arbeitsverhältnis – der letzte zivile Arbeitgeber und die dort ausgeübte Tätigkeit maßgebend. Hinzu kommt die Tatsache, dass bei den im sogenannten „X-Bereich“ tätigen Personen (Armee, Polizei, Staatsicherheit, Parteien, Organisationen) alle beruflichen angaben in einer Weise codiert werden mussten, die eine Reidentifizierung aus dem Datenbestand unmöglich machten. Dabei wurde die Mehrzahl der Fälle dem nicht weiter untergliederten Bereich „Staatliche Verwaltung, gesellschaftliche Organisationen“ zugeordnet.
In der vorliegenden Datensammlung wurde zur Charakterisierung der sozialen Struktur in der ehemaligen DDR die Gruppierung der Erwerbstätigen nach ihrer Stellung im Betrieb aus den Volks- und Berufzählungen unverändert übernommen.
Arbeiter/Angestellter:
Erwerbstätige, die in einem Arbeitsverhältnis zu einem Betrieb, einer Einrichtung, einem Verwaltungsorgan, einer Produktionsgenossenschaft, zum Verband der Konsumgenossenschaften, zu einer sonstigen Genossen¬schaft (z.B. Rechtsanwaltskollegium), einer ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausübenden Person stehen, das durch einen unbefristeten oder befristeten Arbeitsvertrag begründet wurde. Heimarbeiter sowie Hausangestellte in privaten Haushalten zählen ebenfalls hierzu. Diesem Personenkreis zugeordnet sind auch alle Erwerbstätigen in der staatlichen Verwaltung und in gesellschaftlichen Organisationen (d.h. auch Soldaten, Angehörige der Polizei, Parteimitarbeiter usw.) sowie bei Bahn und Post.
Genossenschaftsmitglieder:
Von der Mitgliederversammlung einer Produktionsgenossenschaft oder eines Rechtsanwaltskollegiums als Mitglied aufgenommene Personen, die in der Genossenschaft bzw., im Kollegium mitarbeiten.
Nicht zu den erwerbstätigen Genossenschaftsmitgliedern zählen die "nicht mitarbeitenden Mitglieder" (z.B. Mitglieder, die dauernd infolge Alters oder Invalidität arbeitsunfähig sind; Mitglieder, die zum Direktstudium an eine Hoch- oder Fachschule delegiert oder die Zeit- bzw. Berufssoldaten sind) sowie Mitglieder, die in anderen Betrieben als Arbeiter oder Angestellte tätig sind.
Die Bildung von Produktionsgenossenschaften in der Landwirtschaft (LPG) bzw. im Handwerk (PGH) begann in der ehemaligen DDR Anfang der 50iger Jahre. Somit entfällt für die Volks- und Berufszählung 1950 ein Nachweis dieser Personengruppe.
Selbständige
Komplementäre, Inhaber, Mitinhaber und Pächter von Betrieben, die im Betrieb tätig sind sowie nicht im Arbeitsrechtsverhältnis stehende Personen, die ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit ausüben.
Zu den freiberuflich Tätigen gehören auf kulturellem, pädagogischem, künstlerischem und schriftstellerischem Gebiet Tätige, aber auch im Gesundheitswesen und in anderen Bereichen Praktizierende.
Mithelfende Familienangehörige:
Familienangehörige eines Komplementärs, Inhabers, Mitinhabers oder Pächter eines Betriebes, die im Betrieb mitarbeiten und keine Lohneinkünfte vom Betrieb beziehen. Sinngemäß gilt dies auch für Familienangehörige der freiberuflich Tätigen und der ein Gewerbe ausübenden Personen. Nicht zu den Erwerbstätigen zählten Familienangehörige der LPG-Mitglieder, die ausschließlich in der individuellen Hauswirtschaft tätig waren.
Auszubildende:
Erwerbstätige (Lehrlinge), die im Rahmen eines Lehrverhältnisses auf der Grundlage eines Lehrvertrages in einer gesetzlich festgelegten Ausbildungszeit einen Facharbeiterberuf erlernen oder auf Teilgebieten von Fach¬arbeiterberufen ausgebildet werden. Darin eingeschlossen sind auch die Auszubildenden, die in einer in der ehemaligen DDR möglichen Berufsausbildung mit Abitur gleichzeitig mit der Facharbeiterqualifikation die Hochschulreife erwarben:
Da bei den Volks- und Berufszählungen 1964, 1971 und 1981 keine Gliederung der Auszubildenden nach Wirtschaftsbereichen/Wirtschaftsabteilungen der Ausbildungsbetriebe/-einrichtungen erfolgte, ist nur ihr summarischer Nachweis außerhalb dieser Gliederung möglich.
Diesem entgegensetzt wurden zur Zählung 1950 die Auszubildenden als Arbeiter bzw. Angestellte der jeweiligen Wirtschaftsgruppe des Ausbildungsbetriebes zugeordnet, ohne dass ihre Zahl in den Ergebnistabellen extra ausgewiesen wurde.
Wirtschaftsbereich/Wirtschaftsabteilung:
Die wirtschaftliche Gliederung bezieht sich auf das Unternehmen, in dem der Erwerbstätige beschäftigt ist. Umfasst das Unternehmen mehrere Einheiten mit unterschiedlichem Produktionsprogramm oder ist es in anderer Beziehung gegliedert, so ist die überwiegende wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens als Ganzes ma߬geblich. Grundlage der Zuordnung waren die in den Zähllisten geforderten genauen Angaben zur Arbeitsstätte. Die Entscheidung über die Zuordnung der Arbeitsstätte zum Wirtschaftszweig und zur Rechtsform erfolgte durch Fachkräfte in den Statistischen Kreisstellen anhand detaillierter Arbeitsstättenverzeichnisse. Bei Vergleichen der Zählungsergebnisse mit anderen Erwerbstätigenstatistiken ist selbstverständlich zu berücksichtigen, dass die direkte Befragung aller Bürger und die Erfassung nach dem Wohnortprinzip zu Unterschieden in den Ergebnissen führt. Insbesondere unterlagen die Zählungen keiner Eingrenzung der Erwerbstätigen in bestimmten Wirtschaftsbereichen, wie der Aussonderung des so genannten "X-Bereiches" in der offiziellen Erwerbstätigenstatistik der ehemaligen DDR.
Die wirtschaftliche Gliederung in den Datenbeständen der Volks- und Berufzählungen der ehemaligen DDR erfolgte mit Ausnahme der Zählung 1950 entsprechend der „Systematik der Volkswirtschaftszweige“ in neun Wirtschaftsbereichen, untergliedert nach Wirtschaftssektoren (2-Steller). In der Zählung 1950 wurde die Gruppierung der Erwerbstätigen noch nach Wirtschaftsabteilungen vorgenommen, methodisch weitgehend vergleichbar der bundesdeutschen Statistik.
In der vorliegenden Veröffentlichung erfolgte erstmals die Bereitstellung von Daten zu den Erwerbstätigen aus den Volks- und Berufzählungen 1964, 1971 und 1981, die in Anlehnung an die „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“ umgerechnet wurden. Grundlage hierfür war die Neuzuordnung der Betriebe aus der Erwerbstätigenstatistik 1989 entsprechend der Systematik der Bundesstatistik und der daraus ermittelten Bereichsstruktur der Erwerbstätigen im Vergleich zur Methodik der DDR-Statistik. Die aus der für 1989 rückgerechneten Erwerbstätigenstatistik ermittelten Koeffizienten wurden mit den ursprünglichen aus den Volkszählungen gewonnenen Daten verknüpft.
Die relativ große Eindeutigkeit in der Zuordnung der in der DDR definierten Wirtschaftsbereiche zu den Wirtschaftsabteilungen rechtfertigen zur Begrenzung des Berechnungsaufwandes die einheitliche Anwendung der ermittelten Koeffizienten für die Jahre 1981, 1971 und 1964 sowie Altersgruppen und Geschlecht, ohne dass die Aussagekraft der ermittelten Daten eingeschränkt wird“.
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Objective breakdown of the data tables:
I. Die amtliche Erwerbsstatistik in der DDR
A. Berufstätige insgesamt
A.1 Berufstätige in der DDR und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung, Angaben in 1000 und in Prozent (1970-1989)
A.2 Berufstätige in der DDR und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung (ohne Lehrlinge), Angaben in 1000 und in Prozent (1949-1989)
A.3 Berufstätige in der DDR nach Altersgruppen und Geschlecht, Angaben in Prozent (1969-1989)
A.4 Berufstätige in der DDR in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft mit Hoch- und Fachschulabschluss nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in 1000 (1970-1989)
A.5 Qualifikation der Berufstätigen in der DDR in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft, in 1000 und in Prozent (1971-1989)
A.6 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Eigentumsform, nach Bezirken, Angaben in 1000 (1970-1989)
A.7a Wohnbevölkerung im arbeitsfähigen und nichtarbeitsfähigen Alter nach Geschlecht (1946-1989)
A.7b Anteil der Wohnbevölkerung ( im arbeitsfähigen und nichtarbeitsfähigen Alter an der Wohnbevölkerung, in Prozent (1946-1989)
A.8 Struktur der Berufstätigen nach ihrer Stellung im gesellschaftlichen Reproduktionsprozess (1952-1989)
A.9 Berufstätige nach Eigentumsformen der Betriebe und Einrichtungen, in 1000 (1952-1989)
B. Berufstätige nach Stellung im Beruf
B.1 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Geschlecht und Stellung im Beruf (1950-1981)
B.2 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Altersgruppen und Stellung im Beruf (1950-1981)
B.3 Berufstätige in der DDR, darunter weiblich, nach Stellung im Beruf, Angaben in 1000 (1949-1989)
B.4 Berufstätige in der DDR nach Stellung im Beruf sowie Lehrlinge nach Eigentumsform der Betriebe, Angaben in 1000 (1955-1989)
B.5 Berufstätige in der DDR nach Stellung im Beruf und ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in 1000 (1955-1989)
C. Berufstätige nach Wirtschaftsbereichen
C.1 Verteilung der Berufstätigen in der DDR auf die Wirtschaftsbereiche in Prozent (1949-1985)
C.2 Berufstätige (einschließlich Lehrlinge) nach Bezirken und Wirtschaftsbereichen in der DDR in 1000 (1952-1989)
C.3a Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen, zum Jahresende bzw. 30.9., Angaben in 1000 (1949-1989)
C.3b Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen in 1000 und in %, Jahresende bzw. 30.9. (1949-1989)
C.4 Weibliche Berufstätige (Anteil) in der DDR nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in Prozent (1955-1989)
C.5 Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
C.6 Arbeiter und Angestellte in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
C.7 Lehrlinge in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
II. Wirtschaftsfachliche Verleichbarmachung der Erwerbstätigenrechnung der DDR mit der Erwerbstatistik für das Frühere Bundesgebiet
D. Statistisches Bundesamt Wiesbaden: Ausgewählte Daten zur Rückrechnung der Erwerbsstatistik (DDR) in der Klassifikation der Bundesstatistik („Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“)
D.1 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Stellung im Beruf und Wirtschaftsabteilungen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1970-1989)
D.2 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Geschlecht, Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
D.3 Rückrechnung: Erwerbstätige insgesamt in der DDR nach Bundesländern, Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
D.4 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Wirtschaftszweigen, Wirtschaftsabschnitten und Wirtschaftsunterabschnitten, Angaben in 1000 (1970-1989)
ZA8078.D4_Rückrechnung_Erwerbstätige_nach_Wirtschaftszweigen.xls
D.5 Rückrechnung: Erwerbstätige insgesamt in der DDR nach Wirtschaftsabteilungen und Ländern, in 1000 (1985-1989)
ZA8078.D5_Rückrechnung_Erwerbstätige_WirtZweige_Ländern_1985_1989.xls
D.6 Rückrechnung: Erwerbstätige und Erwerbsquoten in der DDR (1950-1989)
ZA8078.D6_Rückrechnung_Erwerbstätige_Erwerbsquoten.xls
D.7 Rückrechnung: Anteil der Erwerbstätigen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen an den Erwerbstätigen insgesamt, Angaben in % (1970-1989)
III. Ausgewählte Daten der Volks- und Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981), entsprechend der Systematik der Bundesstatistik
E. Statistisches Bundesamt Wiesbaden: Erwerbstätige in der ehemaligen DDR nach den Volks- und Berufzählungen (Umrechnung 1964, 1971, 1981 nach der „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“)
E.1a Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Personen insgesamt (1964, 1971, 1981)
E.1b Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Männliche Personen (1964, 1971, 1981)
E.1c Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Weibliche Personen (1964, 1971, 1981)
E.2a Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Personen insgesamt (1950, 1964, 1971, 1981)
E.2b Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Männliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.2c Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Weibliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3a Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Personen insgesamt (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3b Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Männliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3c Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Weibliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.4 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Wirtschaftsabteilungen und Geschlecht (1964, 1971, 1981)
E.5 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Altersgruppen und Geschlecht (1950, 1964, 1971, 1981)
E.6 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Stellung im Beruf und Geschlecht (1950, 1964, 1971, 1981)
E.7 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach dem höchsten Bildungsabschluss und Geschlecht (1964, 1971, 1981)
I. Die amtliche Erwerbsstatistik in der DDR
A. Berufstätige insgesamt
A.1 Berufstätige in der DDR und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung, Angaben in 1000 und in Prozent (1970-1989)
A.2 Berufstätige in der DDR und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung (ohne Lehrlinge), Angaben in 1000 und in Prozent (1949-1989)
A.3 Berufstätige in der DDR nach Altersgruppen und Geschlecht, Angaben in Prozent (1969-1989)
A.4 Berufstätige in der DDR in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft mit Hoch- und Fachschulabschluss nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in 1000 (1970-1989)
A.5 Qualifikation der Berufstätigen in der DDR in der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft, in 1000 und in Prozent (1971-1989)
A.6 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Eigentumsform, nach Bezirken, Angaben in 1000 (1970-1989)
A.7a Wohnbevölkerung im arbeitsfähigen und nichtarbeitsfähigen Alter nach Geschlecht (1946-1989)
A.7b Anteil der Wohnbevölkerung ( im arbeitsfähigen und nichtarbeitsfähigen Alter an der Wohnbevölkerung, in Prozent (1946-1989)
A.8 Struktur der Berufstätigen nach ihrer Stellung im gesellschaftlichen Reproduktionsprozess (1952-1989)
A.9 Berufstätige nach Eigentumsformen der Betriebe und Einrichtungen, in 1000 (1952-1989)
B. Berufstätige nach Stellung im Beruf
B.1 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Geschlecht und Stellung im Beruf (1950-1981)
B.2 Berufstätige in der DDR (einschließlich Lehrlinge) nach Altersgruppen und Stellung im Beruf (1950-1981)
B.3 Berufstätige in der DDR, darunter weiblich, nach Stellung im Beruf, Angaben in 1000 (1949-1989)
B.4 Berufstätige in der DDR nach Stellung im Beruf sowie Lehrlinge nach Eigentumsform der Betriebe, Angaben in 1000 (1955-1989)
B.5 Berufstätige in der DDR nach Stellung im Beruf und ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in 1000 (1955-1989)
C. Berufstätige nach Wirtschaftsbereichen
C.1 Verteilung der Berufstätigen in der DDR auf die Wirtschaftsbereiche in Prozent (1949-1985)
C.2 Berufstätige (einschließlich Lehrlinge) nach Bezirken und Wirtschaftsbereichen in der DDR in 1000 (1952-1989)
C.3a Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen, zum Jahresende bzw. 30.9., Angaben in 1000 (1949-1989)
C.3b Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen in 1000 und in %, Jahresende bzw. 30.9. (1949-1989)
C.4 Weibliche Berufstätige (Anteil) in der DDR nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen, Angaben in Prozent (1955-1989)
C.5 Berufstätige in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
C.6 Arbeiter und Angestellte in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
C.7 Lehrlinge in der DDR nach Wirtschaftsbereichen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
II. Wirtschaftsfachliche Verleichbarmachung der Erwerbstätigenrechnung der DDR mit der Erwerbstatistik für das Frühere Bundesgebiet
D. Statistisches Bundesamt Wiesbaden: Ausgewählte Daten zur Rückrechnung der Erwerbsstatistik (DDR) in der Klassifikation der Bundesstatistik („Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“)
D.1 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Stellung im Beruf und Wirtschaftsabteilungen im Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1970-1989)
D.2 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Geschlecht, Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
D.3 Rückrechnung: Erwerbstätige insgesamt in der DDR nach Bundesländern, Jahresdurchschnitt, Angaben in 1000 (1950-1989)
D.4 Rückrechnung: Erwerbstätige in der DDR nach Wirtschaftszweigen, Wirtschaftsabschnitten und Wirtschaftsunterabschnitten, Angaben in 1000 (1970-1989)
ZA8078.D4_Rückrechnung_Erwerbstätige_nach_Wirtschaftszweigen.xls
D.5 Rückrechnung: Erwerbstätige insgesamt in der DDR nach Wirtschaftsabteilungen und Ländern, in 1000 (1985-1989)
ZA8078.D5_Rückrechnung_Erwerbstätige_WirtZweige_Ländern_1985_1989.xls
D.6 Rückrechnung: Erwerbstätige und Erwerbsquoten in der DDR (1950-1989)
ZA8078.D6_Rückrechnung_Erwerbstätige_Erwerbsquoten.xls
D.7 Rückrechnung: Anteil der Erwerbstätigen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen an den Erwerbstätigen insgesamt, Angaben in % (1970-1989)
III. Ausgewählte Daten der Volks- und Berufszählungen (1950, 1964, 1971, 1981), entsprechend der Systematik der Bundesstatistik
E. Statistisches Bundesamt Wiesbaden: Erwerbstätige in der ehemaligen DDR nach den Volks- und Berufzählungen (Umrechnung 1964, 1971, 1981 nach der „Systematik der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1979 (WZ)“)
E.1a Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Personen insgesamt (1964, 1971, 1981)
E.1b Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Männliche Personen (1964, 1971, 1981)
E.1c Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Quellen des Lebensunterhalts, Weibliche Personen (1964, 1971, 1981)
E.2a Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Personen insgesamt (1950, 1964, 1971, 1981)
E.2b Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Männliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.2c Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Wirtschaftsbereichen (ohne Auszubildende), Weibliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3a Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Personen insgesamt (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3b Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Männliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.3c Erwerbstätige am Ort der Hauptwohnung nach Ländern und Stellung im Beruf, Weibliche Personen (1950, 1964, 1971, 1981)
E.4 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Wirtschaftsabteilungen und Geschlecht (1964, 1971, 1981)
E.5 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Altersgruppen und Geschlecht (1950, 1964, 1971, 1981)
E.6 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach Stellung im Beruf und Geschlecht (1950, 1964, 1971, 1981)
E.7 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) am Ort der Hauptwohnung nach dem höchsten Bildungsabschluss und Geschlecht (1964, 1971, 1981)
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Archival date: Dezember 2002
Year of online publication: 2001
Editor in GESIS: Birgit Exner/Jürgen Sensch
Version: Version 1.0.0
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