Study number: ZA 8444
Study title: Naturwissenschaft, Staat und Industrie in Baden 1848 - 1914.
Survey or investigation period: 1840 - 1915
Primary researcher: Borscheid, Peter
Publication (printed publication): Borscheid, P., 1976: Naturwissenschaft, Staat und Industrie in Baden 1848 – 1914. Stuttgart: Ernst Klett Verlag.
Recommended citation (dataset): Borscheid, P., 1976: Naturwissenschaft, Staat und Industrie in Baden 1848 – 1914. Stuttgart: Ernst Klett Verlag.
Daten entnommen aus:
GESIS Datenarchiv, Köln. histat.
Studiennummer 8444
Datenfile Version 1.0.0
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Study description:
Die Beschäftigung mit dem historischen Entwicklungsprozess staatlicher Wissenschaftspolitik vermittelt Einsichten, unter welchen Bedingungen eine externe Lenkung praxisnaher Wissenschaften einzusetzen vermag, wo sich Einflussmöglichkeiten finden und welche Folgen sich aus solchen Eingriffen für die Wissenschafts- und Wirtschaftsentwicklung ergeben. Sie liefert neue antworten auf die Frage, warum sich das wirtschaftlich rückständige Deutschland während des 19. Jahrhunderts von seinem Vorbild England zu lösen vermochte und auf dem Gebiet der Wissenschaft wie der wissenschaftsabhängigen Industrie bis zu Ersten Weltkrieg zu einer führenden Macht aufsteigen konnte. Die Förderung der praxisnahen Wissenschaften über die Hochschulen bot sich unter den Umständen der 50er Jahre im 19. Jahrhunderts als die schnellste, effektivste und billigste Lösung an, die drückenden sozialen und politischen Probleme zu beseitigen. Die Wechselbeziehung zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Technik und Wissenschaft steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Besonders wird dabei auf die engen Bindungen verwiesen, die sich zwischen der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung als Folge der externen Wissenschaftssteuerung ergaben.
Zur Analyse des Handlungsgefechtes Naturwissenschaft - Wirtschaft – Staat wurde das Großherzogtum Baden in seiner Entwicklung zwischen 1848 und 1914 als Untersuchungsobjekt gewählt. Die badischen Wissenschaftsausgaben lagen im Betrachtungszeitraum im Verhältnis zum Etat, zum Volkseinkommen und zur Bevölkerung höher als die aller anderen deutschen Bundesstaaten. Die wissenschaftspolitischen Schwerpunkte wurden auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet gesetzt. Andererseits bot sich das Großherzogtum Baden durch sein reichhaltiges Spektrum an wissenschaftsorientierten Industrien an. Der nordbadische Industrieraum war vor allem durch die Chemie geprägt. Die in dieser Untersuchung ausgewählten Naturwissenschaften, Chemie und Physik, sind nasch den in Baden vorhandenen wissenschaftsorientierten Industrien ausgewählt. Ihre Entwicklung wurde anhand der Universitäten Heidelberg und Freiburg sowie der TH Karlsruhe verfolgt. Der zeitliche Beginn der Untersuchung ergab sich aus dem Aufschwung, den die Naturwissenschaften im Anschluss an die 48er Revolution nahmen, und orientiert sich in seiner Untergliederung nach konjunkturellen Gesichtspunkten. Damit konnten gleichzeitig wissenschaftsimmanente Zyklen abgedeckt und das Wechselspiel im Kräftefeld Wissenschaft – Technik – Wirtschaft leichter systematisiert werden.
Study area:
Deutschland: Großherzogtum Baden 1848 – 1914.
Universitäten: Universität Freiburg; Universität Heidelberg; Technische Hochschule Karlsruhe.
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Source types:
Archivalien: Badisches Generallandesarchiv Karlsruhe; Universitätsarchive Heidelberg und Freiburg, Technische Hochschule Karlsruhe; Verhandlungen der Stände-Versammlung des Großherzogtums Baden.
Auswertung von wissenschaftlichen Zeitschriften, Briefwechseln sowie Firmenarchive. Daten aus der Forschungsliteratur.
Sources used (detailed index):
Siehe das Quellen- und Literaturverzeichnis in dem beigefügten PDF – Dokument.
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Annotations:
Tabelle 1:
Für 1847/48 bis 1856/57: Bericht der Budget-Kommission zum 2. Nachtrag des außerordentlichen Budgets für 1858 und 1859. 43. Sitzung am 22. März 1858. Verhandlungen. Beilagen der 2. Kammer. Für 1857/58 bis 1863/64: 32. Sitzung vom 12. April 1864. Ebd. Für 1864/65 bis 1866/67: 39. Sitzung vom 6. Dezember 1867. Ebd. Für 1867/68 bis 1872/73: technische Hochschule Karlsruhe (1892).
Tabelle 2:
Ordentlicher und außerordentlicher Etat für die betreffenden Jahre zusammengefasst. Nach den Rechnungsweisen in den Verhandlungen. 2. Kammer.
Tabelle 3:
Zusammengestellt nach Hintzelmann (1904/07). Für die Semester seit 1870 nach: Immatrikulationslisten für Universität Heidelberg. In: BGLA 235/519.
Tabelle 4:
Zusammengestellt nach den Rechnungsnachweisen für die Jahre 1850 bis 1873. In: Verhandlungen 1850 bis 1873.
Tabelle 5:
Berechnet nach der numerischen Entwicklung der akademischen Berufe und der Arbeiteranzahl der BASF. Werksarchiv der BASF Ludwigshafen.
Tabelle 6:
Nach Hoffmann (1965).
Bei der von F. Fischer (1897) zusammengefassten Untersuchung muss berücksichtigt werden, dass bei den angegebenen Werten die Fabriken ohne Chemiker nicht erfasst sind, ebenso die kleineren Fabrikanten mit nachweislich nur einem geringen Chemikeranteil nur zu 80%. Ebenfalls sind die zwischen 1891 und 1896 gegründeten Werke nicht berücksichtigt. Dadurch liegt der für das Jahr 1896 erhaltene Wert zu hoch.
Berechnet nach der numerischen Entwicklung der akademischen Berufe und der Arbeiterzahl der BASF. Werksarchiv der BASF Ludwigshafen.
Tabelle 7:
Berechnet nach Einzelangaben bei Hoffmann (1965) und André (1971).
Tabelle 8:
Nach den Gehaltslisten der BASF 1883 bis 1913. Firmenarchiv der BASF, Ludwigshafen.
Tabelle 9:
Berichte 13 (1880) S.2453 und 29 (1896) S.3044.
Tabelle 10:
Es wurden wegen der beiden üblichen Pflichtpraktika jeweils die Mittel aus dem Sommer und dem Wintersemester gewählt, um so die Zahl der Neuimmatrikulierten in Physik annähernd genau bestimmen zu können. Die wirklichen Zahlen dürften minimal über den hier angegebenen gelegen haben.
Für 1873-1890: Zusammenstellung der Frequenz der Praktika von Professor Quincke (Heidelberg) durch die Akademische Quästur vom 24. Februar 1891. BGLA 235/30012.
Für 1891-1896: Nach einem Brief von Professor Quincke an das Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 13. Dezember 1896. BGLA 235/29992.
Für 1897-1913: Personalakten von Professor Quincke und Lenard. Zahlungslisten und Abrechnungen der Akademischen Quästur. Universitätsarchiv Heidelberg.
Frequenz der Universität Freiburg. Ebd. 235/839 bis 841. Ferner: b. Weinberg (1902). Ab 1899: Adressbücher der Universität Freiburg. Universitätsarchiv Freiburg.
Tabelle 11:
Angaben für 1873-1891: Technische Hochschule Karlsruhe (1892).
Für 1892-1909: Badische Schulstatistik (1912).
Für 1910-1911: Bericht der Budget-Kommission. Budget des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts für 1912/13. Verhandlungen. Beilagen zur 2. Kammer.
Für 1912: BGLA 235/4117.
Tabelle 12:
Für Heidelberg: 1873-1889: BGLA 235/519 bis 521.
1890-1913: Personalakte V. Meyer und Curtius. Zahlungslisten und Abrechnungen der Akademischen Quästur. Universitätsarchiv Heidelberg.
Für Freiburg: 1873-1898: BGLA 235/837. Ab 1899: Adressbücher der Universität Freiburg. Universitätsarchiv Freiburg.
Tabelle 13:
Zusammengestellt nach dem Budget der drei badischen Hochschulen. Verhandlungen. Rechnungsnachweisungen.
Tabelle 14:
Zusammengestellt nach dem Budget der drei badischen Hochschulen. Verhandlungen. Rechnungsnachweisungen. Anteil von 1912/13 teilweise geschätzt.
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Objective breakdown of the data tables:
Tab.01 Vergleich Gesamtfrequenz der TH Karlsruhe und der chemisch-technischen Schule (1845-1873)
Tab.02 Entwicklung der Staatsausgaben für das Unterrichtswesen in Baden (1842-1873)
Tab.03 Neuimmatrikulationen Chemiker und prozentualer Anteil an gesamten Neuimmatrikulationen (1840-1873)
Tab.04 Anteil außerordentlichen Ausgaben für Naturwissenschaften an gesamten Ausgaben an der Uni Heidelberg (1850-1873)
Tab.05 Verhältnis Chemiker und Arbeiter in der BASF (1865-1913)
Tab.06 Vergleich: Beschäftigte in der chemischen Industrie und in der Industrie beschäftigte Chemiker in Deutschland (1850-1913)
Tab.07 Hektarerträge für Weizen, Roggen, Gerste und Kartoffeln in Deutschland, in kg (1846-1915)
Tab.08 Durchschnittsgehälter bei der BASF nach Berufsgruppen (1883-1912)
Tab.09 Chemiker, Aufgliederung nach Fachbereichen (1879-1896)
Tab.10 Frequenz der physikalischen Labors in Heidelberg und der Physik in Freiburg (1875-1913)
Tab.11 Frequenz der TH Karlsruhe nach Fachschulen (1873-1914)
Tab.12 Frequenz der chemischen Laboratorien an den Universitäten Heidelberg und Freiburg (1873-1913)
Tab.13 Außerordentliche Ausgaben für Chemie und Physik an der Univ. Freiburg, Univ. Heidelberg, TH Karlsruhe (1874-1913)
Tab.14 Prozentualer Anteil außerordentlicher Ausgaben für Chemie und Physik am gesamten Hochschuletat Badens (1850-1913)
Archival date: Mai 2010
Year of online publication: 1976
Editor in GESIS: Simone Bubel/Jürgen Sensch
Version: Version 1.0.0
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