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        <r:Title>DDI3.1 Dokumentation für Studie &apos;Deutsche Gewerbeexporte nach England in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, 1854-1913.&apos;</r:Title>
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            <r:Title>Deutsche Gewerbeexporte nach England in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, 1854-1913.</r:Title>
                                        <r:Creator>Buchheim, Christoph</r:Creator>
            


            <r:Publisher>GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Publisher>

            <r:Contributor role="Distributor">GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Contributor>
            <r:InternationalIdentifier type="DOI">doi:10.4232/1.8137</r:InternationalIdentifier>
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                <dc2:title>Deutsche Gewerbeexporte nach England in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, 1854-1913.                </dc2:title>
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                Die vorliegende Untersuchung von Buchheim beschäftigt sich mit der deutschen Ausfuhr von Gewerbeprodukten nach Großbritannien im 19. Jahrhundert. Einerseits soll deren rasche Zunahme in der zweiten Jahrhunderthälfte dargestellt werden, andererseits wird nach den Gründen für diese Entwicklung geforscht. Dabei unterscheidet sich die Fragestellung hier in doppelter Weise von der anderer neuerer Studien, die gleichfalls den deutschen Außenhandel mit England im 19. Jahrhundert zum Gegenstand haben. Der Betrachtungszeitraum der Arbeit von Buchheim umfasst die zweite Häflte des 19. Jahrhunderts; in ihr wird die Periode der eigentlichen Industrialisierung Deutschlands in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Andere Studien (z.B. von Bodo von Borries, Rolf Dumke, Otto-Ernst Krawehl und Martin Kutz) behandeln den deutschen Außenhandel mit England für die erste Hälfte des 19. Jh. und somit für den Zeitraum der deutschen ‚Frühindustrialisierung’. 
Der Autor verfolgt eine historische Argumentationsweise bei seiner Analyse der Daten und erweitert die Ursachenanalyse in Richtung einzelner Handlungsträger.

Dem stark eingegrenzten Gegenstand, nämlich nur Gewerbeexporte ausschließlich nach England, liegt folgende Überlegung zugrunde:
Um 1850 befand sich Deutschland gegenüber Großbritannien in der Situation eines unterentwickelten Landes. Waren damals im Vereinigten Königreich ungefähr 22% aller Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig, aber 48% im Gewerbe (einschließlich Bau und Bergbau), so lauteten die entsprechenden Zahlen für Deutschland 55% und 25% . Auch in der Mechanisierung lag Deutschland weit hinter England zurück. Aus diesem Grund ist es von Interesse, die Zunahme der deutschen Gewerbeexporte nach England im folgendenn halben Jahrhundert darzustellen und zu erklären.
Die von Buchheim behandelten beiden Hauptfragen sind:
- wie es Deutschland im Rahmen seiner Industrialisierung gelang, seine gewerblichen Produkte in Großbritannien abzusetzen, und
- wie deutsche Unternehmen dem Wettbewerb des großen und modernen englischen Gewerbesektors standhalten konnten.

Die Untersuchung erstreckt sich einerseits auf die wirtschaftlichen Strukturänderungen, die einen neuen Rahmen absteckten für deutsche Verkaufsanstrengungen in Großbritannien. Andererseits werden vor dem Hintergrund der jeweiligen Absatzorganisation eben diese Verkaufsanstrengungen beschrieben, die den deutschen Exporterfolg schließlich unmittelbar herbeiführt (vergl. zur Absatzorganisation die Studie von Dessauer: „Entwicklungstendenzen der betrieblichen Exportwirtschaft in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts …“, ZA-Studie 8107).

Buchheim kann zeigen, dass die deutschen Gewerbeesxporte nach England vor der Jahrhundertwende vor allem aus Konsumgütern bestanden, die in den 1890er Jahren mit etwa 7% Marktanteil ihren Höhepunkt erreichten. Danach verlagerte sich die Konkurrenz zwischen England und Deutschland auf schwerindustrielle Güter und den Maschinenbau. Die Quote Deutschlands am englischen Fertigwarenkonsum verringerte sich dagegen.
Weiterhin wird deutlich, daß zumindes bie den vier im Einzelnen untersuchten Branchen, nämlich der Seidenweberei, der Spielzugproduktion, der Farbdruckerei und der Klavierindustrie, direkte staatliche Uunterstützung nur eine sehr untergeordnete Rolle für das Exportwachstum gespielt hat. 

Langfristige geschlossene Zeitreihen zu deutschen Industriegüterexporte nach dem Vereinigten Königreich liegen leider nicht vor. Daher greift der Verfasser auf einzelne Stichjahre zurück. Um die Gefahr von Verzerrungen der säkularen Strukturverschiebungen durch kurz- und mittelfristig wirksame Einflüsse auszuschalten, müssen Jahre ausgewählt werden, in denen solche Faktoren jeweils möglichst gleichgerichtet waren. Das gilt insbesondere für die Phasen des Konjunkturzyklus. Zum einen werden nämlich die Exporte eines Landes in ein anderes durch die Binnenkonjunktur des importierenden Landes beeinflusst. Darüberhinaus bewirkt die unterschiedliche Flexibilität der Nachfrage nach einzelnen Waren und Warengruppen bei Einkommensänderungen zyklische Verschiebungen in der Zusammmensetzung der Importe, das heißt aus der Sicht des exportierednen Landes Veränderungen seiner Verkäufe. Andererseits sind Zusammenhänge zwischen der Konjunktur des Ausfurhlanndes und den Exportanstrengungen seiner Firmen zu vermuten. Daher ist es ratsam, nur Stichjahre aus ähnlichen Konjunkturphasen miteinander zu vergleichen. Das wird wesentlich durch den Tatbestand erleichtert, daß in der zweitenn Hälfte des 19. Jh. bis hin zum Ersten Weltkrieg die Konjunkturwellen in Deutschhland und Großbritannnien ziemlich gut übereinstimmen. Es wurden als Stichjahre die Jahre 1854, 1866, 1872, 1882, 1890, 1899 und 1913 für die Untersuchung ausgewählt. Diese Jahre liegen in konjunkturellen Aufschwüngen bzw. markieren deren Höhepunkte.

Der Autor analysiert ausschließlich den Warenhandel in seiner heute üblichen Abgrenzung, das heißt ohne den Export und Import von Gold und Silber in Barren oder Münzen. Vor allem steht der Handel mit gewerblichen Erzeugnissen, auch als Fabrikate- oder Industriegüterhandel bezeichnet, im Mittelpunkt. Neben den eigentlichen Fertigprodukten sind darin immer auch die Halbwaren eingeschlossen. Die Fabrikate werden weiter ungergliedert in: 
- Chemikalien
- Produkte der metallerzeugenden und metallverarbeitenden Industrie mit den Subgruppen Eisen und Stahl, andere Metalle, Metallwaren, Maschinen, Transprotmittel
- Garne
- Textilien und Kleidung
- andere Industriegüter

Die einzelnen Erzeugnisse sind nicht entsprechend der amtlichen Gliederung diesen Gruppen zugeordnet worden, sondern in Anlehnung an die Einteilung von Alfred Maizels (1963): Industrial Growth and World Trade, der sich seinerseits auf die Standardklassifikation der Vereinten Nationen stützte. 

Für die Analyse der relative Wachstumsgeschindigkeiten der Exporte einzelner Waren bzw. verschiedener Länder ist es auch von Bedeutung, ob Wert- oder Volumenreihen der Ausfuhr zugrundegelegt werden. 
Volumenreihen entstehen dadurch, daß die physischen Mengen verschiedener Produkte mit den entsprechenden Preisen eines Basisjahres gewichtet, ihre Dimensionen dadurch vereinheitlicht und diese so addierbar gemacht werden. Sie ermöglichen eine Betrachtung der im ökonomischen Sinn realen Entwicklung von Warenströmen im Zeitablauf, d.h. unter statistischer Kontrolle von Preisänderungen. 
Wertreihen entstehen direkt aus der Aggregation der Verkäufe von einzelnen Produkten für die verschiedenen Jahre. Ändern sich die Sorten und Qulitäten der hauptsächlich angebotenen Waren im Zeitablauf – und damit deren Preise –, so schlägt sich dies unmittelbar in den Wertreihen nieder.

Buchheim verwendet in seiner Arbeit Wertreihen, d.h. die Zahlenangaben betreffen Wertgrößen, gemessen in laufenden Preisen. Hierfür führt der Autor mehrere Gründe an:
- Exporte und Importe von gewerblichen Gütern sind in den Außenhandelsstatistiken oft überhaupt nicht nach der Menge, sondern allein mit ihrem Wert verzeichnet. Die Berechnung einer Volumenreihe ist daher nicht möglich.
- Es soll erfasst werden, wie sich der Marktanteil Deutschlands in England entwickelt. Hierzu eignen sich allein Umsatzgrößen – also Wertreihen. 
- Für die Beurteilung der relativen Wachstumschancen stellen die Wertgrößen ebenfalls den besseren Maßstab dar. 
- Wertreihen – und nicht Volumenreihen – spiegeln Verschiebungen in der inneren Zusammensetzung der betrachteten Warengruppen, die zur Senkung oder Steigerung ihres Durchschnittseinheitswertes führen wieder.

Datentabellen in HISTAT:

A. Importe des Vereinigsten Königreichs nach Fabrikaten
B. Deutsche Exporte nach England

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