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            <r:Title>Die Entwicklung der Staatsausgaben in Deutschland 1872 – 1965.</r:Title>
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            <r:Publisher>GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Publisher>

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                Seit Beginn dieses Jahrhunderts ist in nahezu allen Industrieländern eine absolute und relative Zunahme der Staatsausgaben zu beobachten. Viele Finanzwissenschaftler haben nach den Gründen und vor allem nach der Entwicklung der Staatsausgaben für die Zukunft gefragt. Entwicklungsgesetzliche Theorien wollen unausweichliche Tendenzen aufzeigen und auch Prognosen stellen. Erklärungsversuche für die Entwicklung der öffentlichen Ausgaben finden immer wieder großes Interesse. Das gilt vor allem für das von Adolph Wagner erstmals 1863 formulierte „Gesetz der wachsenden Ausdehnung der öffentlichen, insbesondere der Staatstätigkeit“. Seit der Nationalökonom das Gesetz der wachsenden Staatsausgaben formulierte, sind sowohl der Tatbestand als solcher wie auch die zur Erklärung herangezogenen Faktoren in der wissenschaftlichen Diskussion umstritten. Dies hat seinen Grund vor allem darin, dass eine statistische Deskription zwar Tatbestände klären, aber noch nicht im eigentlichen Sinne Erklärungen für beobachtete Entwicklungen liefern kann. Der Anspruch, Wagners Aussagen einer empirischen Überprüfung zu unterziehen, erfordert eine Operationalisierung des diffusen Begriffs „Ausdehnung der Staatstätigkeit“. Nach seinen eigenen Worten ist „das Gesetz des wachsenden Staatsbedarfs „… nur die finanzielle Formulierung des allgemeinen Gesetzes der Ausdehnung der Staatstätigkeiten. Letzteres ist die Ursache, jenes die Wirkung“ (Wagner, A., 1893: Grundlegung der politischen Ökonomie, Teil I: Grundlagen der Volkswirtschaft, (frühere Auflagen 1876, 1879), 3. A. Leipzig, S. 892) und „ … in der in der Entwicklung, Ausdehnung, Vergrößerung der öffentlichen, besonders der Staatsfinanzen reflektiert sich daher die Ausdehnung der öffentlichen Tätigkeiten“ (Wagner, A., 1911: Staat (in nationalökonomischer Sicht), in: Handwörterbuch der Staatswissenschaften, 3. A., Bd. VII, Jena, S. 735). Die Staatsfinanzen bzw. die Staatsausgaben können nach Wagner somit als eine Indikatorfunktion für die Staatstätigkeiten betrachtet werden. Für die quantitative Bestimmung des Umfangs der Staatstätigkeit werden als Operationalisierung heute üblicherweise die Staatsausgaben herangezogen; Staatsausgaben sind vielleicht der markanteste Ausdruck von Staatstätigkeit und sie sind exakt messbar. Um schließlich die „Ausdehnung“ der Staatstätigkeit zu erfassen, werden in der Regel die Staatsausgaben zu einem Indikator der „Gesamtwirtschaft“ in Beziehung gesetzt (z.B. das Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen oder das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten). Sind beide Ausdrücke „staatliche Aktivität“ und „Gesamtwirtschaft“ operationalisiert, werden sie zur „Staatsquote“ verknüpft. Das Wagner’sche Gesetz kann dann mit Konrad K. Littmann (1977) wie folgt umschrieben werden: Im Zeitablauf steigt das Volumen der der öffentlichen Ausgaben (absolutes Wachstum); die Wachstumsrate der öffentlichen Ausgaben ist größer als die der privaten Ausgaben („relatives Wachstum“); daraus ergibt sich eine steigende Staatsquote (als Relation von „öffentlichen Gesamtausgaben“ und „Sozialprodukt“). 

Die umfangreiche und detaillierte Langzeitanalyse von Otto Weitzel geht von einem faktoranalytischen Erklärungsansatz aus. Die Entwicklung der Staatsausgaben wird in diesem Ansatz auf „unabhängige Variablen“ (die sozioökonomischen Faktoren) zurückgeführt. Dabei wird implizit oder explizit davon ausgegangen, dass zwischen den „abhängigen Variablen“ (den Staatsausgaben) und den unabhängigen Variablen eine dauerhafte Beziehung besteht, die es erlaubt, diese als „quasi gesetzmäßig“ anzusehen.
Die Untersuchung von Otto Weitzel beschränkt sich auf die Erfassung der Wachstumsvorgänge im öffentlichen Sektor und auf die Analyse ihrer Ursachen. Die Zielsetzung der Arbeit liegt in einer zweifachen Ausrichtung: „Einmal muß das Ausmaß des öffentlichen Budgetwachstums im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung genau und zweifelsfrei festgestellt werden, zum anderen gilt es, die treibenden Kräfte dieses Expansionsprozesses zu erfassen. So soll die vorliegende Monographie einen Abriß der öffentlichen Ausgabenentwicklung in Deutschland vermitteln … neben dem Wachstum des globalen Finanzvolumens werden dabei auch die Strukturveränderungen der öffentlichen Ausgaben in funktionaler und einkommenstheoretischer Hinsicht aufgezeigt und an verschiedenen gesamtwirtschaftlichen Indikatoren gemessen. Gleichzeitig ist es jedoch das Hauptanliegen der vorliegenden Studie, das Faktum der der zunehmenden Staatstätigkeit theoretisch zu klären und zu begründen. Insbesondere steht hierbei die Frage im Mittelpunkt, inwieweit diese relative Ausdehnung vom wirtschaftlichen Wachstum abhängt und inwieweit politische Daten diesen Expansionsprozeß determinieren. Des weiteren wird detailliert untersucht, welche ökonomischen und politischen Faktoren im einzelnen für Gesamtausgaben und bestimmte Verwaltungszweige von Bedeutung sind … Einerseits erlaubt die recht tiefe Untergliederung der einzelnen Verwaltungszweige, die Impulse der öffentlichen Aktivität in detaillierter Form zu beschreiben und damit die theoretischen Ergebnisse der Globalanalyse zu ergänzen und zu verfeinern. Andererseits gestattet das stark aufgeschlüsselte statistische Material erstmals auch eine teilweise Überprüfung der deduktiven Aussagen, weil mit einer solchen Differenzierung die verschiedenen Zahlenreihen weitgehend homogene Aufgabenbereiche repräsentieren … Im letzten Abschnitt gilt es, in einem historischen Rückblick die säkularen Entwicklungstendenzen des staatswirtschaftlichen Wachstums herauszuschälen. Das kritische Zusammenspiel der verschiedenen Bestimmungskomponenten steht hierbei im Vordergrund der Betrachtung … Im Zuge dieser erweiterten induktiven Forschungsmöglichkeiten werden die säkularen Trendbewegungen der öffentlichen Ausgaben – wie auch ihrer Strukturkomponenten – mit der Entwicklung der Ausgabenfaktoren im Zeitablauf verglichen … Als Resultat einer solchen langfristigen Kausalbetrachtung ergeben sich im Laufe der Jahrzehnte vielfach wechselnde Datenkonstellationen und verschiedene Ursachenkombinationen für die öffentliche Budgetexpansion. Es bot sich deshalb an, etwa gleichartige Zeitabschnitte zusammenzufassen, die durch einheitliche Ausgabenbewegungen gekennzeichnet sind. Da in vielen Fällen wirtschaftliches Wachstum und staatliche Aktivität eng voneinander abhängen, erwies sich hierbei ein Rückgriff auf die Stadientheorie ROSTOWs als sinnvoll“ (Weitzel, O., 1969, S. 2 - 7). Ausgehend von der Vorstellung, dass langfristig primär die Faktoren des wirtschaftlichen Wachstums die Ausdehnung der Staatstätigkeit determinieren, unterteilt Weitzel den Zeitraum seit etwa Mitte des 17. Jahrhunderts in vier Phasen: Ausgangspunkt ist die „agrarische traditionelle Gesellschaft“, in der der Staat ein zu vernachlässigendes Annex bildet. Die Mitte des 17. Jahrhunderts einsetzende „Anlaufperiode zum wirtschaftlichen Aufstieg“ ist durch sprunghafte Ausweitung des Staatssektors – insbesondere aufgrund der Notwendigkeit staatlicher Infrastrukturinvestitionen – gekennzeichnet; demgegenüber geht in der „Aufstiegsphase“ des Industriezeitalters (in Bezug auf Deutschland von 1816 – 1872) der relative Staatsanteil insbesondere deswegen zurück, weil die infrastrukturellen Bedürfnisse der Wirtschaft einen gewissen Sättigungsgrad erreichen. In der folgenden „Reifephase“ (bis zum ersten Weltkrieg) und dem anschließenden „Zeitalter des Massenkonsums“ steigt der Staatsanteil wieder an, da es aufgrund des wachsenden persönlichen Wohlstandes und der unterstellten Superiorität der öffentlichen Güter zu einer „Nachfragepause“ nach Investitionen in das öffentliche Konsumtivkapital, nach staatlichen Dienstleistungen und Transfers kommt (Weitzel, O., 1969, S. 299 – 310). Die Stufentheorie wird von Weitzel nicht als Systematisierung und Abgrenzung von Wirtschaftsepochen oder -stufen begriffen, sondern der Stufeneinteilung wird weitgehend ein allgemeingültiger Charakter zugesprochen. Damit erweitert Weitzel den „funktionalistischen“ Ansatz, der die Staatsausgaben als Funktion verschiedener permanent wirkender unabhängiger Variablen auffasst, auf die Vorstellung einer Determiniertheit der Geschichte schlechthin. „Aufgrund der Übereinstimmung unserer Untersuchungsergebnisse mit den ausländischen Beobachtungen kommt es abschließend zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem WAGNERschen Gesetz, dem als Alternative die Resultate unserer ‚kausalanalytischen Mikroanalyse’ und unserer ‚stufentheoretischen Makrobetrachtung’ gegenüber gestellt werden“ (Weitzel, O., 1969, S. 7). 

Thematische Schwerpunkte der Datentabellen in HISTAT:
- Die unmittelbaren Ausgaben der Gebietskörperschaften.
- Das Wachstum der nominalen und realen Ausgaben der Gebietskörperschaften.
- Der Anteil der Staatsausgaben am Nettosozialprodukt.
- Die öffentliche Hand als Arbeitgeber (Zahl der öffentlich Beschäftigten).
- Größe und Struktur des öffentlichen Kapitalstocks.
- Die Finanzen des kollektiven Bereichs.
- Die relative Gliederung des öffentlichen Bereichs.
- Die funktionale Struktur und Entwicklung der zivilen öffentlichen Ausgaben.
- Die Entwicklung der kriegsbedingten Ausgaben.
- Die strukturelle Gliederung der öffentlichen Konsumausgaben.
- Funktionalstruktur der staatlichen Brutto- und Realinvestition.
- Funktionale Untergliederung der öffentlichen Finanzinvestition, Investitionen der Gebietskörperschaften und der Anteil des Staates am Volkswirtschaftlichen Investitionsvolumen.
- Die Struktur der Transferausgaben. 
- Die staatlichen Käufe von Gütern und Diensten.
- Die Übertragungen im Staatsbudget.
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            <!-- Dummy Structure - should not be required! -->
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                        <!-- Dummy Element - should not be required! -->
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            <!-- End ofDummy Structure - should not be required! -->
        </pd:PhysicalDataProduct>
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                    <r:Description>Histat 2.0 nach DDI 3.1 Export</r:Description>
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