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        <r:Title>DDI3.1 Dokumentation für Studie &apos;Index der Agrarproduktion in Deutschland im 19. Jahrhundert, 1800 - 1914&apos;</r:Title>
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            <r:Title>Index der Agrarproduktion in Deutschland im 19. Jahrhundert, 1800 - 1914</r:Title>
                                        <r:Creator>Helling, Gertrud</r:Creator>
            


            <r:Publisher>GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Publisher>

            <r:Contributor role="Distributor">GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Contributor>
            <r:InternationalIdentifier type="DOI">doi:10.4232/1.8137</r:InternationalIdentifier>
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                <dc2:title>Index der Agrarproduktion in Deutschland im 19. Jahrhundert, 1800 - 1914                </dc2:title>
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                Helling versucht, die Entwicklung der Agrarproduktion des vorigen Jahrhunderts in Deutschland auf der Grundlage der offiziellen und halbamtlichen statistischen Daten so weit wie möglich über Preußen hinaus zu erfassen, da bisherige Untersuchungen zu diesem Thema hauptsächlich von preußischen Verhältnissen ausgehen. Ziel ist weiterhin die Berechnung eines Index der Agrarproduktion in Deutschland. 

Für dieses Vorhaben wirken sich folgende Sachverhalte erschwerend aus: 
Da die Fragen der Agrarproduktion im Gegensatz zur Industrieproduktion zunächst auf wenig Aufmerksamkeit gestossen sind, liegen für das 19. Jh. nur ungenügende statistische Erfassungen für die lanwirtschaftliche Produktion vor. Im allgemeinen setzte sich eine exakte statistische Erfassung immer zuerst auf den Gebieten durch, die für den Staat und dessen Steuereinnahmen von Bedeutung waren. Hinsichtlich der Landwirtschaft war das nicht in erster Linie die Produktion, sondern der Handel und besonders der Außenhandel.

Die Berechnung eines auch nur einigermaßen realen Index der Agrarproduktion in Deutschland stößt auch deshalb auf Hindernisse, weil die Kleinstaaterei die Herausarbeitung einer gesamtdeutschen Statistik sehr erschwert. Erst sein 1878 gibt es offizielle Zahlen zur Agrarproduktion in Deutschland. 

Helling unterteilt ihre Arbeit in drei Bereiche der Landwirtschaft:
- die pflanzliche Produktion
- die viehwirtschaftliche Produktion
- die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft

Die pflanzliche Produktion:
Für den Beginn des 19. Jh sind Getreide und Kartoffeln die einzigen Erzeugnisse, für die einigermaßen zuverlässige Daten angegeben werden können. 
Werte der Ernteergebnisse zu einzelnen Ländern (Preußen, Sachsen, Bayern, Württemberg, Hannover, Schleswig-Holstein) machen deutlich, dass Preussen allein nicht repräsentativ für Deutschland gelten kann. Während die pflanzl. Produktion Alt-Preußens zwischen 1870-1900 um 28% zunahm, stieg die Produktion der neuen preußischen Gebiete um 67% (Hannover, Schleswig-Holstein, etc.). In Sachsen, Württemberg und Baden ist eine Stagnation und teilweise ein Rückgang zu beobachten. Wichtig hierbei ist jedoch: in dieser Zeit werden auch andere pflanzl. Kulturen angebaut, für die zum Teil keine Produktionsangaben vorliegen. 
Helling errechnet einen Index der Entwicklung der Agrarproduktion und stellt fest, dass die Berechnung des Index auf Grundlange der Datenreihen von Finckelstein zu einer Unterschätzung der Entwicklung in der ersten Hälfte des 19. Jh. führt. Seine Werte beruhen ausschließlich auf die Daten Preußens. 

Helling vergleicht die Reihe von Finckenstein mit der eigenen Reihe, berechnet nach offiziellen und halboffiziellen statistischen Angaben sowie eigene Schätzungen 
- für vier Länder (Preußen, Sachsen, Bayern u. Württemberg) für die Zeit von 1800 bis 1850, 
- für 6 Länder (Preußen, Sachsen, Bayern, Baden, Württemberg und Hessen) für 1850 bis 1875, 
- sowie ab 1878 bis 1910 nach Angaben des Stat. Reichsamtes für Gesamtdeutschland.

Die betriebswirtschaftlichen Veränderungen in der Landwirtschaft, besonders die Zunahme der verbesserten Dreifelderwirtschaft und der Fruchtwechselwirtschaft, machen einen stärkeren Produktionsauftrieb, als von Finckenstein geschätzt, wahrscheinlich. Diese Umstellungen wurden gestützt von staatlichen Maßnahmen (Schutzzölle auf Getreideimporte, Aufhebung des Flurzwangs, etc.).

Die viehwirtschaftliche Produktion
- Fleischproduktion:
Die ersten zuverlässigen Daten zur Fleischproduktion liegen für 1906 vor, erste zuverlässige Daten zur Milchproduktion liegen von 1928 vor.
Erst relativ spät liegen Zahlen zu Fleischverbrauch u. Viehgewicht auch für andere Länder Deutschlands vor, aus denen geschlossen werden kann, dass die Produktion in den anderen Ländern über der Produktion Preußens lag.
Es ist sicher, daß in Gebieten, in denen Viehzucht und Weidewirtschaft vorherrschten, (Norden und Nordwesten Deutschlands, Südbayern) der Verbrauch von Fleisch und Milch sowie die Leistungen je Stück Vieh beträchtlich höher als in Preußen war.
Das Lebendgewicht sowie die jährliche Schlachtrate liegen in den anderen Ländern ebenso höher als in Preußen.
Dies alles sind Hinweise dafür, dass um 1800 die Fleischproduktion für das deutsche Reich sehr wahrscheinlich um ca. ein drittel über der auf Preußen allein gegründeten Schätzung liegt.
- Milchproduktion:
Relativ sicher sind nur die Kuhbestände Anfang des Jh. zu ermitteln. Die durchschnittliche Milchleistung wurde offiziell erstmalig 1928 wirklich erfasst. Aber auch hier stellt Helling trotz unsicherer Zahlenbasis fest, dass Finckenstein die Milchproduktion stark unterschätzt hat. Da die Ernten um die Wende vom 18. zum 19. Jh – mit Ausnahme von 1804 – nicht auf Futtermangel schließen lassen, geht Helling davon aus, dass für diesen Zeitraum 900 Liter Milchproduktion im Jahr pro Kuh eine angemessene Schätzung sein dürfte. Diese Annahme wird auch vom Verbrauch her gestützt (Milchverbrauch, Käseproduktion).

Entwicklung der Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft
Im Verlauf des 19. Jh. stieg die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland auf das Drei- bis Dreieinhalbfache. Sie übertraf damit deutlich das Wachstum der in diesem Zeitraum angestiegenen Bevölkerung. Gemessen an der nichtlandwirtschaftliche Produktion – und insbesondere an der insustriellen Produktion – ist dieser Zuwachs jedoch gering.
Stellt man die Produktivitätsentwicklung in der Landwirtschaft der Produktivitätsentwicklung in der Industrie gegenüber, ergibt sich ein anderes Bild:
Die Anzahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft nahm im Gegensatz zur Industrie ab. 
Angaben über Produktionsleistung je Boden- und Vieheinheit lassen auf eine beträchtliche Steigerung der Produktion je Arbeitskraft schließen (Hektarerträge haben sich mindestens verdoppelt). 
Probleme des statistischen Zahlenmaterials:
Die Entwicklung der Produktionsergebnisse pro Flächen- und Vieheinheit ist ein wichtiger Gradmesser der Produktivität, der stets bei allen Betrachtungen mit einbezogen werden muß. Die zahlenmäßige Einschätzung der Entwicklung der Arbeitsproduktivität ist aufgrund mangelhafter statistischer Angaben jedoch nicht bzw. nur mit großen Unsicherheiten möglich. 
So kann z.B. die Arbeitszeit und –leitsung der hauptberuflich in der Landwirtschsaft Arbeitenden für das vorige Jahrhundert nicht differenziert festgestellt und auf Vollarbeitskräfte umgerechnet werden. 
Für die Zeit bis 1882 kann die Entwicklung des Arbeitskräftepotentials in der deutschen Landwirtschaft auf Grund der Angaben für die sechs Hauptländer berechnet werden. Durch die Lückenhaftigkeit des vorhanden statistischen Materials waren jedoch zum Teil Schätzungen notwendig. 

Die erste offizielle Arbeitskräftestatistik für die Landwirtschaft erschien erst 1882. Allderings bestehen große Probleme bei der Vergleichbarkeit dieser Arbeitskräftestatistiken ab 1882.
Somit kann die Entwicklung der Produktion je Arbeitskraft auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen nur als grobe Schätzungen betrachtet werden.

Helling kommt zu dem Ergebnis, dass - in Getreidewerten gemessen - sich die Produktionsleistung je Arbeitskraft in der dt. Landwirtschaft in den behandelten 100 Jahren mindestens verdreifachthat. Rechnet man den – unwahrscheinlichen – Anstieg der Familienarbeitskräfte ab 1895 heraus, dann hat sich die Produktionsleistung sogar um das 3,6fache erhöht.
Die ermittelten Indizes der Produktion je Arbeitskraft können allerdings nicht einfach einem Index der Entwicklung der landwirtschhaftlichen Arbeitsproduktivität gleichgesetzt werden, weil die für die eigentliche landwirtschaftliche Produktion aufgewendete Arbeitszeit nicht festgestellt werden kann (keine Aussagen möglich über die Entwicklung der Kinderarbeit, der Arbeitszeit der Bauersfrauen, des Umfanges der Vorarbeiten – wie z.B. Herstellung und Wartung von Werkzeugen, usw.). Deshalb ist auch gar nicht Abzuschätzen, in welchem Umfang die zunehmende Produktion je Arbgeitskraft einer wirklichen Produktivitätssteigerung entsprach oder eine erhöhte Arbeistintenistät daran beteiligt war. Die von Helling ermittelte Produktion je Arbeitskraft ist also nicht mehr als ein grober Maßstab der Größenordnung, in der sich die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft etwa bewegt haben kann.


Datentabellen in HISTAT:

A die pflanzliche Produktion
- A.1 Die Getreide- und Kartoffelproduktion in Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg 1800 bis 1860 (in 1000 Tonnen GW) 
- A.2 Die Bodenproduktion deutscher Länder (Getreide, Kartoffeln, Rüben, Ackerfutter- und Wiesenheut in 1000 Tonnen GW)
- A.3 Die pflanzliche Produktion in Deutschhland 1878 bis 1914 in 1000 Tonnen 
- A.4 Die Getreideerträge in Deutschland im 19. Jahrundert in dz/ha 
- A.5 Die Kartoffelerträge in Deutschland im 19. Jahrundert in dz/ha 


B die viehwirtschaftliche Produktion
- B.1 Die Entwicklung der viehwirtschaftlichen Produktion in Deutschland im 19. Jahrhundert 


C die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft
- C.1 Die Anzahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Deutschland im 19. Jahrhundert (in 1000) 
- C.2 Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion ja Arbeitskraft in Deutschland im 19. Jahrhundert auf der Basis von Getreidewerten (GW)


D Indizes zur pflanzlichen und viehwirtschaftlichen Produktion und zur Arbeitsproduktivität
- D.1 Die Entwicklung der Agrarproduktion Deuschlands im 19. Jahrhundert (Index: 1800/10 = 100)
- D.2 Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion je Arbeitskraft in Deutschland in festen Preisen im 19. Jahrhundert.
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            <l:DataRelationship id="ZA8311_DatRel"  isVersionable="true" version="1.0.0">
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            <!-- Dummy Structure - should not be required! -->
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                        <!-- Dummy Element - should not be required! -->
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        </pd:PhysicalDataProduct>
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                    </a:Access>
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                    <r:Description>Histat 2.0 nach DDI 3.1 Export</r:Description>
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