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        <r:Title>DDI3.1 Dokumentation für Studie &apos;Technologischer Wandel und internationaler Handel im 18. und 19. Jahrhundert. Die Eisenindustrien in Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland.&apos;</r:Title>
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            <r:Title>Technologischer Wandel und internationaler Handel im 18. und 19. Jahrhundert. Die Eisenindustrien in Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland.</r:Title>
                                        <r:Creator>Fremdling, Rainer</r:Creator>
            


            <r:Publisher>GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Publisher>

            <r:Contributor role="Distributor">GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften</r:Contributor>
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                <dc2:title>Technologischer Wandel und internationaler Handel im 18. und 19. Jahrhundert. Die Eisenindustrien in Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland.                </dc2:title>
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                Ziel dieser Studie ist, einen Beitrag zur Klärung offener Fragen zum Technologietransfer zu leisten. Schwerpunkt der Betrachtung ist die Eisenindustrie. Es soll der räumliche und zeitliche Ablauf der tiefgreifenden Umgestaltung von Holzkohlen- zu den Steinkohlentechniken in Belgien, Frankreich und Deutschland beschrieben und erklärt sowie die außenwirtschaftlichen Verflechtungen dargelegt werden. Hierfür werden die Außenhandelsstatistiken herangezogen. Der Autor analysiert lange Reihen zur Eisenproduktion, zu Eisenexporten und -importen und den Preis- und Kostenniveaus verschiedener Länder und Regionen. Auf internationaler Ebene zeigen die Außenhandelsströme einen wichtigen Kanal zur Verbreitung der neuen Eisentechniken auf. Darüber hinaus wird durch die Analyse der politischen Entscheidungen einzelner Länder deutlich, wie staatliches Handeln (Zoll- und Eisenbahnpolitik) Bedingungen setzte, die den Entwicklungsablauf der Eisenindustrie beeinflussten.


Großbritannien wird für das 19. Jahrhundert von den Wirtschaftshistorikern eine führende Rolle im ökonomischen Bereich zugewiesen. Grundlage für Großbritanniens ökonomische und politische Macht waren die Prozesse der industriellen Revolution, die dieses Land durchlaufen hatte. „Traditionell wird diese grundlegende strukturelle Veränderung im ökonomischen Bereich mit einer Reihe spektakulärer Innovationen verbunden (…) (Dampfmaschine, Baumwollindustrie, Steinkohle und Eisenindustrie). Sie stecken das Umfeld ab, in dem die technologischen Innnovationen vermutet werden, welche die Industrialisierung und damit das moderne Wirtschaftswachstum trugen.“ (Fremdling, 1986, S. 13) Neuere Interpretationen der Industrialisierungsgeschichte aus der ‚New Economic History’ und der ‚Traditionellen Historiographie’ revidieren jedoch diese Sichtweise.

Die Sichtweise der ‚New Economic History’ schätzt einzelne Innovationen oder Sektoren in ihrer historischen Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung ab. Es werden die Kosten alternativer Techniken miteinander verglichen, die für die Erzeugung derselben oder vergleichbarer Produkte entstehen. Im Rahmen der Diskussion „scheint sich allmählich ein Konsens darüber zu bilden, daß die wirtschaftliche Entwicklung während der ersten Industrialisierungsphase weitaus weniger von unmittelbar spektakulären Innovationen geprägt war, als Schumpeter oder Rostow nahegelegt haben. Zwar ändern die neueren quantitativ-theoretischen Untersuchungen nicht die bisher festgesetzte Rangfolge der wichtigsten Innovationen, stufen aber deren ökonomische Bedeutung gegenüber konkurrierenden Alternativen deutlich zurück.“ (Fremdling, 1986, S. 14) Rückblickend kann nicht aus der weiten Verbreitung einer Technik geschlossen werden, sie sei Alternativen von vornherein und ständig weit überlegen gewesen, denn die ökonomische Überlegenheit setzt sich erst auf lange Sicht durch und drängt konkurrierende Verfahren allmählich ganz oder in Randbereiche ab.

Der Ansatz der ‚Traditionellen Historiographie’ „begreift die kontinentaleuropäische Industrialisierung im 19. Jahrhundert als Zurückbleiben mit folgendem Aufholen gegenüber Großbritannien. Der Industrialisierungsgrad wird generell an Kriterien gemessen, die als allgemeingültig erscheinen, nämlich dem Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten oder der Produktion der Eisen-, Kohlen- und Baumwollindustrie; doch wird dabei implizit die britische Industrialisierung als Modell benutzt. Denn der Industrialisierungsgrad eines Landes (und seine Rückständigkeit) wird letzten Endes danach bestimmt, wie weit es die britische Technologie und das britische Fabriksystem übernommen hat.“ (Fremdling, 1986, S. 15) 

Die Eisenindustrie war einer der Schlüsselsektoren für die erste Industrialisierungsphase sowohl in Großbritannien als auch in Belgien, Frankreich und in den deutschen Staaten. Fortschritte in der Eisenindustrie wurden in der Forschung als Indikator für wirtschaftliche und zivilisatorische Entwicklungen betrachtet und somit auch zur Operationalisierung dieser Entwicklungen herangezogen. 
Zwischen 1820 und 1860 vollzog sich in den Eisenindustrien Belgiens, Frankreichs und Deutschlands der grundlegende Wandel, den die britische Eisenindustrie bereits im 18. Jahrhundert durchgemacht hatte, nämlich der Ersatz von Holzkohle durch Steinkohle als Brennstoff. Mit dem neuen Brennmaterial verbreiteten sich die neuen Verfahren des Puddelns und Walzens sowie des Koksschmelzens.

Der Autor stellt sich in dieser Studie die Aufgabe, den räumlichen und zeitlichen Ablauf jener tiefgreifenden Umgestaltung von den Holzkohlen- zu den Steinkohlentechniken in Belgien, Frankreich und Deutschland zu beschreiben und zu erklären. Dabei wird darauf hingewiesen, dass technisch funktionierende Arbeitsweisen nur in einem bestimmten ökonomischen Umfeld auch wirtschaftlich erfolgreich sein können und somit technische Verbesserungen nicht mit wirtschaftlicher Überlegenheit gleichzusetzen sind.

Technische Errungenschaften können in ihrer ökonomischen Bedeutung leicht überschätzt werden. Daher ist ein methodischer Zugriff notwendig, der die Betrachtung der technischen Seite von der wirtschaftlichen Seite nicht trennt.
„Um die Modernisierungsprozesse in der primären Eisenindustrie zu beschreiben und zu analysieren, werden hier Preis- und Kostenniveaus verschiedener Länder und Regionen im Zeitablauf verglichen. Setzt man eine Marktwirtschaft mit ausreichendem Wettbewerb voraus, so spiegeln Kosten und Preise die Faktorausstattung eines Gebietes sowie sein Produktivitätsniveau wider. Auf diesem Maßstab zeichnen sich technische Errungenschaften nur ab, wenn sie ökonomisch bedeutsam sind, also die Kosten minderten. So kann die mögliche langfristige ökonomische Relevanz einer Innovation nicht mit kostensenkenden Wirkungen zur Zeit, als die Neuerung auftauchte, verwechselt werden.“ (Fremdling, 1986, S. 19) 

Die auf Preise und Kosten abstellende Betrachtungsweise basiert auf der Annahme, daß Preise sowohl Ergebnis als auch Grund unternehmerischer Wahlhandlungen sind, wobei hier kein rigides neoklassisches Modell unterstellt wird, sondern lediglich angenommen wird, dass die Akteure innerhalb eines sehr flexiblen Rahmens auf Preissignale reagieren. 

Angaben über Preise und Kosten allein reichen aber keineswegs aus, um den räumlichen und zeitlichen Verlauf bei der Verbreitung wichtiger Innovationen vollständig nachzuvollziehen. So wurde vom Autor weiteres quantitatives und qualitatives Material herangezogen (siehe Quellentypen und Quellenverzeichnis), da zum einen für den Betrachtungszeitraum kaum durchgängige statistische Daten verfügbar sind und zum zweiten quantitatives Material nur mit den genauen Kenntnissen des sozio-ökonomischen Umfeldes interpretiert werden kann. Das vielschichtige Material spiegelt den Wandel der westeuropäischen Eisenindustrie auf vier verschiedenen Ebenen wider: auf der internationalen, der staatlichen, der regionalen und der betrieblichen Ebene (vgl. Fremdling, 1986, S. 20).

Auf internationaler Ebene zeigen die Außenhandelsströme, denen diese Arbeit nachgeht, einen wichtigen Kanal zur Verbreitung der neuen Eisentechniken auf. Die nationenübergreifende Perspektive eröffnete sich auch dadurch, daß Frankreich und Belgien schon sehr früh hervorragende Außenhandelsstatistiken führten, die eine recht genaue Beobachtung der Außenhandelsströme, nach Ländern gegliedert, erlaubten. Derartige Statistiken hat diese Arbeit detailliert erfaßt, weil sich damit der geeignete Markttest bot, um die Verschiebung der internationalen Wettbewerbsbedingungen und damit das Vordringen der modernen Produktionsverfahren festzustellen. (Fremdling 1986, S. 20)
Analysen einzelner Ländern veranschaulichen, wie staatliches Handeln (v.a. die Zoll- und Eisenbahnpolitik) Bedingungen setzte, die den Entwicklungsablauf der Eisenindustrie erheblich beeinflussten. Da sich die Modernisierung räumlich stark differenziert vollzog, verdecken aggregierte Daten auf staatlicher Ebene das Nebeneinander und die zeitliche Abfolge von Industrialisierung und Entindustrialisierung im selben Land. Deshalb wurden einzelne Regionen aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung losgelöst betrachtet. (Femdling, 1986, S. 21)

Die Studie von Rainer Fremdling gliedert sich nach einzelnen Ländern, und hier wiederum mit einer durchgehenden Zweiteilung in die Zeit vor und nach dem Eisenbahnbau etwa um 1835 – der Eisenbahnbau in Europa bildet die Zäsur zwischen der Anbahnung und Durchsetzung der modernen Eisentechniken. 

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                <r:Title>Fremdling, Rainer: Technologischer Wandel und internationaler Handel im 18. und 19. Jahrhundert. Die Eisenindustrien in Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland. Berlin: Duncker und Humblot, 1986. (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 35).</r:Title>
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